Bürgermeisterin Patricia Schießer (CSU/FWG) sah sich in der Bürgerversammlung in Wirmsthal im Gasthaus Zum Hirschen mit einem vier Seiten langen Fragenkatalog von Anwohner Dieter Brand konfrontiert.


Jubiläum und Rathausneubau

Die Themen reichten von gerechter Gebührenverteilung beim Straßenausbau über die Frage nach dem Bürgermeisterstatus und Details zur 1300-Jahr-Feier bis hin zur Hinterfragung des Rathausneubaues. Auch die Sanierung des Wirmsthaler Kirchengebäudes hatte Brand im Blick.
Hatten die übrigen Anwohner angesichts eines solch umfangreichen Katalogs noch eine zeitliche Chance, ihre eigenen Fragen loszuwerden? Ja, sie hatten. Denn die übrigen Anwohner waren mit ihren spontanen Nachfragen zeitlich vorn, direkt nach dem Jahresbericht der Bürgermeisterin. Man interessierte sich für das gemeindliche Projekt "Abriss des Schaub-Hauses". Zurzeit sei der Statiker dort tätig, bestätigte Schießer. Der Zugang sei nur den Fachleuten erlaubt, wegen der Einsturzgefahr. Ob die Straße nach einem Abriss sinke, sei noch nicht abzuschätzen.
Weitere Anwohnerfragen und Meldungen betrafen Straßenrinnen, abgesunkene Treppen, die erlaubten Erwerbsmengen des gemeindlichen Brennholzes, einen Hundekotbehälter, sanierungsbedürftige Ruhebänke und das Thema Friedhof. Ein nutzbares WC am Leichenhaus wurde gewünscht, und Schießer dachte auch an eine Sanierung der Friedhofsmauer. Ob ein Friedwald auf dem Wirmsthaler Friedhof entstehen soll, will sie von dem Ergebnis einer Befragung und dem Rat der Fachleute abhängig machen.
Interessiert hatten sich die Wirmsthaler schließlich auch für die Planung der Radwege rund um die Gemarkung.
"Ich lobe das Engagement der Wirmsthaler zur Jubiläumsfeier 1300 Jahre Euerdorf", sagte Schießer und fügte an: "Man spricht positiv über uns." Sie musste allerdings einräumen, dass in dem Jubiläumsbuch die Wirmsthaler nicht extra erwähnt wurden, und deshalb bat Schießer um Entschuldigung. Alle Vereine im Marktbereich, viele Gewerbe und eine stattliche Anzahl Anwohner hätten zum Gelingen dieses Jubiläums beigetragen. Nicht zu vergessen sei der fleißige Festausschuss. Die finanzielle Seite des Festes sei noch nicht vollkommen abgerechnet. Von den investierten rund 40 000 Euro werde bestimmt eine fünfstellige Summe übrig bleiben, so Schießer.
Die Sanierung des Wirmsthaler Buswartehäuschens sei noch in Arbeit, berichtete die Bürgermeisterin. Nicht nur frische Farbe, sondern auch eine neue Sitzbank seien das Ergebnis der Planung. Ebenso seien Flächen für Plakate, für einen Schaukasten der Vereine und für einen Defibrillator vorgesehen. Schießers Dank ging an Hansi Kaiser.


Sachfragen schnell geklärt

Brands Fragenkatalog schmolz zusehends. Denn die wichtigsten Themen hatte Schießer schon im Vorfeld in ihrer Rückschau besetzt. So zum Beispiel die Innerorts-Entwicklung für Euerdorf durch den "Rathausbau im Bestand" mit Hilfe der Städtebauförderung. Die Bürgerversammlung war schon sehr weit fortgeschritten, als Brand seine Fragen verlas. Die reinen Sachfragen, wie zum Beispiel Klassifizierung der Gemeindestraßen, die auch zur Abrechnung des Straßenausbaus herangezogen wird, konnten schnell geklärt werden. "Im Fall der Alten Kissinger Straße gab es eine Vorgabe durch das Landratsamt", erklärte Verwaltungs-Geschäftsführer Michael Unsleber. Geklärt werden konnten auch die Nachfragen zur VG-Umlage und Einstufung des Bürgermeisterjobs. "Ehrenamtlich im Nebenjob ist das heutzutage nicht mehr zu leisten", so Schießer. Der Gemeindehaushalt sei öffentlich einsehbar, so auch die Position der Personalkosten. Offen musste noch die Antwort auf die Nachfrage zur Wirmsthaler Kirchenrenovierung bleiben. Weil es noch keine Unterlagen gebe, zum Beispiel für eine Kostenschätzung, sei auch noch kein Gespräch der Marktgemeinde mit der Diözese Würzburg erfolgt, sagte Schießer.