Zu einer Begehung des Gemeindewaldes trafen sich Mitglieder des Gemeinderates Sulzthal sowie weitere Interessierte und Bürgermeister August Weingart mit Revierförster Maik Despang und Fabian Menzel, dem Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Rhön-Saale.

Im Fokus standen der Holzeinschlag des Vorjahres samt Rückeweg aus dem vorderen Brachwinkel, der aktuelle Hieb im Steinpfad und im Bereich Lücke sowie eine dort erfolgte Aufforstung mit rund 8000 Jungpflanzen.
Wurden im vergangenen Jahr 3023 Festmeter Holz geerntet, so liegt die momentane Planung mit 2970 Festmetern knapp darunter. Geerntet werde im Forstjahr 2015/ 16 neben den Waldabteilungen Steinpfad und Lücke auch im Einforst, bestätigte Despang. Größere Anpflanzungen sind im vorderen Bühnholz geplant. Insgesamt 500 Hektar ist der Gemeindewald von Sulzthal groß.


Holzstapel sind bereits verkauft

Die Zuhörer interessierten sich auch für die großen Holzstapel geernteter Stämme längs der Waldwege. "Das Holz ist bereits verkauft und wird von den Kunden nach und nach abgeholt", antwortete Menzel. Die Gemeinde habe keinen Zugriff mehr darauf. Das Unverständnis einiger Teilnehmer darüber, so wertvolles Holz unnötig lange der Witterung auszusetzen, könne er nachvollziehen. Andererseits sei zu bedenken, dass die Holz verarbeitenden Betriebe in der Regel nur begrenzte Lagerkapazitäten auf ihrem Firmengelände besäßen.


Investieren lohnt sich

Der Holzpreis ist zurzeit ziemlich stabil. "Deshalb sollte die Gemeinde jetzt schwache Bestände beseitigen und in die gesunde Zukunft des Gemeindewaldes mit gezielter Aufforstung investieren", riet Menzel. Das schmälere zwar den augenblicklichen Gewinn, brächte aber die Nachhaltigkeit eines stabilen Waldes für die nächsten Generationen. "Wenn der Holzpreis derzeit im Keller wäre, könnten wir die Maßnahme der Anpflanzungen gar nicht durchführen", bestätigte Bürgermeister Weingart.


Die Fichte als Brotbaum

"Warum wird jetzt wieder Nadelholz wie zum Beispiel die Fichte gepflanzt, wo doch Fichte lange Zeit nicht mehr auf dem Plan stand?", wollte einer der Zuhörer wissen.

Wegen stets großer und ungebrochener Nachfrage der Holz industrie habe sich die Fichte als lohnender "Brotbaum" erwiesen, so Menzel. Die Fichte sei nun mal das Bauholz schlechthin. Als Mischung mit anderen Laubbaumarten (z. B. Buche) habe die Fichte eine gute Chance, trotz Sturm- und Käferbedrohung zu überleben. Menzel erinnerte daran, dass vor Jahrzehnten die Buche nur einen Bruchteil des heutigen Holzpreises erzielt habe und dass man demzufolge damals völlig anders geplant habe.