Unter anderem legte der Landkreis Bad Kissingen die endgültigen Pläne für den Erweiterungsbau in der Mühlgasse vor. Der Entwurf für das Verwaltungsgebäude hatte sich im Herbst in einem Architekten-Wettbewerb durchgesetzt. Deshalb sah auch die Verwaltung die Gestaltung und die höhere Grundflächenzahl als verträglich mit der angrenzenden Innenstadt an.


Versetzte Dachflächen

Der Neubau ist unter anderem in Richtung Stadtbücherei auf drei Geschosse abgestuft, in Richtung Landratsamt sind vier Geschosse vorgesehen. Wegen der steilen Dächer der Nachbargebäude wurde als Vergleich nicht die Dachrinne, sondern der First herangezogen. Auch hier kommt die Verwaltung zu dem Ergebnis, dass sich das Verwaltungsgebäude mit Flachdach gut einfügt. Noch nicht vorgelegt wurde der Nachweis über die Abstandsflächen, der Bauausschuss stimmte jedoch der offensichtlichen Nicht-Einhaltung der Abstandsflächen in westlicher und nördlicher Richtung zu. Zudem wurde die Verwaltung beauftragt, über die Begradigung der Grundstücksgrenzen zu verhandeln.


Eigenes Wasserrechtsverfahren

Nicht beantwortet wurde in der Sitzung die Frage nach der künftigen Führung des Mühlbaches: "Kann das Wasser noch unter der Bücherei durchfließen?" Dazu habe die Stadt noch keine Unterlagen, weil diese Frage nicht Teil der Baugenehmigung, sondern eines getrennten Wasserrechtsverfahrens sei.
Vergeben wurde in der Sittzung auch die Instandsetzung und Verkehrssicherung an der Fassade der Lindesmühle. Dabei handelt es sich um den zweiten Bauabschnitt der Arbeiten am städtischen Servicebetrieb. Die Firma Jürgen Enders aus Fulda erhielt den Zuschlag für 108 749 Euro, die Kostenschätzung hatte bei 132 305 Euro gelegen.
Einwände erhob die Stadt gegen den Antrag der Gemeinde Künzell auf Abweichung vom Regionalplan Nordhessen wegen der geplanten Verlagerung des Möbelhauses Sommerlad von Petersberg nach Künzell. Die Stadt Bad Kissingen wurde dazu gehört, weil sie trotz 62 Kilometer Entfernung noch im landesplanerischen Einzugsbereich des Großprojektes liegt. Die Stadt befürchtet eine Steigerung des Einkaufsverhaltens und fordert deshalb eine "deutliche Reduzierung der zentrenrelevanten Randsortimente".
Auf Antrag von Bernd Czelustek (SPD) wurde das Thema Baulandentwicklung von der Tagesordnung gestrichen. Das Gremium folgte einstimmig seiner Argumentation, dass zunächst das Gemeindeentwicklungskonzept abgewartet werden soll.
Keine Einwände gab es gegen mehrere Bauvorhaben, die dem Ausschuss vorgelegt wurden: Stefan Falkenberg plant den Abbruch und Naubau eines Wohn- und Geschäftshauses in der Spargasse 11. Besonders gelobt wurde die Idee der Verwaltung, einen Teil der alten Stadtmauer im Erdgeschoss sichtbar zu machen. Maria Greb plant den Neubau eines Einfamilienhauses in der Eichendorffstraße, als Auflage verwies der Ausschuss auf die notwendige Erschließung des Grundstückes.


Neuer Wohnraum entsteht

Den Trockenraum im Dachgeschoss in eine Wohnung umwandeln sowie Dachgauben und Balkone anbauen will Ewald Greubel in der Karl-Streit-Straße 18. Dem stimmte der Ausschuss ebenso zu wie dem Neubau eines Einfamilienhauses in der Hausener Straße 51 und der Voranfrage zur Aufstockung eines Mehrfamilienhauses samt Vergrößerung von Balkonen in der Theresienstraße 6.