Leben retten, das ist einer der Grundsätze, denen sich das Rote Kreuz von Anfang an verschrieben hat. So sind lebensrettende Maßnahmen und schnellste Hilfen immer wieder Themen bei Fortbildungen oder Sanitätskursen. Vor allem aktuell mit dem Defibrillator. Hier müssen die jungen Helfer fit sein. Natürlich bleiben auch die Behandlung von Verletzungen, wie Armfraktur, starke Blutungen, Hand- und Kopfverletzung nicht außen vor. So auch beim Sanitätslehrgang, der im Rotkreuz-Haus in Bad Neustadt für Teilnehmer aus den Landkreise Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen durchgeführt wurde.

Die Ausbilder Markus Büttner, Rasmus Brand, Cansin Can, Gerold Kestler und Sebastian Büchs lehrten die wichtigsten Begriffe und Griffe, die bei einem Einsatz gefragt sind. Was die Teilnehmer davon behalten hatten, das mussten sie dann zum Abschluss bei Fallbeispielen zeigen.

"Stellt euch vor, ihr seid bei einem lustigen Abend mit euren Freunden aus, besucht eine Großveranstaltung, feiert und plötzlich kommen aufgeregt zwei Mädchen, die sagen, dass vor dem, Zelt jemand liegt, der sich nicht mehr bewegt. Was tun?" Die Prüflinge wussten es natürlich und reagierten sofort. Sie fanden die Person, die nicht mehr ansprechbar war. Sofort starteten sie den Notruf 112 und begannen mit der Wiederbelebung. Sollte, ganz zufällig, an dem Ort, an dem gefeiert wird, oder in der Nähe ein Defibrillator vorhanden sein, dann gilt es natürlich den sofort einzusetzen, meinten die Prüfer. Ansonsten gilt die altbekannte Herzdruckmassage und zwar so lange bis der Rettungsdienst eintrifft.


Umgang mit dem "Defi"

"Genau, so ist es korrekt", sagten Gerold Kestler und Rasmus Brand, die allerdings noch genau sehen wollten, wie denn der "Defi" angelegt und vor allem korrekt bedient wird. "Der letzte Blick muss immer am Patienten, nicht am Defibrillator sein", betonte Alexander Klamt, der gemeinsam mit Andrea Friedrich-Rückert, Inga Hofmann, Gerold Kestler, Markus Büttner, Sebastian Büchs, Rasmus Brand und Christian Holzheimer die Prüfung vornahm. Das war eines von mehreren Fallbeispielen die bei der Prüfung gefragt waren. Hinzu kamen Situationen wie die Behandlung eines gebrochenen Armes, die stabile Seitenlage bei einer bewusstlosen Person, eine Handverletzung, die korrekt behandelt werden musste und auch das Stillen einer starken Blutung am Unterarm.
Die Teilnehmer waren aus den Landkreise Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen und dem thüringischen Grabfeld nach Bad Neustadt gekommen und hatten alle bestanden.

48 Unterrichtseinheiten galt es zu absolvieren und zwar an vier Wochenenden, wo man den Teilnehmern das notwendige Wissen vermittelte. Wichtig sei es, nicht mit dem Erreichten zufrieden zu sein, sondern sich weiterzubilden, hieß es beim Lehrgangsabschluss.

Wichtig sei es im Ernstfall ruhig zu bleiben, betonte stellvertretender BRK-Bereitschaftsleiter Gerold Kestler und meinte: "Es hat wenig Sinn in Hektik zu verfallen, weil sich dann Fehler einschleichen." Bei den Prüfungen und den Fallbeispielen musste das Gelernte umgesetzt werden. Dazu gehörte unter anderem auch die Arm- und Körperhaltung des Helfers bei der Herz-Druck-Massage sowie beim Rhythmus. Das Prüfen von Bewusstsein und Atmung, die stabile Seitenlade, der Bodycheck und die ständige Kontrolle der Vitalfunktion galt es zu beachten. "Schließlich geht es im Ernstfall um Menschenleben", sagten die Prüfer. Es sollte auch nicht vergessen werden, mit dem Patienten zu sprechen und ihn zu beruhigen. Wer den Sankurs absolviert hat ist übrigens berechtigt einen Automatischen-Elektrischen-Defibrillator ("Defi") einzusetzen.


Alle haben bestanden

"Gut gemacht und bestanden!" hieß es dann für alleTeilnehmer. 1080 Punkte konnten im Praxis- und Theorieteil erreicht werden. Die höchste Punktzahl erlangte Nina Rücker aus Bad Neustadt mit 895 Punkten, sie ist im Schulsanitätsdienst aktiv. Teilnehmerurkunden gab es unter anderem auch für Erik Erhard (Rannungen), Mona Libischer (Wollbach), und Jonas Zehe (Albertshausen).