"Macht mal euer Essen selbst zuhause", ermunterte Martin Schneider die Gruppe aus dem Kindergarten St. Georg, die in den großen, doppelstöckigen Bus einstieg - den "Koch-Bus". Auf einer 14-tägigen Bayerntour unterwegs, dockte der grüne Riese auch im Stadtteil an, um Kindern "mit Spaß gute Ernährung" zu vermitteln.

Was ist ein Koch-Bus? Dazu noch einer, der aussieht wie direkt aus London importiert, nur in grün? Es ist ein Gefährt, das im Oberstock mit einer kompletten Küche ausgestattet ist und bestimmte Standorte anläuft, so genannte "Acker-Kitas". Die heißen so, weil sie am Bildungs-Programm der Ackerdemia teilnehmen, ein Programm in Kooperation mit der Stiftung Kinderförderung von Playmobil.

Acker-Kitas legen eigene Beete an, säen, verarbeiten und ernten Gemüse und entwickeln so Wertschätzung für gesunde Lebensmittel. Um dieses Angebot zu ergänzen, ermöglicht die Stiftung Kinderförderung die Koch-Bus-Aktion: Gemeinsames Kochen mit Kindern unter kundiger Anleitung und in einem außergewöhnlichen Umfeld. Der Koch-Bus ist im Auftrag von Kita-Trägern, Krankenkassen, Vereinen und Versicherungen unterwegs.

Kinder schulen hier ihre Sinne, um in spielerischer Weise das Aussehen, den Geschmack, den Duft und die Zubereitung frischer Lebensmittel zu erfahren. Die kleinen Köche, die die rollende Küche besuchen, dürfen hier schälen und schnippeln, riechen und fühlen und erleben dabei, dass jeder kochen kann - natürlich erst einmal im bescheidenen Rahmen. Nachdem die erste Gruppe unter Erzieherin Manuela Brune ihr Frühstücks-Müsli zubereitet und verspeist hatte, war es Aufgabe der nachfolgenden Mädchen und Jungen, unter Kita-Leiterin Heike Schöne-Krämer, ein kleines Mittagessen zu kochen.

Was mögen Kinder? Pommes mit Tomatensoße war die erwartete Antwort. "Na denn, macht mal", forderte Martin Schneider auf und stellte die Zutaten bereit: Kartoffeln, Zwiebeln, einen Apfel und eine Birne, Gewürze, Tomatenmark und Rote Beete. Kartoffelschälen, ohne sich in den Finger zu schneiden, will gelernt sein, genauso wie das Fritten schnipseln. Das Brei mixen übernahm Schneider selbst. Die Fritten-Schnittchen kommen auf ein Backblech und garen, während ein Erwachsener die Soße einkocht.

Marlenchen, Moritz, Roberta, Aneka, Amina, Paulin und Eliana warten gespannt, was bei "ihrem" Essen herauskommt. Schmeckt das? Und wie. Knusprig-braune Pommes-Frites mit einer ausgezeichneten Tomatensoße. Das muss man auch mal zuhause probieren. Aber ein Erwachsener sollte vielleicht doch dabei sein.

Martin Schneider ist ein Tausendsassa. Er fährt den Bus und besorgt die Zutaten für die Gerichte. Er kocht und gart mit seinen jungen Gästen, obwohl er kein gelernter Koch ist, aber Autodidakt, der sich "bei vielen Köchen etwas abgeguckt hat". Er ist Tutor für die Kinder, denen er zur Zubereitung praktische Tipps gibt. Geschirrspülen gehört natürlich zum seinem Job.

Die Stiftung Kinderförderung wurde vor 26 Jahren von Horst Brandstätter gegründet, Inhaber einer Firmengruppe, der auch die Marke Playmobil angehört. Ziel der Stiftung ist es, Kindern und Jugendlichen eine gesunde, körperliche, geistige und seelische Entwicklung zu ermöglichen.