Das BandCamp 2020 verwandelte die altehrwürdige Bayerische Musikakademie für vier Tage in ein Pop-und Rockhotel. Für den Popularmusikbeauftragten des Bezirks Unterfranken, Benjamin Haupt, war es gleichzeitig das erste BandCamp in seiner neuen Funktion. "Die Bestimmungen können wir einhalten", war sich Haupt sicher, als die Hygieneverordnung der Musikakademie freigegeben wurde. Beim Intensivkurs für junge Musiker und Bands habe man allerdings auf den Level A (für 12- bis 16-jährige) verzichten müssen, das Mindestalter lag bei 16 Jahren.

Sowohl im Einzel- als auch im Gruppenunterricht bekamen die jungen Musiker die Gelegenheit, den Umgang mit ihrem Musik-Instrument zu verfeinern. Ob Gitarre, Bass, Drums oder Keyboard, für jedes Instrument war ein erfahrener Dozent vor Ort. Vier der sechs erfahrenen Coaches aus ganz Deutschland, die in diesem Jahr ihr Wissen weitergaben, seien selbst einmal Teilnehmer des Camps gewesen. Als Coaches fungierten Toja Semel - Vocals, Achim Gössl - Keyboard, Benedikt Schlereth und Julius Imhäuser - Gitarren, Michael Ende - Bass und Patrick Metzger - Drums.

Hat doch die Corona-Pandemie gerade die Musik- und Kunstszene schwer getroffen, war es speziell für die Nachwuchskünstlerinnen und -künstler eine tolle Sache, dass Bayerns größter Workshop für junge Musiker und Bands doch noch stattfinden konnte. Aus dem Teilnehmerfeld setzten sich fünf komplette Bands zusammen. In den großen, mit der nötigen Technik ausgestatteten Übungsräumen, konnte der Abstand gut gewahrt werden. Ziel für die Bands war es, in den zweieinhalb Tagen zwei oder drei Songs zu schreiben und zu präsentieren. Daneben gab es Vorträge zur Harmonielehre und Songwriting. Außerdem ein Podiumsgespräch "Wie wird man Berufsmusiker und wie kann man sich als Berufsmusiker halten?"

"Aus Nichts entwickelt sich ein Song zum kompletten Ganzen", äußerte Sängerin Lillith Hofmann bei einer der Bandproben. Jeder mache hier sein Ding, freute auch sie sich schon auf das Abschlusskonzert. Das war dann auch das Highlight des Workshops und fand im Serenadenhof der Akademie als Aftershowparty statt. Sicher hätte das Konzert mehr Zuhörer verdient als die weitläufige Bestuhlung coronabedingt hergab.