Gute Nachrichten hatte Christoph Hübner am Montagabend für die Mitglieder des Forstausschusses. Der Referendar des AELF (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten) konnte von einem satten Gewinn des städtischen Forstbetriebs im Jahr 2012 berichten: 214 574 Euro. "Die Zahlen sind vorläufig, aber daran wird sich vermutlich nicht mehr viel ändern", so Hübner.

Vor allem Kiefern und Buchen

Der Holzeinschlag lag mit 11.840 Festmetern knapp unter der Vorgabe von 12.000. Geschlagen wurden vor allem Kiefern (45 Prozent) und Buchen (35 Prozent) sowie Fichten (6 Prozent), Eichen (3 Prozent) und Lärchen (1 Prozent). Durch den Verkauf des Holzes erlöste der Betrieb rund 400.000 Euro, größter Posten auf der Einnahmeseite.

Bei den Ausgaben rangierten die Personalkosten mit fast 182.000 Euro an erster Stelle. Eine größere Summe wurde mit gut 41.000 Euro auch für das Rücken des Holzes fällig.

Die Stadträte hatten mit einem so guten Ergebnis nicht gerechnet. Der Erlös aus dem Holzverkauf war im Ansatz gut 56.000 Euro niedriger gewesen. Zudem flossen rund 63.000 Euro in die Kasse bei den vermischten Einnahmen. "Das ist eine Ausgleichsleistung für die Inanspruchnahme der städtischen Flächen beim Bau der Gasleitung", erklärte der Leiter der städtischen Forstverwaltung, Hubertus Tumpach, auf Nachfrage von Stadtrat Walter Bay (Grüne/BfU).

Von dem Gewinn soll jetzt die Hälfte, gut 107.000 Euro, in die Forstrücklage eingestellt werden. Die andere Hälfte kommt dem Etat der Kommune zugute. "Dadurch verbessert sich auch unsere finanzielle Lage für den Haushalt 2013 etwas", bestätigte Bürgermeister Ernst Stross (SPD) auf Anfrage von CSU-Stadtrat Patrick Bindrum.

Heuer sieht die Planung des Forstbetriebs laut Christoph Hübner einen Einschlag von 12 045 Festmetern vor. Mehr Bäume als geplant sollen in Beständen gefällt werden, in denen Pflege und Verjüngung ineinander greifen. "Grund ist die Rentabilität des Yarder-Einsatzes am Steilhang", erklärte Hübner.

Wie ein solcher Yarder, ein mobiler Seilkran, die Stämme am Hang sicher nach oben befördert, erklärte der Referendar bei einem Ortstermin im Forst vor der Sitzung. Vorgesehen für solch einen Einsatz sind Flächen in den Bereichen Gößelberg, Leitenberg und Mühlschlag.

Rentabel durch Fördergelder

Der Einsatz eines Yarders kostet zwar rund 35 Euro pro Festmeter, wird aber mit etwa 15 Euro pro Festmeter gefördert. Grund: Bei den betreffenden Flächen handelt es sich um Schutzwald zur Hangsicherung. "Damit sind wir dann ungefähr bei Beträgen, die auch ein Harvester-Einsatz kosten würde", betonte Christoph Hübner. Er riet, sich mit anderen Betrieben mit ähnlichen Steilhängen beim Einsatz des Yarders abzusprechen. So lasse sich eventuell ein günstigerer Preis aushandeln.

Mit 420.000 Euro prognostiziert der AELF-Referendar die für 2013 zu erwartenden Erlöse aus dem Holzverkauf. Dem stehen allerdings Rückekosten von rund 140.000 Euro gegenüber wegen des erforderlichen Einsatzes von Unternehmen. Unterm Strich hat Hübner für diesses Jahr einen Gewinn von gut 52.000 Euro kalkuliert.

In den Wegebau, der im vorigen Jahr ausgefallen ist, wird der Forstbetrieb heuer rund 240.000 Euro investieren. Entstehen sollen der Besenstielweg bei Morlesau (1258 Meter), der Theresientalweg (711 Meter) und der Geilesbergweg (850 Meter). Bei einem Ortstermin zum Besen-stielweg vor der Sitzung machte Forstoberrat Klaus Wilm vom AELF die Bedeutung deutlich: "So können wir 51 Hektar Wald erschließen, die bislang nur schwer zugänglich waren."

Halbe Million Euro zurückgelegt

SPD-Fraktionssprecher Reinhard Schaupp wollte wissen, wie hoch die Rücklagen des Forstes sind. Hubertus Tumpach erklärte, er kenne die genauen Zahlen nicht, gehe aber von etwa einer halben Million Euro aus. "Das Geld brauchen wir aber in den nächsten Jahren dringend für den Wegebau", unterstrich der Leiter der städtischen Forstverwaltung. Am Ende stimmt der Ausschuss einmütig für den Jahresbetriebsplan 2013.