Die Kindergartenkinder spielen Eisenbahn: Der Zug setzt sich in Bewegung. Erster Stop: Der Tisch. "Desk", heißt das auf Englisch, erfahren die vier Buben aus dem Münnerstädter Kindergarten von angehenden Kinderpflegerinnen des BBZ. Dann geben die jungen Frauen das Signal für den Weitermarsch. Nächster Haltepunkt ist die Klassenzimmertür: "Door" auf englisch und wieder wird das Wort nachgesprochen. Die Jungs finden die englischen Bezeichnungen lustig, machen aber begeistert mit. Der Zug ist Teil eines Aktionstages, den der katholische Kindergarten und die Berufsfachschule für Kinderpflege am Berufsbildungs-zentrum gemeinsam organisiert haben.
Für die Schüler der 10. Klasse ist das eine wichtige Praxiserfahrung und für die Kindergartenkinder eine spannende Angelegenheit. Kindergartenleiterin Barbara Voit findet es sehr positiv, dass angehenden Kinderpflegerinnen die Chance haben, ihr Wissen aus der Schule in die Praxis umzusetzen. "Es ist eine gute Erfahrung", findet Aysegül Evsen, die zusammen mit Kolleginnen eine Bewegungsstation anbietet. Die Vorbereitung machte ihr ebenso Spaß wie die Umsetzung am Tag selbst. Das bestätigt auch Sebastian Weiß, der mit den Kindergartenkindern auf eine Traumreise geht. Man könne seine Ideen in die Praxis umsetzen.

Lobenswerte Initiative

Elmar Wiessner, verantwortlicher Pädagoge in den Berufsfachschulen für Ernährung, Kinderpflege und Sozialpflege, ist dankbar für die Initiative des katholischen Kindergartens. Von dort kam vor zwei Jahren der Vorschlag für diesen Tag. Die Berufsfachschüler hätten ihr erstes Ausbildungsjahr fast hinter sich und könnten bei dieser Gelegenheit selbständig umsetzen, was sie in den letzten Monaten gelernt haben. Die Kindergartenkinder waren eingeladen, an verschiedenen Stationen Stempel zu sammeln. Die Angebote befassten sich mit Musik, mit Bewegung, mit Deutsch, Englisch und einem mathematisch-naturwissenschaftlichem Angebot. Die angehenden Kinderpflegerinnen konnten dabei in einer jeweiligen Lernsituation auf ihre kleinen Gäste eingehen. Der Schulleiter des Berufsbildungszentrums, Harry Koch, zeigte sich beeindruckt, wie gewandt die jungen Frauen und Männer ihre Aufgaben bewältigten. Am Ende gab es dann eine Stärkung aus der Schulküche.