In die Lauertalhalle in Maßbach war zur öffentlichen Hegeschau für den Altlandkreis Bad Kissingen eingeladen worden. Diese ist in den Richtlinien für die Hege und Bejagung des Schalenwildes in Bayern vorgeschrieben. Durch die Gehörne, die dort ausgestellt sind, zeigt man, wie sich die Wildsituation im Moment darstellt. "Hier sieht man auch den Gesundheitszustand des Wildes" betonte Vorsitzender Dr. Helmut Fischer. Dabei ist er mit der derzeitigen Situation sehr zufrieden. "Die Qualität des heimischen Rehwilds kann sich sehen lassen", meinte er. Ein Problem sei, dass immer mehr Tiere dem zunehmenden Straßenverkehr zum Opfer fallen - eine Situation, an der die Jäger leider nichts ändern könnten.

Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner (CSU) bezeichnete die Jäger als einen "Anker unserer Gesellschaft". Die Jagd sei noch nie so populär wie heute gewesen, auch für Frauen werde sie immer attraktiver. "Noch nie haben so viele Frauen wie derzeit den Jagdschein gemacht", betonte er. Stellvertretende Landrätin Monika Horcher betonte, dass die Hegeschau auch der Kontrolle der Abschusszahlen diene. "Dieser Aufgabe kommen sie in besonderem Maße nach", sagte sie. Dabei sei gerade das Rehwild ein Kernstück des jagdlichen Handelns.

Ökologisch sei der Jäger nicht mehr wegzudenken. "Gerade zum Thema Biotopverbesserung haben sie auch im Laufe der letzten Jahre viel unternommen. Sie bewirtschaften im Altlandkreis Bad Kissingen circa 140 Hektar an Flächen, welche den Lebensraum unseres Wildes verbessern", sagte sie. Dabei müsse man immer wieder einerseits für einen gesunden Mischwald sorgen, andererseits zu einem artenreichen Wildbestand beitragen. "Diese Erwartung sollte stets Grundlage und Denkansatz bei allen an der Abschussplanung Beteiligten sein", sagte Horcher.


Mehr Füchse geschossen

Dr. Peter Gleisner stellte die Abschusszahlen des Landkreises Bad Kissingen des vergangenen Jahres vor. Derzeit liege der Ist-Abschuss beim Rehwild bei rund 96 Prozent, was sehr gut sei. Beim Schwarzwild habe man rund 4300 Abschüsse zu verzeichnen. Die Schäden, die durch Wildschweine verursacht wurden, lagen bei rund 105 000 Euro. Auch bei den Programmen zur Verbesserung der Lebensgrundlagen haben die Jäger mitgewirkt und unter anderem 232 Hektar an Wildwiesen bzw. Wildäckern gepflegt. Der Fuchsabschuss habe sich im Landkreis auf rund 1700 Exemplare erhöht. Die Schwarzwildschusszahlen stiegen von rund 2800 im vergangenen Jahr auf heuer an die 4300 Exemplare.

Schwarzwildringleiter Berthold Greubel ging auf die Zahlen in seinem Bereich im Altlandkreis Bad Kissingen ein. So habe deren Bestand erheblich zugenommen, was er mehreren Faktoren zuschrieb. Zum einen gab es bei Buche und Eiche im Herbst 2014 eine Vollmast, zum anderen habe man einen sehr milden Winter ohne Schnee und Frost gehabt. Außerdem war das Frühjahr sehr trocken und warm, was der Wildschweinpopulation entgegenkam. Aus diesem Grund habe die Gesamtstrecke - also der erlegten Tiere - um 52 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Keiler und Bachen hätten rund 12 Prozent der Gesamtstrecke ausgemacht, Überläufer (Wildschweine beiderlei Geschlechts im zweiten Lebensjahr) rund 42 Prozent und Frischlinge rund 46 Prozent. Im Altlandkreis lag die Wildschadenssumme bei rund 32 000 Euro. Sie reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um rund 4600 Euro. Der Schaden pro erlegter Sau verringerte sich von rund 40 Euro auf derzeit 23 Euro.