Viele kleine Forscherfrösche gibt es in Premich. Knapp zwei Jahre haben sie wöchentlich miteinander geforscht und experimentiert sowie jede Menge Erfahrungen rund um das Thema Steine gewinnen können. Von der Stiftung "Haus der kleinen Forscher" wurde die Kindertagesstätte "St. Elisabeth" in Premich für dieses intensive Engagement in der frühkindlichen "MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik)-Bildung" nun bereits zum dritten Mal zertifiziert.

Ein Forscherfest, mit Urkundenüberreichung durch Anne Weiß, Projektmanagerin der Region Mainfranken GmbH, und Besuch des Landtagsabgeordneten Sandro Kirchner (CSU), war der Höhepunkt der diesjährigen Forschungsreise.

Nur eine von sechs Einrichtungen

Die Premicher Kindertagesstätte ist eine von rund 600 Kitas in der Region Mainfranken, aber nur eine von sechs Einrichtungen, die es bis zur dritten Zertifizierung durch das "Haus der kleinen Forscher" geschafft haben.

Die "Bramicher Forscherfrösche", das sind die Vorschulkinder, die im Herbst in die Schule kommen. Sie wurden mit dem Forscherfest gleichzeitig auch verabschiedet, wobei viele nach den Sommerferien als Hortkinder erneut die Einrichtung besuchen werden. Ihre Lieblingsexperimente haben sie beim Forscherfest, das Corona-bedingt nur für sie stattfand, noch einmal erleben dürfen. Als Erinnerung an die tolle Forscherzeit haben sie ihre gesammelten Forscher-Ergebnisse zum Abschluss mit nach Hause nehmen dürfen.

Steine, Steine, Steine

Der Titel des Jahresprojektes lautete "Überall gibt's Steine?! - Ist Stein gleich Stein?!" Kinderpflegerin Anita Walter, die schon in den vorherigen Jahren die Forschungsleitung inne hatte, machte sich gemeinsam mit den Kindern viele Gedanken zum Thema, hatte Partner gefunden und die verschiedenen Module umgesetzt. Es wurden verschiedene Steine gesammelt und der Frage nachgegangen, aus was Steine eigentlich bestehen: Ob es wertvolle und wertlose Steine gibt, wo Steine zu finden sind, und wozu man sie eigentlich braucht? Den Fragen, was Steine alles können, und wie sie zu unterscheiden sind, gingen die "Bramicher Forscherfrösche" bei der Baufirma Zehe nach. Hier erfuhren sie auch, wie Steine hergestellt werden, welche Namen sie haben und wie die Bauarbeiter mit ihnen werkeln.

Die kleinen Forscher sind aber auch tief in die Geschichte eingestiegen, sie erfuhren, was es mit der Steinzeit und den Steinzeitmenschen auf sich hat. Sie erfuhren wie Bildhauer Steine bearbeiten, züchteten selbst Kristalle. Und natürlich spielten sie auch mit Steinen, bastelten und malten sie an. Für die Gäste gab es nette kleine Steingeschenke mit den Fingerabdrücken der "Bramicher Forscherfrösche".

Wie kamen Anita Wagner, Erzieherin Franziska Metz und Kindergartenleiterin Aileen Schöppner überhaupt auf das Thema Steine, nachdem 2014 das Thema "Wasser" und 2016 das Thema "Müll" im Vordergrund standen? Im Kindergarten wurde 2019 ein Insektenhotel und eine Kräuterschnecke gebaut. "Schon da hatten die Kinder großes Interesse an Steinen", erinnert sich Schöppner zurück. "Immer wieder war es Thema im Morgenkreis. Die Kinder berichteten von Urlaubserlebnissen und den gesammelten Steinen. Dabei stellten fest, dass an ganz unterschiedlichen Urlaubsorten, am Meer, in den Bergen oder zu Hause, überall Steine zu finden sind. Die Kinder brachten ihre schönsten Erinnerungssteine mit in den Kindergarten und erzählte ihre Geschichten dazu."

Werkstatt, Ausflüge und Weihnachtsgeschenk

Das Thema ließ die Kinder nicht los, gemeinsam wurden Fragen und Ideen gesammelt, und so entstand die Projektgruppe mit 25 Forscherfröschen, die sich jeden Dienstag zum gemeinsamen Forschen und Experimentieren trafen. Eine Werkstatt wurde eingerichtet, um mit den Steinen arbeiten zu können, Schutzbrillen und Arbeitshandschuhe waren nötig. Ausflüge wurden unternommen, an den Bach um Steine flippen zu lassen und zum Basaltwerk und Basaltsee. Ein Steinbild wurde als Weihnachtsgeschenk für die Eltern erstellt, und es wurde mit Ton, Gips und Zement gearbeitet.

Damit auch die Kinder, die während der Pandemie nicht die Einrichtung besuchen konnten, zu Hause weiter forschten, gab es jeden Dienstag Post von den Forscherfröschen.

Seit Juni 2019 ist die Region Mainfranken GmbH offizieller Netzwerkpartner der Stiftung "Haus der kleinen Forscher" und organisiert das MINT-Fortbildungsangebot für Erzieherinnen und Erzieher in ganz Mainfranken. Die zuständige Projektkoordinatorin Anne Weiß freute sich sehr über das Engagement der Premicher Kindertagesstätte. Durch die Forschungsangebote des "Haus der kleinen Forscher" werden Bildungschancen verbessert und naturwissenschaftliches Interesse gefördert.

Auch Sandro Kirchner lobte die Arbeit des Kindergartens. Das Thema Steine habe die Heimatverbundenheit der Kinder sicherlich auf besondere Weise gestärkt.

Hintergrund

Die gemeinnützige Stiftung "Haus der kleinen Forscher" engagiert sich bundesweit für gute frühe Bildung in den MINT-Bereichen, mit dem Ziel, Mädchen und Jungen stark für die Zukunft zu machen und zu nachhaltigem Handeln zu befähigen. Gemeinsam mit ihren Netzwerkpartnern vor Ort bietet sie ein Bildungsprogramm an, das pädagogischen Fach- und Lehrkräfte dabei unterstützt, Kinder im Kita-und Grundschulalter beim Entdecken, Forschen und Lernen zu begleiten. Gefördert wird die Stiftung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

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