Mit umfassendem Zahlenmaterial und Grafiken belegte Bürgermeister Franz Kuhn (BBO) den Etat, in dem auf der Ausgabenseite die Sanierung und Erweiterung der Wilhelm-Hegler-Halle den größten Brocken bilden. Steigen wird die Pro-Kopf-Verschuldung von rund 30 Euro in den Vorjahren auf 500 Euro, aber noch deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 700 Euro.

Kuhn listete die einzelnen Eckdaten auf: Der Verwaltungshaushalt (VWH) steigt im Vergleich zum Vorjahr um 300 000 Euro auf 6,4 Millionen Euro. Die Einnahmen aus Steuern und allgemeinen Zuweisungen nehmen um gut 200 000 Euro auf 5,2 Millionen Euro zu. Den größten Zuwachs verzeichnen der Anteil an der Einkommensteuer auf 2,3 Millionen Euro und Schlüsselzuweisungen auf 1,5 Millionen Euro. "Für die Betriebskosten der vier Kindergärten stellten wir 540 000 Euro, 95 000 Euro mehr als in 2014, ein, um gestiegene Personalaufwendungen und Nachträge zur Abrechnung des Vorjahres abzufangen", erklärte der Bürgermeister.

Unter der Mindestzuführung

Für die Grund- und Mittelschule fallen die üblichen Kosten von 550 000 Euro einschließlich Buskosten an, wobei 200 000 Euro an Zuschüssen für Ganztagesbetrieb und Bus erwartet werden. Die Personalkosten für Verwaltung und Bauhof machen im Etat 21,8 Prozent aus, wobei die Tariferhöhung von 2,4 Prozent berücksichtigt ist. An den Landkreis muss die Gemeinde 1,9 Millionen Euro abführen. In der Gesamtbilanz weist der VWH ein Plus von 730 000 Euro aus. "Ziehen wir davon Zinsen und Tilgungen ab, so bleiben 500 000 Euro für Investitionen. Wir liegen also deutlich über der Mindestzuführung von 212 960 Euro", hob Kuhn hervor.

Schulden steigen leicht

Der Vermögenshaushalt (VMH) beträgt 5,8 Millionen Euro, 2,2 Millionen weniger als im Vorjahr. Grund: Die Hegler-Halle sollte in 2014 fertig werden. Tatsächlich ausgegeben wurden nur 2,7 Millionen Euro. "Zuführung aus dem VWH sowie Beiträge und Zuwendungen können den VMH nicht abdecken. Den Ausgleich schaffen wir nur mit tiefem Griff in die Rücklage von zwei Millionen Euro und weiterer Kreditaufnahme von 600 000 Euro. Trotz der großen Vorhaben, allen voran die Hegler-Halle, bleiben wir handlungsfähig, zumal der Kreditmarkt niedriges Zinsniveau bietet. Für Zins und Tilgung fallen pro Jahr 220 000 Euro an. Das können wir Schultern", versicherte der Bürgermeister. Auf Baumaßnahmen entfallen 4,3 Millionen Euro, darunter Hegler-Halle mit drei Millionen Euro, auf Vermögenserwerb 650 000 Euro.
"Ende 2014 hatten wir - bedingt durch Kredit von zwei Millionen Euro - einen Schuldenstand von 2,1 Millionen Euro bzw. 416,56 Euro je Einwohner. Durch den weiteren Kredit wird sich das Minus auf 2,5 Millionen Euro bzw. Pro-Kopf auf 494,72 Euro erhöhen", fasste der Bürgermeister zusammen.
Da das 100-seitige Zahlenwerk im Haupt- und Finanzausschuss detailliert beraten wurde und 16 Gemeinderäte mit dabei waren, gab es keine Nachfragen. Das galt auch für Investitionen in den nächsten drei Jahren mit nicht mehr länger aufschiebbaren Vorhaben wie Schulsanierung, Straßenbau, kleine Baugebiete und Fahrzeuge für Feuerwehr und Bauhof.