Sanierungsbedürftig sind die historischen Stationen des Kreuzweges im Friedhofsbereich. Vor einigen Wochen habe es dort einen Ortstermin mit dem Denkmalschutz gegeben, berichtete Bürgermeister August Weingart seinen Räten. Ein inzwischen eingetroffenes Angebot einer Firma werde im nicht öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung behandelt. Keinesfalls sollen die stark verwitterten, aber schutzwürdigen Stationen entsorgt werden. Weingart: "Die Kirche in Sulzthal sammelt schon für entsprechende Spenden." Die Marktgemeinde hofft jetzt auf zusätzliche Unterstützung durch Bezirks- und Landesmittel.
Im Gemeinde-Haushalt seien insgesamt 160 000 Euro für diese Sanierung eingeplant, erklärte Kämmerer Norbert Winter, als er den Investitionsplan und die Haushaltssatzung für 2016 vorstellte. Die Summe verteile sich heuer und in den kommenden Jahren auf jeweils 30 000 Euro. Die weiteren größeren Posten sind die Bachlaufsanierung, die Erschließung des erweiterten Baugebietes Haiger, die Sanierung der Kläranlage, ein neuer Traktor für den Forst sowie der Erwerb von Grundstücken.
Mit rund 2,6 Millionen Euro liegt das Sulzthaler Haushaltsvolumen heuer leicht über dem des Vorjahres. Auf den Verwaltungs-Haushalt entfallen davon knapp 1,8 Millionen Euro und auf den Vermögens-Haushalt rund 817 000 Euro. Die Räte freuten sich über den Anstieg der Gewerbesteuer bei gleichbleibenden Hebesätzen. Leicht gestiegen sind die Umlagen für die Verbandsschule, für den Landkreis und für die Verwaltungsgemeinschaft. "Sulzthal gehört mit 872 Einwohnern zu den kleinsten Gemeinden im Landkreis", sagte Winter. Die Pro-Kopf-Verschuldung liege zum Jahresende 2016 bei 143 Euro, also weit unter dem Landesdurchschnitt (500 Euro) vergleichbarer Gemeinden. Heuer soll kein Kredit aufgenommen werden. Die Haushaltssatzung und der Investitionsplan erhielten die volle Zustimmung des Gemeinderates.


5000 Kubik Wasser weg

Ein Rätsel ist der Schwund von 5000 Kubikmetern Trinkwasser, dem die Sulzthaler Marktgemeinde jetzt auf den Grund gehen will. Kämmerer Winter ließ durchblicken, dass ohnehin eine baldig Erhöhung der Verbrauchergebühren für Trinkwasser und Abwasser ins Haus stünden. Finanzielle Unterdeckung gebe es auch bei den Friedhofsgebühren. Eine zukünftig sichere Einnahmequelle sei hingegen durch die Windenergie zu erwarten.
Mit der Teilerschließung des Baugebietes Haiger II soll Abhilfe für Bauwillige geschaffen werden. Weingart: "Vorhandene Grundstücke werden von privater Seite zurzeit nicht bei uns angeboten, und in der Gemeindehand sind keine mehr." Vorzeitigen Baubeginn soll es für die Sanierung des Baulaufes geben, berichtete Weingart von Gesprächen mit den zuständigen Ämtern. Geprüft werde momentan, ob die von Euerdorf gewünschte Variante für die Abwasserleitung von der Kläranlage zur Fränkischen Saale realisiert werden könne.
Bedauert wurde, dass trotz Antrag und aufwendiger Planungsvorarbeit Sulzthal nicht in den Genuss des Kommunalen Investitions-Programms (KIP) kam. Gefreut hatten sich die Räte über ihren Anwohner Toni Hesselbach, der jetzt Kreis-Handwerks-Innungsmeister geworden sei.
Weingart berichtete von der Begehung des Schlangenweges und des Lagbergs. Bis auf wenige kleine Ausbesserungen sei nichts zu sanieren. "Anwohner können bei der Gemeinde einen Spezialmörtel erhalten, mit dem sie diese Arbeiten erledigen können", so Weingart.
Außerdem empfahl er ihnen, die wild wachsenden Zackenschoten zu entfernen. Sein Dank galt allen freiwilligen Helfern, die bei dem neuen Ortsschild, bei der Maibaumaufstellung, beim Kniestuhl und im Geräteraum halfen.