Der erste Spatenstich war wirklich nur symbolisch. Beim Luitpoldbad ist wieder Ruhe eingekehrt. Die Sanierungsarbeiten werden erst im Oktober beginnen, wenn die Kurzonensatzung es erlaubt, sagt Erwin Full. Er ist im Staatlichen Hochbauamt Schweinfurt der Projektleiter: "Mit der Wiederbelebung des seit 20 Jahren leerstehenden Luitpoldbads stellt der Freistaat die Weichen für eine nachhaltige Sanierung und Nutzung seines kulturellen Erbes." Das lässt sich Bayern 32,4 Millionen Euro
kosten.

Zunächst kommt allerdings die Abbruchbirne: Das 2005 stillgelegte, 35 Jahre alte Mineralbewegungsbad muss weichen. Full: Im Laufe der Planung habe sich gezeigt, dass dessen Erhalt "im Hinblick auf das künftige Behördenzentrum nicht zielführend ist". Er sprach von einer "Bausünde".

Widerstandsfähiger
Das Vorhaben ist nicht nur teuer, sondern auch komplex. So steht das Bad im Heilquellenschutzgebiet, zum anderen ist es ein "herausragendes Baudenkmal Bad Kissingens". Laut Full ist es nicht leicht, es zu erhalten und gleichzeitig eine moderne Behörde in die kleinteilige ehemalige Badezellenstruktur zu bringen. Zudem steht es lange leer. Das hat Spuren hinterlassen.

Nach Angaben von Full muss ein Teil der Bausubstanz erneuert werden. So seien Kappendecken im Bereich der Kellerdecken nicht mehr zu erhalten. Dadurch biete sich aber auch die Möglichkeit, das Gebäude widerstandsfähiger zu machen. So soll jede Feuchtigkeit von den Nutzern ferngehalten werden.

Die Bauteile des Südflügels und der Treppenpavillons seien die wertvollsten Partien des Baus. Zum Schutz der Terrazzoböden, Verglasungen, Putzgewölben und Gusseisenteile ist eine Temperierung geplant. Die Dächer aus Blech sind laut Full rostig. Sie würden ersetzt, die Teile aus Kupfer saniert. Die Oberlichter würden erneuert. Die Balustraden sollen originalgetreu wieder erstehen. Die historischen Fenster werden saniert, die anderen neu gefertigt.

Das Bad, so Full, biete ob seiner Größe und Ausdehnung ein hohes Potenzial zur Energieeinsparung. Dächer, Kellerfußböden und Innenwände sollen wärmegedämmt werden. Zur Energieversorgung soll es eine Kombination aus Blockheizkraftwerk, gasbetriebener Wärmepumpe und Brennwertkessel geben. Ein Eisspeicher ermöglicht die Nutzung regenerativer Energie zur Beheizung und Kühlung im Sommer.

Hochwasserschutz "geht nicht"
Die Gebäudestruktur führe zu sinnvollen Baugrößen und -zuschnitten, sagt Full. Die repräsentativen Räume im Südflügel würden für Besprechungen aller Nutzer dienen. Alles soll barrierefrei werden. Dazu werde der Innenhof auf Erdgeschossniveau angehoben. Die Stellplätze würden vom Westflügel abgerückt und die Kanalisation erneuert.

Thema Hochwasserschutz: "Geht nicht", sagte Full. Das habe man geprüft, wäre auch "viel zu aufwändig". Das Bad liege im Abflussbereich der Saale. Im Fall des Falles wären zudem nur die Stellplätze betroffen, "die Spielbank praktiziert das seit Jahren ohne Jammern".

Das Gebäude wäre bei Hochwasser über den nördlichen Arkadensteg und den südlichen Luitpoldsteg erreichbar. Full: "In weiser Voraussicht haben die seinerzeitigen Baumeister das Erdgeschossniveau so hoch angelegt, dass es bei einem hundertjährigen Hochwasser nicht überflutet wird." Das gelte auch bei der Einrechnung eines 15-prozentigen Klimafaktors. Das Gebäude werde mit einer Betonplatte unter den Kriechkellern gegen Auftrieb gesichert.

Full geht von einer Bauzeit von zweieinhalb Jahren aus.

Zahlen 9000 Kubikmeter beträgt das Volumen des abzureißenden Mineralbewegungsbads. Das Behördenzentrum hat eine Nutzfläche von 3200 Quadratmetern und eine Kubatur von 42 000 Kubikmetern.

Nutzer Einziehen werden dort die Verwaltung der Staatsbad GmbH, die Bad Kissinger Außenstelle der Immobilien Bayern, das Vermessungsamt und das Kissinger-Sommer-Büro. Außerdem ist noch Platz für die Finanzkasse, die nach Bad