Wie viele fränkische Orte besaß und besitzt der Markt Sulzthal auch heute noch einen Lindenbaum mit umlaufenden Sitzen, die zu allen Zeiten von älteren Ortsbürgern vor allem bei gutem Wetter gerne besetzt wurden. Die im Jahre 1838 neu gepflanzte Linde erreichte ein Alter von nur 100 Jahren und wurde wegen Kernfäule umgelegt. Im April 1944 wurde eine neue gesetzt.

Unter diesen Linden versammelten sich schon vor Jahrhunderten die Ortsnachbarn, um die neuesten Verordnungen der Obrigkeit zu vernehmen. Die Zusammenkünfte unter der Linde zur Entgegennahme von Bekanntmachungen hielten sich bis in die Neuzeit. In der Regel erfolgten sie Sonntags nach dem Frühgottesdienst nach Bedarf durch den "Polizeidiener".

Nach einer Komplett-Renovierung erstrahlt die "Sulzler Linebaank" jetzt wieder in neuem Glanz. Diese neueste und auch teuerste Aktion war eine von vielen, die teilweise im Ehrenamt durchgeführt wurden. 2014 kam die Idee auf, am neuen Dorfplatz einen Maibaum aufzustellen. Beim ersten Fest war aus Versehen die doppelte Biermenge geordert worden, aber auch die wurde an die Festbesucher verkauft. Seitdem wird der Erlös dieser Feste hergenommen, um damit ein kleines Projekt zu verwirklichen, um Sulzthal ein wenig attraktiver zu gestalten. Verantwortlich für die Maibaumfeste ist der Markt Sulzthal, durchgeführt werden sie von den "Faschings-Vierteln".

Weitere Aktionen waren das Aufstellen von Ruhebänken, die Verschönerungen der Ortseingangstafeln, ein Schild über der Küche des Dorfplatzes und Renovierungsarbeiten am Oberen Dorfbrunnen. Verantwortlich zeigten sich für das Viertel "Schlange" Ludwig Edelmann und Emil Trautenbach, für die "Hohe Straße" Klaus Keller und Achim Neder, für die "Eichstraße" Alfred Tremer und Dietmar Neder und für das "Bug" Meta Endres und Irmina Schießer. Obwohl das Dorf natürlich längst gewachsen ist bleiben die Viertel-Namen analog dem Weiber-Fasching so bestehen.

Helmut Keller überwacht als Kassier die Finanzierung der Projekte. Bürgermeister August Weingart bedankte sich jetzt für die ehrenamtlichen Tätigkeiten mit einer kleinen Dankesfeier bei Würstchen und Bier. Die Gruppe hat auch schon ein neues Projekt im Visier. So sollen die Ortseingangstafeln mit einer Schiebewand erweitert werden, auf der die Vereine mit Emblem und Plakat auf Ereignisse und Festivitäten hinweisen können.