Der erste Spatenstich für den 30 Millionen Euro teuren Neubau des Berufsbildungszentrums (BBZ) in Münnerstadt war im Frühjahr 2018, ein Jahr später das Richtfest. Noch werden letzte Feinarbeiten ausgeführt, doch in den kommenden Tagen wird die Schulverwaltung mit 1500 Umzugskartons in den Schulbau am Altstadtweg ziehen. Für den Unterrichtsbeginn am 9. November wird alles bereit sein. Die bisher genutzten zwei Altgebäude werden der Stadt Münnerstadt zur Nutzung überlassen.

Der in fünf einzelne, räumlich miteinander verbundene Lernhaus-Cluster aufgeteilte Neubau nach Plänen des Münchner Architekten Gunther Benkert bietet den 660 Schülern und 72 Lehrkräften der jetzt unter einem Dach untergebrachten fünf Fachschulen und einer Fachakademie ausreichenden Platz. Die auf drei Geschosse sowie ein halbes Kellergeschoss verteilte Nutzfläche von 6660 Quadratmetern ist sogar für 800 Schüler ausgelegt, da beide Träger, der Landkreis Bad Kissingen und die Caritas-Schulen gGmbH (Würzburg) in Zukunft mit höheren Schülerzahlen in Erzieher- und Pflegeberufen rechnen.

Attraktive Lernatmosphäre

"Wir waren uns einig, dass wir nicht nur neue Räumlichkeiten schaffen", betont Landrat Thomas Bold (CSU), "sondern den Schülerinnen und Schülern auch eine attraktive Lernatmosphäre bieten wollen." So sind alle Unterrichtsräume mit neuem ergonomischem Mobiliar, moderner Digitaltechnik und einer hochtechnisierten, gleichmäßigen LED-Beleuchtung von 500 Lux ausgestattet. "Die Beleuchtung gleicht sich dem Tageslicht automatisch an", macht Harald Schäfer, Projektleiter im Landratsamt, auf die Besonderheit aufmerksam. Jedes Lernhaus ist gleichartig strukturiert. "Räume, die thematisch zusammenpassen, liegen eng beieinander", lobt Schulleiter Georg Gißler. So sind die Werkräume innerhalb eines Lernhauses so angeordnet, dass sie auch von Schülern des benachbarten Lernhauses über kurzen Weg mitgenutzt werden können. Mehrere auf die fünf Gebäude-Cluster verteilte Gruppenräume lassen sich durch Öffnen mobiler Zwischenwände zu größeren Funktionseinheiten vereinen.

Große Glasfronten

Transparenz und moderne Technik zeichnen die Architektur von Gunther Benkert aus. Panoramafenster lassen viel Tageslicht in die Unterrichtsräume. Auch auf der Flurseite haben alle Räume große Glasfronten und bilden "offene Lernlandschaften". Eine optische Besonderheit an der Außenfassade des Neubaus sind schräg gestellte Sonnensegel. Sie schützen vor Erhitzen der Räume durch allzu starke Sonne, lassen aber das Tageslicht ungehindert hinein.

Selbstverständlich ist das neue Berufsbildungszentrum absolut barrierefrei. Sogar eine der im Kellergeschoss untergebrachten und mit modernster Küchentechnik ausgestatteten Lehrküchen wurde mit unterfahrbarem Mobiliar und niedrigerer Arbeitshöhe speziell für Rollstuhlfahrer hergerichtet. Der geforderte Umweltschutz wurde durch Einbau einer Hackschnitzelheizung und energiesparender Technik erfüllt.

Die Caritas-Schulen gGmbH war als zweiter Träger des BBZ zwar in die Planung eingebunden, hatte aber die Bauleitung dem Landratsamt überlassen. "Der Neubau erfüllt in Ausstattung und Transparenz alle modernen Kriterien. Alles passt inhaltlich bestens zusammen", ist Geschäftsführer Rudolf Hoffmann vom Ergebnis begeistert. "Damit bietet das neue BBZ die beste Grundlage für eine attraktive Ausbildung in sozialen Berufen."

Für die Umnutzung der bisher vom BBZ genutzten Altgebäude wartet Münnerstadts Bürgermeister Michael Kastl noch auf gutachterliche Empfehlungen. In das 1952 errichtete Haus soll "nur vorläufig" die Musikschule einziehen, das andere Gebäude von 1974 vorerst ungenutzt bleiben.