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Großwenkheim
Kommunalwahl

Münnerstadt: Spaltung im Stadtrat aufheben

Bündnis 90/die Grünen schicken 20 Kandidaten ins Rennen um den Stadtrat. Ihr Motto: "Ein(t) Münnerstadt".
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Sie kandidieren auf der Liste von Bündnis 90/ die Grünen: Dr. Thomas Reuß,  Reinhold Heppt, Helmut Conrady, Jeanette Miller, Andreas Miller, Alexandra  Katzenberger, Ulla Scheuring, Karin Fischer, Johannes Wolf, Mia Hochrein,  Peter Seubert, Siglinde Grimm, Adrian Tropoja, Christine Martin, Petra  Mesarosch, Karin Mayer und Vincent Michel. Foto:  Dieter Britz
Sie kandidieren auf der Liste von Bündnis 90/ die Grünen: Dr. Thomas Reuß, Reinhold Heppt, Helmut Conrady, Jeanette Miller, Andreas Miller, Alexandra Katzenberger, Ulla Scheuring, Karin Fischer, Johannes Wolf, Mia Hochrein, Peter Seubert, Siglinde Grimm, Adrian Tropoja, Christine Martin, Petra Mesarosch, Karin Mayer und Vincent Michel. Foto: Dieter Britz

Mit einer kompletten Kandidatenliste geht die Partei Bündnis 90 die Grünen unter dem Motto "Ein(t)Münnerstadt" in die Stadtratswahl im März 2020. Die allermeisten Frauen und Männer auf der Liste (19 von 20) gehören der Partei allerdings nicht an. Zur Aufstellungsversammlung im Sportheim in Großwenkheim waren etwa 60 Frauen und Männer gekommen. Geleitet wurde die Versammlung von Tobias Eichelbrönner, einem der beiden Sprecher im Kreisvorstand der Partei.

Thomas Reuß (Windheim) leitete die Vorstellung der Kandidatinnen und Kandidaten ein. Im Stadtrat gebe es oft persönliche Aversionen statt sachorientierter Arbeit. Der Ausdruck "Opposition" sei deplatziert, die Atmosphäre vergiftet. "Ich kann mir kaum vorstellen, dass es anders wird, wenn die Machtverhältnisse im Wesentlichen so bleiben - es sei denn, die Wähler sprechen 2020 ein Machtwort. Die Bündnisgrünen wollten die Spaltung der Lager im Stadtrat aufbrechen und sachorientierte Arbeit, für uns gibt es keine Vergangenheit, nur Zukunft", sagte er und gab die Devise aus: "Wir bitten Sie: ein(t) Mürscht". Die Grünen hoffen auf zwei oder mehr Mandate, wie es während der Kandidatenvorstellung hieß. Viele von ihnen übten Kritik an der Zusammenarbeit im Stadtrat. "Vielleicht wird's besser, schlimmer kann‘s nicht mehr werden", sagte zum Beispiel Johannes Wolf.

In Stichworten wurde auch schon ein Wahlprogramm ("wie sieht grüne Politik in Mürscht aus?") vorgestellt. Gefordert werden unter anderem ein Städtebaukonzept mit einer Planstelle für ein Liegenschafts- und Energiemanagement, ein modernes ökologisches Verkehrskonzept für die Innenstadt mit gleichberechtigten Verkehrsteilnehmern, eine Karlsberg-Anbindung, die Förderung dezentraler Energiekonzepte ("autarke Dörfer"), den Bahnhof als Eintrittstor und Visitenkarte der Stadt, die Verlangsamung des Durchgangsverkehr in den Stadtteilen, die Förderung der Elektromobilität, sichere Fahrradwege (unter anderem Anbindung an Bad Königshofen) und eine Machbarkeitsprüfung für einen Naturbadesee.

Die Bundestagsabgeordnete Manuela Rottmann erläuterte, warum sie vom Bundestag in Berlin als Landrätin nach Bad Kissingen wechseln möchte. Sie forderte, in Stadträten "nicht alles in den nichtöffentlichen Teil schieben" und "in Lösungen denken und nicht, wie bringe ich ein Problem möglichst schnell vom Schreibtisch runter". Die Aufstellungsversammlung in Münnerstadt sei die erste der Grünen im Landkreis - "wer sich in Münnerstadt auf dieses heiße Pflaster wagt, weiß auf was er sich einlässt. Münnerstadt macht heute den Anfang für diesen Aufbruch".

Die Wahl ging problemlos und schnell über die Bühne. Stimmberechtigt waren alle Mitglieder der Partei in Münnerstadt (das sind zwei Personen, so Tobias Eichelbrönner) und alle Kandidaten. 18 Personen waren stimmberechtigt, einige Kandidatinnen und Kandidaten konnten nicht anwesend sein. In geheimer Wahl bekamen 17 von ihnen alle möglichen 18 Stimmen, nur eine beziehungsweise einer lediglich 17. Die Liste umfasst elf Frauen und neun Männer. Vier kommen aus den Stadtteilen. 19 der 20 Frauen und Männer auf der Liste sind parteilos.

Die Stadtratsliste von Bündnis 90/Die Grünen

1. Christine Martin (54 Jahre, Rechtsanwältin), 2. Johannes Wolf (30, Student Sport- und Medienmanagement), 3. Petra Mesarosch (51, Brünn, Grundschul-Lehrerin), 4. Adrian Tropoja (45, Brünn, Diplomingenieur/Projektleiter), 5. Dr. Thomas Reuß (62, Windheim, PR und Kommunikation), 6. Andreas Miller (49, Energieberater und Architekt), 7. Judith Michel (55, Erzieherin), 8. Reinhold Heppt (57, Kraftfahrer), 9. Karin Fischer (57, Erzieherin), 10. Peter Seubert (53, Verwaltungsbeamter), 11. Alexandra Katzenberger (47, Burghausen, Physiotherapeutin), 12. Vinvent Michel (19, Auszubildender zum IT-Systemkaufmann), 13 Mia Hochrein (63, freiberufliche bildende Künstlerin), 14. Rainer Grimm (61, Diplomingenieur), 15. Karin Mayer (47, Chemielaborantin), 16. Helmut Conrady (56, Grundschullehrer), 17. Siglinde Grimm (60, Bewegungstherapeutin), 18. Ulla Scheuring (50, Verwaltungsfachangestellte), 19. Jeanette Miller (47, Bilanzbuchhalterin), 20. Elke Sellmann (51, medizinisch-technische Laboratoriumsassistentin). Soweit kein Ort angegeben ist, stammen die Kandidaten aus der Kernstadt.