In 15 Etappen wird der erste Überbau der 344 Meter langen Klöffelsberg-Brücke betoniert und übers Tal geschoben. 13 Abschnitte sind bereits fertig, rund 10 000 Tonnen wiegt das erste der beiden Bauwerke bislang, bis zur Fertigstellung kommen noch mindestens 2000 Tonnen dazu. Um die Brücke zu schieben, braucht man die Kraft, die einem Gewicht von 600 Tonnen entspricht, denn: "Wir schieben bergauf", berichtet Hartmut Metz, zuständiger Abteilungsleiter bei der Autobahndirektion Nordbayern, Dienststelle Würzburg. In drei bis vier Wochen soll die Richtungsfahrbahn Fulda am südlichen Widerlager ankommen.


Fester Takt unter der Woche

Am nördlichen Widerlager ist ein so genannter Taktkeller eingerichtet, dort geht es fast wie am Fließband zu: Jeden Dienstag werden weitere rund 24 Meter des gut fünf Meter breiten und zwei Meter hohen Hohlkastens betoniert, immer donnerstags folgt die 15,30 Meter breite Fahrbahnplatte. Danach hat die Konstruktion nur vier Tage zum Aushärten, bevor sie mit 270 bar Druck geschoben wird.
Zur Sicherheit wird immer ein Probewürfel gegossen: Erst wenn der am Sonntag einen Härtetest besteht, kann es am Montag los gehen. Sechs Stunden brauchen die Arbeiter für rund 24 Meter Vorschub. Hydraulikpumpen bewegen das Bauwerk, Arbeiter und Helfer sorgen auf jedem der bis zu 22 Meter hohen Pfeiler für möglichst geringe Reibung, indem sie immer wieder Teflonscheiben unterlegen. Zudem kontrollieren sie, dass die Brücke nicht seitlich wegrutscht, schließlich wird um die Kurve herum geschoben.


Bauüberwachung direkt vor Ort

Geleitet vor Ort wird die Baustelle von Daniela Rohracker und Mario Urschlechter von der Autobahndirektion. Sie ist Bauleiterin, er überwacht die Baustelle, nimmt die Bewehrungen ab und kontrolliert den Beton. Die Zusammenarbeit mit Polier Toni Schreiter und dem Team der Firma Arlt loben beide. "Die machen saubere Arbeit, außerdem haben sie nahezu ausschließlich deutsche Mitarbeiter, was bei einer so großen Baustelle eher ungewöhnlich ist", sagt Abteilungsleiter Metz. Für die letzten beiden Takte rechnet die Autobahndirektion gut drei Wochen ein. "Der letzte Takt muss genau ausgerichtet werden", sagt Urschlechter, außerdem wird noch der so genannte Vorbauschnabel abmontiert.


Freigabe zum Jahreswechsel

Ist die Brücke fertig übers Tal geschoben, soll es nahtlos weitergehen: Der Überbau wird mit Epoxidharz und Schweißbahnen abgedichtet, seitlich werden Kappen betoniert, danach folgen Fahrbahn, Prallschutz und Geländer. "Eigentlich wollten wir den Verkehr vor Weihnachten umlegen, aber das kann ins neue Jahr reingehen, weil wir beim Abbruch etwas Zeit verloren haben", berichtet Metz. Ab dann gehe es etwas enger zu: Auf der alten westlichen Brücke stehen 14 Meter zur Verfügung, weil die A 7 in Richtung Würzburg drei Spuren hat. Auf der neuen Brücke muss der vierspurige Baustellenverkehr auf zwölf Meter untergebracht werden.


Fünf Prozent Querneigung

Nach der ersten ist vor der zweiten Brücke: Weil die neuen Brücken exakt an der Stelle der alten stehen, kann erst ab Januar mit dem Abbruch der westlichen Brücke begonnen werden. Wie bereits beim ersten Überbau knabbern Bagger den Beton nach einem festen Plan ab, eine Sprengung komme vor allem wegen der großen Masse der Brücke nicht in Betracht.
Die 25 Millionen Euro teure Baumaßnahme umfasst insgesamt 1540 Meter der A 7 zwischen den Anschluss-Stellen Hammelburg und Wasserlosen. Neben dem Ersatzbau für die in den 1960er Jahren gebaute Brücke wird auch ein Teil der Fahrbahn erneuert. Das ist vor allem wegen der Querneigung notwendig: Die neue Fahrbahn fällt fünf Prozent zum Kurveninnern ab, allein für die eine Brücke bedeutet das einen Höhenunterschied von gut 60 Zentimetern.