Ein "Stimmungsmacher im Handumdrehen" - so steht es auf seiner Drehorgel - ist Helmut Hofmann. Der 60-jährige Vorruheständler und ehemalige Koch aus dem hessischen Oberaula ist seit Mitte Juni auf Deutschland-Tour. Sein Ziel: 5000 Euro für die Deutsche Krebshilfe sammeln. Besonders liegen ihm dabei die kranken Kinder am Herzen.
Mit seinem Elektromobil hat "Hessen-Helmut" - wie er sich selbst auch nennt - schon in diversen Bundesländern Station gemacht.
Er reiste über Münster, Hameln, Hannover, Bremen, Hamburg, Schwerin, Müritzsee, Berlin und Leipzig bis nach Erfurt. Nach rund 3000 Kilometern legte er dann als Lokalmatador beim heimischen Marktfest in Oberaula einen Zwischenstopp ein.

"Freundlich aufgenommen"

"Die Idee ist nach den vielen Radtouren durch Deutschland gereift, die ich in den vergangenen 25 Jahren mit meiner Frau Ute unternommen habe", erklärte Hofmann am Dienstagabend im Gasthaus und Hotel Waldeck in Reith.
"Hessen-Helmut" ist seinem Ziel auch schon recht nahe, denn er hat schon über 4000 Euro an Spenden gesammelt. "Bisher hat alles eigentlich nach Plan geklappt. Auch wurde ich bis auf wenige Ausnahmen immer freundlich aufgenommen", freute sich der 60-Jährige. Die Hotels und Gaststätten ließen ihn kostenlos übernachten. Für weitere Kosten nimmt er Geld von seinem Reisekonto.
"Das habe ich mir bei meinen Auftritten als Weihnachtsmann aufgebaut", erzählt der Vorruheständler. Ein besonderes Erlebnis hatte er in Hannover. Dort wurde seine Aktion nämlich im Gottesdienst erläutert. Am Kirchplatz gab es dann im Anschluss bei seinen Drehorgel-Melodien reichlich Spenden.

Akku musste aufgeladen werden

Eine besondere Station war auch Dinkelsbühl, seine Deleika-Drehorgel stammt aus dieser Stadt. Grundsätzlich ist das Spielen in der Stadt nicht zulässig. "Aber als die Stadtväter von meiner Aktion hörten, machten sie eine Ausnahme und ließen es zu, dass meine Orgel am Rathausplatz erklingt. Ein feiner Zug", so Hofmann.
Warum machte er jetzt ausgerechnet Reith Station? "Das liegt daran, dass ich so knapp 100 Kilometer mit meinem Elektrofahrzeug fahren kann. Danach muss der Akku nachgeladen werden", erläuterte der 60-Jährige.

Großzügiger Gastronom

Bei seinem Anruf erklärte sich der Besitzer des Hotels Waldeck, Kai Achilles, sofort bereit, ihn vor seinen Gästen auftreten zu lassen. Spontan fütterte Achilles auch die Spendendose gleich mit 150 Euro. Helmut Hofmann kurbelte an seiner Orgel und sang dazu, Volkslieder und alte Schlager erklangen. In seinem blauen Hessen-Kittel, auf dem Kopf ein Schwälmer Hut, bot er zudem was fürs Auge. Die Gäste klatschten nicht nur Beifall für den schönen Abend, sie fütterten auch großzügig die Blechdose von "Hessen Helmut".