Blank hatte einen Spielraum genutzt, den die Gemeindeordnung Bürgermeistern bei "unaufschiebbaren Geschäften" gibt. Die können in einem solchen Fall ohne Gemeinderatsbeschluss getätigt werden. Blank hatte die Anschaffungen in der Sitzungspause während der Sommerferien genehmigt. Eine Beratung im Stadtrat hat es nicht gegeben. Im spontanen Kauf eines Autos für die Fridritter Wehr sieht der Stadtrat jetzt einen Verstoß gegen die Gemeindeordnung.
Hintergrund: Die Fridritter Feuerwehr musste bislang ohne eigenes Fahrzeug auskommen. Die vorhandene Pumpe wurde im Notfall an ein landwirtschaftliches Gerät gehängt. Im August nun hatte die Feuerwehr Rothhausen ihr altes Löschfahrzeug LF 8 ausgemustert und für 2300 Euro der Fridritter Wehr angeboten. Bürgermeister Helmut Blank stimmte dem Kauf durch die Stadt zu. Sein Placet begründete er mit der Tatsache, dass die Feuerwehr in Fridritt für ihre Pumpe nicht immer einen fahrbereiten Traktor zur Verfügung hat. Zudem seien Wehren ein wichtiger Motor in der Stadt. Die in Fridritt habe großen Zuspruch.
Der fraktionslose Stadtrat Leo Pfennig (CSU) war der Meinung, dass der Bürgermeister falsch gehandelt hat. "Wenn die Fridritter seit Jahrzehnten mit dem Bulldog gefahren sind, hätte der Kauf bis zur Stadtratssitzung warten können." Das sah auch eine Mehrheit des Stadtrates über alle Fraktionen hinweg so. Mit 10:8 Stimmen stellte der Stadtrat fest, dass es sich nicht um eine rechtlich abgesicherte Eilentscheidung gehandelt habe und Blank somit gegen die Gemeindeordnung verstoßen hat.
Welche Konsequenzen dieser Beschluss hat, wurde nicht geklärt. Er werde die Angelegenheit rechtsaufsichtlich klären lassen, stellte Bürgermeister Helmut Blank nach dieser Entscheidung fest.


Keine Aufrüstung möglich

Befürchtungen im Gremium, mit dem Fahrzeugkauf habe sich die Fridritter Feuerwehr das Anrecht auf eine spätere Ersatzbeschaffung erworben, verneinte der Bürgermeister. Blank betonte, dass er vom Kommandanten schriftlich die Zusage habe, dass es durch diesen Kauf keinen Anspruch auf ein neues Feuerwehrauto gibt. Auch eine Aufrüstung des Wagens sei nicht vorgesehen. Beide Aussagen wurden auf Antrag von Rosina Eckert und nach Abstimmung im Gremium ins Protokoll aufgenommen.
Der zweite Autokauf des Sommers betraf die Ersatzbeschaffung für die Reichenbacher Wehr. Die Kaufnotwendigkeit stelle er nicht in Frage, so Leo Pfennig. Er beantragte aber, dass der Stadtrat diese überplanmäßige Ausgabe im Nachhinein absegnen soll. Bei Stimmgleichheit wurde dieser Antrag abgelehnt. Damit war es im Reichenbacher Fall ausreichend, den Stadtrat nur über den Kauf in Kenntnis zu setzen.


Reparatur war nicht möglich

Helmut Blank hatte zuvor erläutert, weshalb in den Sommerferien kurzfristig für Ersatz in Reichenbach gesorgt werden musste. Eine Reparatur des alten Autos sei nicht mehr möglich gewesen. In Absprache mit dem Kreisbrandrat sowie dem 2. und 3. Bürgermeister habe man ein Löschfahrzeung LF8/6 erworben, um den Brandschutz sicher zustellen. Das Fahrzeug ist gebraucht, kostet 24 970 Euro und wird vermutlich in dieser Woche geliefert. Der Brandschutz sei gesichert, weil die Alarmierungspläne für diese Übergangszeit in Absprache mit den Feuerwehren geändert wurden.
Die Freiwillige Feuerwehr Reichenbach hat nach Angaben Blanks eine Erklärung abgegeben, dass sie auf den vorgesehenen Kauf eines neuen Feuerwehrautos im Jahr 2016 verzichtet. Somit "hat das uns sogar noch Geld gespart", stellte Helmut Blank fest. Der Bürgermeister bestätigte aber auf Anfrage von Stadtrat Dieter Petsch (Forum aktiv), dass mittelfristig ein zweites Feuerwehrauto für Reichenbach angeschafft werden muss. Das zweite Auto sei Voraussetzung für die höhere Bezuschussung beim Bau des Feuerwehrgerätehauses gewesen, so Blank.
In der Sitzung wurde schließlich der Kauf eines dritten Feuerwehrfahrzeuges bekannt gegeben. Bezahlt wurde dieses nicht aus der Stadtkasse, sondern aus dem Etat des Münnerstädter Feuerwehrvereins, soHelmut Blank. Es handelt sich dabei um einen gebrauchten Audi Quatro, der als Einsatzwagen der Kreisfeuerwehrleitung in Rhön-Grabfeld seinen Dienst geleistet hat. Robert Müller erklärte, dieses Auto werde künftig vom jeweiligen Einsatzleiter genutzt.Es sei kein Kommandantenfahrzeug. Die Anschaffung stehe bereits im Bedarfsplan, so Blank.


Diskussion über Investitionsplan

3. Bürgermeister Axel Knauff bemängelte, dass erneut Investitionen getätigt wurden, ohne ein Konzept zu haben. "Das macht keinen Sinn". Geschäftsleitender Beamter Stefan Bierdimpfl wies daraufhin, dass es aus der vergangenen Legislaturperiode einen Investitionsplan gebe. Der sei nur immer wieder bei den Haushaltsplanungen aufgeschoben worden, ergänzte Blank. Klaus Schebler wünschte sich, dass dieses Konzept von einem unabhängigen Gutachter überarbeitet wird. Die Stadträte werden den Investitionsplan erhalten. In einer der folgenden Sitzungen soll er diskutiert werden.