Zum Ende des Jahres steht der Markt-Apotheke in Oberthulba ein Inhaberwechsel bevor. Der langjährige Besitzer, Anton Schorn, übergibt sein Lebenswerk in jüngere Hände. Ab dem 1. Januar führt Andreas Halbritter die Markt-Apotheke.

"Ich gebe meine Apotheke mit einem lachenden und einem weinenden Auge weiter ", räumt Anton Schorn ein. "Lachend, weil ich künftig mehr Zeit für meine Familie, die drei Enkelkinder, zum Wandern und Tennisspielen und für die Vereine habe, in denen ich Mitglied bin. Das weinende Auge steht natürlich dafür, weil es schmerzt, sich aus einem erfolgreichen Berufsleben zurückzuziehen".

Anton Schorn studierte in Bamberg und Münster Pharmazie und legte 1974 sein Staatsexamen ab. Danach arbeitete er als angestellter Apotheker in Leonberg, Schweinfurt und Ebelsbach, um im März 1979 den Schritt in die Selbstständigkeit in der Oberthulbaer Hinteren Torstraße zu wagen, wo er mit seiner Gattin Edith eine Apotheke eröffnete. Er folgte damit dem Ruf von Ex-Bürgermeisters Herbert Neder, der die Gesundheitsvorsorge im Markt sicher stellen wollte.

Der Umzug in die eigenen Räume des neu errichteten Wohn- und Geschäftshauses in der Hammelburger Straße erfolgte im Dezember 1983. Denn die bisherigen Räume waren für Schorn und sein Team zu klein geworden. Zudem fehlten Parkmöglichkeiten am Haus. Nur sieben Jahre später wurde während des laufenden Betriebs in mehreren Wochen komplett umgebaut. Die "Freiluft-Apotheke" mit dem provisorischen Verkaufstresen an der Hintertür dürfte einigen Kunden noch in Erinnerung sein.Schließlich präsentierte sich die Apotheke mit größerem und hellerem Kundenbereich.

Die Entwicklungen im Gesundheitswesen schritten enorm voran, was bedeutete, dass man sich auch als Apotheker ständig weiterbilden und informieren musste. Daher war es Anton Schorn besonders wichtig, ständig auf dem neuesten Wissensstand zu bleiben. So ließ er sich in der Offizin-Pharmazie, das ist ist das Teilgebiet der Pharmazie, das sich insbesondere mit der Entwicklung, Herstellung, Prüfung und Abgabe von Arzneimitteln sowie Information und Beratung darüber befasst, fortbilden und legte stets Wert darauf, dass auch seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig geschult wurden.

Die Maxime des "Apothekers aus Leidenschaft": "Der Kunde soll glücklicher rausgehen, als er reingekommen ist". Sein wichtigstes Prinzip heißt "stets ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte des Kunden zu haben, aber ihnen auch mit Rat, Tat, Engagement und den richtigen Arzneimitteln zu helfen".

Dankbar ist der künftige Pensionär seinen Kunden für das Vertrauen und die Treue, seinem Team für dessen Engagement und den respektvollen Umgang sowie den Ärzten der Marktgemeinde und Lieferanten, aber auch seiner Gattin Edith für deren Unterstützung auch in schwierigen Zeiten sowie seiner Tochter Mirjam, die seit 17 Jahren hier als Apothekerin tätig ist.

"Ich wollte schon immer eine Dorfapotheke führen", sagt der 38-jährige Andreas Halbritter. In der Nähe von Hanau geboren, absolvierte er sein Pharmazie-Studium in Frankfurt/Main. Derzeit lebt er noch in Bad Kissingen , wo er als angestellter Apotheker arbeitete, ist aber bereits dabei, nach Oberthulba umzuziehen. Er ist verheiratet und Vater von vier Kindern.

"Hier bin ich näher bei den Leuten", sagt Halbritter, der für seine Kunden auch "Seelendoktor" sein und die Menschen kennenlernen will. Zudem sieht er eine breite Basis für den Lieferservice in die Ortsteile und Gemeinden. "Ich bin hier freundlich aufgenommen worden", freut sich der neue Apotheker, der übrigens auch Fußball-Schiedsrichter für die A- und B-Klasse ist.

Bürgermeister Mario Götz verabschiedete das scheidende Apotheker-Ehepaar im Namen der Gemeinde. Andreas Halbritter sicherte er die Unterstützung der Gemeinde zu und wünschte viel Erfolg für den Neuanfang.