Die Köpfe der Räte rauchten nach etwa eineinhalb Stunden, als der beauftragte Planer Klaus Wolf mit seinem Fachvortrag über den geplanten zweiten großen Bauabschnitt der Kissinger Straße (zwischen Thulbabrücke und Anschluss an die Staatsstraße 2291 in Richtung Albertshausen) seinen Entwurf zur Sanierung vorstellte.

Nicht die Kosten von rund 950 000 Euro, die knapp unter einer ersten Schätzung liegen, sondern die der Sanierungsmaßnahme zum Opfer fallenden Bäume brachten mit einer Diskussion wieder Leben in den Sitzungssaal. Die Alleebäume stehen den geplanten Baumaßnahmen nämlich im Weg und sollen gefällt werden. "Dann sollten wir mit der Pflanzung neuer Bäumchen wenigstens dafür sorgen, dass der Alleecharakter in diesem Teil der Kissinger Straße wieder hergestellt wird", forderte Margot Schottdorf. Die Räte folgten diesem Vorschlag zur Erhaltung des Alleecharakters mit ihrem einstimmigen Beschluss. Rechtzeitig vor der Anliegerversammlung am 20. Oktober (zum Thema Marktplatzgestaltung) soll es noch einen Ortstermin in der Kissinger Straße wegen der Alleebäume geben, kündigte Bürgermeister Gotthard Schlereth (CSU/ FW) an.


Radwegbrücke umstritten

Weiteren Diskussionsbedarf gab es zum Thema Radweg in dem vorgenannten Bereich der Kissinger Straße. "Muss es denn so teuer werden?", wollte Holger Fröhlich unter Hinweis auf eine Brücke extra für die Radfahrer über die Lauter wissen. Da könnten doch 150 000 Euro eingespart werden. Dem entgegnete Schlereth mit seinem Credo für das intakte Radwegenetz im Landkreis Bad Kissingen: "Die Diskussion darüber, alle Ortsteile des Marktes Oberthulba in das Radnetz zu integrieren, haben wir längst positiv entschieden. Jetzt sollten wir auch für die Anbindung in der Region sorgen", so Schlereth. Das Abstimmergebnis befürwortete die Maßnahme mit 17:1 Stimmen.


Probleme mit dem Pflaster

In den Blickpunkt der Sanierungsmaßnahmen geriet auch die Einmündung der Ledergasse in die Kissinger Straße nahe der neuen Thulbabrücke. Wolf erläuterte, dass die bestehende Pflasterung Probleme für den Abfluss des Oberflächenwassers bringt. Seinen Verbesserungsvorschlägen mit Einsatz von Bitumen und Entwässerungsrinnen folgten die Räte durch ihren Beschluss.

Eine weitere Baustelle gibt es zurzeit in der Hammelburger Straße im Bereich der Einmündung Baumgarten. Im Innenbereich der leicht begradigten Kurve würden Pflanzbeete angelegt, damit dort nicht geparkt werden könne, erklärte 2. Bürgermeister Jürgen Kolb. Diese Maßnahme gelte der Verkehrsberuhigung und Sicherheit. Der Winter steht vor der Türe. Deshalb hat die Marktgemeinde jetzt einen Auftrag für die Beschaffung eines weiteren Schneepfluges an die BayWa Bad Brückenau vergeben. Die Höhe des Kaufpreises wurde nicht öffentlich genannt.


Vertrag mit der Bücherei

Die Katholische Öffentliche Bücherei Oberthulba, die im Treppengiebelhaus Thulba ihre neue Bleibe gefunden hat (wir berichteten), soll jetzt mit einem Vertrag in den Markt eingebunden werden, beschlossen die Räte einhellig. Der Vertrag gelte für zehn Jahre und könne nach Ablauf in Abschnitten von jeweils weiteren fünf Jahren verlängert werden, erläuterte Schlereth. Die Marktgemeinde habe in die Sanierung des historischen Gebäudes rund 27 000 Euro investiert und die Kosten für Heizung, Strom und EDV bisher übernommen.