Bruno Blenk hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen: "Ein Tag Bamberg ist wie drei Tage Korsika, so schön ist es hier." So wirbt er beim Frühjahrsmarkt für einen Besuch in seiner Heimatstadt. In Hammelburg findet Blenk es aber auch schön, seit über 30 Jahren schon kommt er mit seinem "Bamberger Gewürzstand" zu den Märkten.

Seine Ware kauft er direkt bei den Gewürzmühlen ein, frisch gemahlen wird sie direkt verpackt. "Da ist kein Glutamat drin, und auch keine Farbstoffe. Die Kunden wissen die Qualität zu schätzen und sind auch bereit, dafür etwas mehr zu zahlen", betont der Bamberger.

Eine Stammkundin ist Wilma Hofmann, die extra aus Arnstein angereist ist. Sie kauft seit vielen Jahren beim "Bamberger Gewürzstand". Ihre Wild-Gerichte würzt sie mit speziellen Kräutern, die sie nur von Blenk haben möchte. "Auch Himalaya-Salz kaufe ich hier, das gibt es ja auch nicht überall", sagt sie.

Mit Besonderheiten wartet auch Lothar Schramm auf, zum Beispiel seinem Multihobel. Mit diversen Einsätzen und messerscharfen Klingen schneidet, schält und hobelt er in Windeseile Kartoffeln, Möhren, Gurken und mehr. Die Kundin darf das selbst auch ausprobieren, ist begeistert und greift zum Geldbeutel. "Diese Produkte kann man nur auf Messen und Ausstellungen kaufen. Die werden in keinem Laden angeboten", sagt Schramm.
Seit 28 Jahren kommt auch er schon zu den Märkten nach Hammelburg und hat einen großen Kundenkreis. Neben Haushaltswaren aller Art bietet er landwirtschaftlichen Kleinbedarf, Besen, Bürsten und Holzwaren aus dem Steigerwald an. "Zum Beispiel selbst gedrechselte Ersatzgriffe aus Holz für die Schubkarre. Wo gibt es die sonst noch?", fragt er.

Einige der Waren aus Holz oder Rohr werden von Rentnern im Steigerwald angefertigt, die es von früher auch noch gewohnt sind, zu reparieren anstatt wegzuwerfen. Wem zum Beispiel ein Zinken an seinem hölzernen Rechen fehlt, der wird auch bei Lothar Schramm fündig.

Bei Stahlwaren setzt er auf Produkte aus Solingen, gefertigt in kleinen Handwerksbetrieben. "Nix aus China oder Hongkong, wie es in vielen Supermärkten angeboten wird", betont der Händler aus Oberaurach.
Mit Qualität kann er bei seinen Kunden punkten, zum Beispiel bei Bruno Kartmann. "Ich habe hier eine Knoblauchpresse gekauft, die funktioniert viel besser als die aus dem Supermarkt, die ich vorher hatte", versichert Kartmann.

Rund 25000 Besucher

Der städtische Marktleiter August Brendan zeigte sich am Sonntagnachmittag mit der Resonanz sehr zufrieden. "Die Zahlen vom letzten Michaelsmarkt konnten zwar nicht erreicht werden, dennoch kamen an beiden Tagen über 25 000 Besucher", schätzte Brendan.
Wie in den Vorjahren strömten bei schönem Wetter vor allem am Sonntag, ab der Mittagszeit viele Menschen in die Stadt. Sie wurden am Marktplatz und in den angrenzenden Straßen von 85 Markthändlern erwartet, darunter 15 Propagandisten mit Messeneuheiten.

Auch der Puppendoktor hatte bei seiner letzten Sprechstunde in Hammelburg wieder ein volles Wartezimmer. "130 Patienten wurden zu ihm gebracht", hat Brendan erfahren. Im Rathaus waren zudem 20 Kunsthandwerker untergebracht. Ihre Vorführungen stießen ebenso auf Interesse.