Lesen hat etwas ungemein Faszinierendes an sich: von einem Augenblick zum anderen wird man in eine neue Welt versetzt, die phantasievoll und spannend ist. Man kann so neue Abenteuer erleben und seine Umwelt mit ganz anderen Augen sehen.
Ganz dem Thema "Lesen und Literatur" hatten sich die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Poppenlauer beim Projektnachmittag verschrieben. Mit ihren phantasievollen Ideen gelang es ihnen, die Besucher in eine andere Welt zu entführen.


Künstlerisch aufgearbeitet

Die Klasse 1 a hatte das Stück "Die Tulpe" von Josef Guggenmos künstlerisch aufgearbeitet, die Klasse 1 b sich mit der Entwicklungsgeschichte der Schrift und des Lesens beschäftigt, was sie in einer kleinen Theateraufführung versinnbildlichten. Ganz dem Thema "Pipi Langstrumpf" hatte sich die Klasse 2 a gewidmet, mit dem Theaterstück "Lesen ist für Loser?" zeigte die Klasse 2 b ihr Können. Die 3 a brachte Stimmen aus dem Dschungelbuch zu Gehör, die Klasse 3 b hatte sich mit dem Buch "Fliegender Stern" von Ursula Wölfel beschäftigt. Die 4. Klassen hatten ein Bücherquiz organisiert, bei dem den Besuchern unter anderem Textstellen vorgelesen wurden, die sie dann den verschiedenen Büchern zuordnen mussten. Der Elternbeirat hatte für das leibliche Wohl gesorgt und bot allerhand Leckereien an.


Bereits zum vierten Mal

"Den Projekttag haben wir heuer zum vierten Mal durchgeführt", die Rektorin der Grundschule Poppenlauer, Angelika Kothmann-Loos. Dabei widmet man sich in jedem Jahr einem anderen Thema, die Bereiche Kunst, Märchen und Ernährung hatte man bereits in den Vorjahren aufgearbeitet. "Im nächsten Jahr werden wir uns wahrscheinlich mit den Naturwissenschaften beschäftigen", gab die Rektorin einen kleinen Ausblick.
Während der Projektwoche erarbeiten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit der Lehrkraft ihr Projekt, das sie dann am Projekttag den Besuchern vorstellen. Der Erwerb der Lesefähigkeit ist natürlich gerade in der Grundschule sehr wichtig. "So machen alle Klassen beim Lesetraining mit", erläuterte die Rektorin. In regelmäßigen Abständen finden außerdem Lesetests statt, bei denen die Kinder selbst ihren Fortschritt sehen können. "Natürlich sind wir hier auch auf die Mithilfe der Eltern angewiesen, die mit den Kindern auch daheim regelmäßig lesen müssen", erläutert Kothmann-Loos. So lesen die Kindern daheim regelmäßig vor, was mit einer Unterschrift der Erziehungsberechtigten quittiert wird. Dabei ist es wichtig, die Freude an der Literatur zu fördern: so stellte der Bücherpavillon aus Bad Bocklet für einen Monat eine Bücherkiste zur Verfügung, aus deren Fundus sich die Schülerinnen und Schüler bedienen konnten. "Nach den Ferien ist außerdem ein Vorlesewettbewerb geplant", sagt die Rektorin.


Autorin war vor Ort

Und es ist auch immer wieder interessant, einmal einen Schriftsteller vor sich zu haben, der die spannenden Geschichten verfasst. "Die Kinder der 2. bis 4. Klasse hatten einen super-spannenden Vormittag, als die Autorin Rosi Wanner vor Ort war", blickt Kothmann-Loos zurück. Auch hier wurde den Kindern die Freude am Lesen vermittelt. Ohne die Eltern, die am Projekttag für die Bewirtung sorgen, wäre dieser nicht durchzuführen. "Die Eltern sind hier unheimlich engagiert", freut sich die Rektorin.
Für die Kinder ist der Projekttag etwas ganz Besonderes: "Sie freuen sich schon im voraus darauf, den Besuchern das Einstudierte vorführen zu können", weiß sie aus Erfahrung. Und es ist eine gute Gelegenheit, seine Fähigkeiten zu zeigen, auch einmal ganz außerhalb des Benotungssystems. Auch die Teamfähgkeit wird hierbei geschult.
"Uns ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler sich ins Team einbringen, wenn es beispielsweise darum geht, dass die Rollen verteilt werden", erläutert die Rektorin. Auch wenn es hier manchmal hoch hergehe füge sich doch jeder in seine Rolle eine, die soziale Komponente in den Klassen werden so gestärkt.
Der Projekttag ist auch immer wieder eine Möglichkeit, dass ehemalige Schülerinnen und Schüler ihre Grundschule besuchen. "Oftmals sind hier Geschwister mit vor Ort, die ebenfalls hier zur Schule gegangen sind. Und dem großen Bruder oder der großen Schwester bzw. den Eltern und Großeltern seine Fähigkeiten vorzuführen spornt die Schüler an", weiß die Rektorin. Sie freute sich über die große Resonanz, die der Projekttag wieder einmal ausgelöst hatte. Und auch die Schülerinnen und Schüler waren sichtlich begeistert von der Aktion.