Das traditionelle Weihnachtsspiel, das seit rund 40 Jahren von den Betreuten aufgeführt wird, war auch in diesem Jahr wieder für die Besucher, darunter Vertreter der Kirchen, der Politik und der Caritas, im restlos besetzten, altehrwürdigen Abteigebäude aus der Zeit der Zisterzienser ein besonderes, nachhaltiges Erlebnis kurz vor den Weihnachtstagen.
Am Anfang des Stückes mit dem Titel "Seht, der König kommt!", überlegen Personen in der Gegenwart, wie ein in der Zeitung angekündigter König wohl aussieht, denn zu einem echten König gehören die entsprechende Kleidung und andere Utensilien. Vor über 2000 Jahren kam auch ein König, aber als Baby, und echte Könige wollten es sehen und folgten, ebenso wie Hirten, einem Stern.


Vor einem langen Weg

Dabei wird die Größe des Raumes dramaturgisch geschickt ausgenutzt, und die Suchenden haben einen langen, unbekannten Weg bis zu ihrem Ziel in Bethlehem. Der Besucher fühlt sich auf dieser Reise hautnah mitgenommen. An der Krippe kommen sie zusammen, um dem Gotteskind zu huldigen. Gott macht sich auch als König klein und kommt zu den Menschen, auf ganz ungewöhnliche, heute noch faszinierende Weise.
Mit einem schlichten Bühnenbild, passender Musik, einschließlich eines perfekt Flöte spielenden Engels, Beleuchtung, Kostümierung und viel Liebe zu Details spielten die Betreuten das Krippenspiel in mehreren Szenen mit viel Hingabe, unkompliziert und überzeugend und ohne jegliche Hektik. Bei den Umbauphasen blieb den Besuchern Zeit zum Nachdenken über die Ereignisse vor langer Zeit, als der König der Könige zu den Menschen auf die Erde kam. Jeder Darsteller identifizierte sich mit seiner Rolle in beeindruckender Weise, auch wenn er vielleicht nur wenige oder gar keine Worte sagen musste.
Da passten die Besetzung der Rollen, die Mimik, die Gestik und kaum merkbar, die Betreuten können auch improvisieren, passen gegenseitig auf Kleinigkeiten auf, spielen als Gemeinschaft. Mit lang anhaltendem Beifall dankten die Besucher den Darstellern für ihre imposanten Leistungen.


Gänsehaut im Publikum

"Das habt ihr supertoll gemacht, das bringt Gänsehaut", sagte Gesamtleiter Rainer Waldvogel, der sich bei allen bedankte, die an der Aufführung beteiligt waren. Sein besonderer Dank galt Mitarbeiterin Erika Pascher, die das Stück wieder getextet, die passende Musik ausgesucht, die Rollen besetzt und als Sprecherin aktiv mitgewirkt hat. "Ich bin tief beeindruckt von diesem Weihnachtsspiel. Es war wunderschön, toll vorbereitet und hervorragend gespielt", lobte Landrat Thomas Bold die Aufführung. Viel Lob gab es für "den Tiefgang der Texte."
Seit Anfang November probten die Betreuten unter der Regie von Erika Pascher, die seit 25 Jahren aktiv beim Weihnachtsspiel mitwirkt, anfangs als Flötenspielerin und inzwischen in den erwähnten Schlüsselpositionen zusammen mit ihrem Team. Wie in jedem Jahr möchten mehr Akteure mitspielen als gebraucht werden.


Bilderschau

"Da fällt das Absagen schon schwer, denn bestimmte Rollen sind schon seit Jahren praktisch vergeben", sagt Pascher. "Beim Schreiben des Textes spüre ich schon das Spiel in mir", verrät sie das frühzeitige sich Hineinversetzen in die Handlung und die Anspannung, die in den Vorbereitungen und den insgesamt sechs Aufführungen liegen. "Nach dem Bildhäuser Weihnachtsspiel beginnt für uns jedes Jahr Weihnachten", sagte eine Besucherin. Mit vielen Bildern wurden die Besucher nach der Aufführung noch an Ereignisse und Veranstaltungen in Maria Bildhausen 2016 erinnert.