"Sie sind ein Stehaufmännchen", bescheinigte Eugen Albert, der Organisator des Erzählcafés im Julius-Spital, dem letzten Referenten im Wintersemester. In der Tat, der 66-jährige Roland Kneuer, seit 2019 Mieter im Betreuten Wohnen des Julius-Spitals, hat ein Leben mit vielen Höhen und auch Tiefen hinter sich. Seit einem schlimmen Motorrad-Unfall vor sechs Jahren in Slowenien ist er querschnittsgelähmt. Deshalb kam er mit seinem Elektro-Rollstuhl zum Erzählcafé, um hier aus seinem Leben zu berichten. Sein Thema lautete "ein Leben mit viel Sport - und dann ... Rollstuhl, Lifter usw".

Aufgewachsen ist Roland Kneuer in der Coburger Straße in Münnerstadt zusammen mit drei Schwestern. Von frühester Jugend an bestimmte Sport sein Leben. Er hat beim TSV Münnerstadt, aber auch in anderen Vereinen viele sehr unterschiedliche Sportarten ausgeübt und dabei beachtliche Erfolge erzielt. Bayerischer Meister im Zehnkampf wurde er mit einer Mannschaft des TSV Bad Kissingen. Den siebten Platz belegte er bei der Deutschen Mehrkampf-Meisterschaft. "Das war zu schlecht für Olympia", bedauert er, das er in anderer Funktion dann doch besuchen konnte.

Weltrekordler

Er ist sogar Weltrekordler: Er war einer von 1000 Polizisten des damaligen Bundesgrenzschutzes (der Vorgänger der Bundespolizei), die erfolgreich eine 1000-mal-1000-Meter-Staffel liefen. Laut Internet brauchten die jungen Männer dazu 55 Stunden, 26 Minuten und 52 Sekunden. Kneuer spielte auch Fußball und war neun Jahre im Vorstand der AH-Abteilung des TSV Münnerstadt. Tischtennis, Badminton, Squash, Motocross, Radfahren, Joggen, Skifahren, Tanzen - er hat kaum etwas ausgelassen. Auf dem Motorrad fuhr er bis zum fast 3600 Kilometer entfernten Nordkap. Von diesem Erlebnis schwärmt er noch heute.