"Es war ein anstrengendes Jahr, aber wir haben es gemeinsam geschafft." - so lautet das Resümee zum Jahr 2021, das Vorsitzender Markus Brandl bei der Jahreshauptversammlung des DLRG Ortsverbandes Bad Kissingen zog. Während die traditionellen Vereinsfelder eher in den Hintergrund gedrängt wurden, war man an vorderster Corona-Front mit einer Teststrecke an der KissSalis-Therme, die von den Mitgliedern ehrenamtlich besetzt wurde.

Neuwahlen ein Jahr verschoben

Neuwahlen standen auf dem Programm der Jahreshauptversammlung, doch aufgrund der Umstände fand ein Vorschlag breite Zustimmung, dass der bestehende Vorstand noch ein Jahr im Amt bleibt. Bis zum nächsten Jahr möchte man Mitglieder für Vorstandsposten gewinnen, die dann vakant werden. "Wir möchten niemand ins kalte Wasser schmeißen", so die Argumentation von Brandl. Trotzdem wurde der Kassenbericht vorgelegt, die Kassenprüfung war damit einverstanden und die Entlastung erfolgte einstimmig. In seinem Rückblick bezifferte Brandl den Mitgliederstand auf 303 Personen, davon seien Zweidrittel unter dem 26. Lebensjahr.

Unbürokratisch Training und Lehrgänge

Anwesend waren 75 Mitglieder und 15 Personen waren online dazu geschaltet. Brandl berichtete von Sitzungen und Dienstbesprechungen, von den Problemen mit geschlossenen Hallenbädern, dem Wegfall von Schwimmkursen, den Ausweichmöglichkeiten, um Übungsabende oder Lehrgänge für Rettungsschwimmen anbieten zu können. Besonderes Lob galt der Gemeinde Bischofsheim, wo man dank der Hilfe von Manfred Markert, Betriebsleiter der dortigen Bäder, problemlos und unbürokratisch Training und Lehrgänge anbieten konnte. 20 Teilnehmer fuhren regelmäßig in die Rhön-Gemeinde. Sein Dank galt auch der Bavaria-Klinik und dem Parkwohnstift für die gute Zusammenarbeit.

Test-Container an der KissSalis-Therme

Neben den eigentlichen Vereinsaktivitäten wurde der DLRG-Ortsverband aber zum Gesicht der Corona-Testmöglichkeiten in Bad Kissingen. Nach dem Start im Tattersall, so Brandl, etablierte man sich mit einem Test-Container an der KissSalis-Therme. "Aber bis es soweit war, waren Schulungen und Genehmigungen erforderlich", bedauerte Brandl. Klaus Huber, technischer Leiter der Ausbildung, ergänzte die Problematik um die Corona-Einschränkungen und vor allem um die Hallenbad-Schließung in Bad Kissingen. Dank der Ausweichmöglichkeiten konnte man ein Grundangebot bei Training und Kursen aufrechterhalten. Im Sommer 2021 stand das Terrassenschwimmbad zur Verfügung, "um die Nachfrage nach Schwimmkursen aufzufangen". Nach dessen Schließung konnte man das Naturbad in Aura nutzen - "bei 15 Grad Wassertemperatur". Daneben gab es Erste-Hilfe-Kurse oder Online-Schulungen für Rettungsschwimmer und Strömungsretter.

Als technischer Leiter für den Einsatz erläuterte Shawn Gamble die Fortbildungsmaßnahmen und die erforderlichen Einsätze. Schwerpunkt seiner Ausführungen lag jedoch bei der Corona-Teststrecke, die der Verein mit ehrenamtlichen Mitgliedern über 14 Monate an circa vier Tagen pro Woche besetzt hatte. Der größte Teil der insgesamt 5256 registrierten Helferstunden entfielen auf diese Aktion, "wobei die Zeiten im Hintergrund für Abstimmung und Organisation nicht erfasst sind".

Strömungsrettung an der Tiroler Ache

Für das "JET" alias Jugendeinsatzteam berichtete Jan Wehner und zeigte dabei auf, wie die Jugendlichen an den Ernstfall herangeführt werden. Persönliches Highlight war für ihn der Schnuppertag "Strömungsrettung an der Tiroler Ache". Johannes Dünninger berichtete von der Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schönhagen an der Ostsee, wo man mehrere Wochen im Jahr den Wachdienst am Badestrand übernimmt - insgesamt habe man 1050 Stunden hierfür aufgebracht. Nina Rittelmeier berichtete von der Jugendabteilung, die neben ihrem Engagement bei den Schwimmkursen auch die Gemeinschaft durch Schnitzeljagd oder Radtouren pflegt.

Ehrenamtliches Engagement gelobt

In den Grußworten von Stadträtin Martha Müller, Manfred Markert, Landrat Thomas Bold und Stadtbrandinspektor Harald Albert wurde das ehrenamtliche Engagement der DLRG-Truppe gelobt. Trotz widriger Umstände mit Hallenbad-Schließung oder Corona sei man aktiv geblieben und habe die Chancen genutzt. "Ihr seid eine Super-Truppe, auf die man sich verlassen kann", lautete das Fazit, und Harald Albert bedankte sich noch für die hervorragende Zusammenarbeit im Reigen der Hilfsdienste.

Den Abschluss bildeten die Siegerehrung im Rahmen der vereinsinternen Wettkämpfe im Rettungsschwimmen und die Bekräftigung von Markus Brandl: "Wir lieben es pragmatisch. Die Lösungen müssen schnell und unkompliziert sein. Das Bürokratische können wir nachträglich machen."