Dass die Jahreshauptversammlung in der alten Schule stattfand, war eine Premiere für den Obst- und Gartenbauverein Wittershausen. Die beiden Vorsitzenden Hans Dünninger und Bruno Geiger begrüßten am Freitag einen vollen Versammlungsraum. Dort, wo vor Jahrzehnten die Schulbank gedrückt wurde, herrscht jetzt Gemütlichkeit mit dichten Fenstern, angenehmer Akustik und einem fantastisch aufgearbeiteten Holzboden in wohliger Wärme. Ein hübscher alter Holzschrank ergänzt das Ambiente.
"Das Projekt Schulsanierung war richtig", stellte Bürgermeister Gotthard Schlereth zufrieden fest. So sei die Identität der Schule und des Ortes inklusive einer belebten Dorfmitte erhalten worden. Er dankte den engagierten Helfern, von denen etliche auch aus dem Obst- und Gartenbauverein kamen. "Vergesst nicht die fleißigen Frauen, die das Sanierungsprojekt unterstützten", sagte Schlereth. Sein Dank galt auch den Verfassern der Wittershausener Chronik, nämlich Dr. Erwin Muth und Hans Dünninger.
Von vielen Arbeitseinsätzen im vergangenen Jahr berichtete Bruno Geiger, der sich seinen Vorsitz mit Hans Dünninger teilt. Neben den üblichen gärtnerischen Maßnahmen zur Dorfverschönerung stellte er die Rosenpflege in den Vordergrund und dankte den aktiven Helfern. Aber es habe auch beschauliche Termine gegeben, so zum Beispiel eine Wanderung in die Hammelburger Weinberge, Grillfeste und Picknick. Geiger erinnerte an die Ausstellung zum Biosphären-Reservat, an das Angeln am See mit den Kindern und an einen Vortrag über die Schönheit des Kiesgartens.


700-Jahr-Feier

"Höhepunkt 2017 aber war unsere 700-Jahr-Feier", sagte Geiger und brachte die Ausstellung alter Fotos und Flurkarten in der alten Schule in Erinnerung. Von einem "Superjahr 2017" berichtete der Ortsbeauftragte Elmar Sell. Die Umbauarbeiten an der alten Schule seien nahezu abgeschlossen. Sell schwärmte von der Wiederverwendung des originalen Holzfußbodens und den Schalldämmelementen an der Zimmerdecke: "Die Akustik ist ein Traum".
Seine Anerkennung für die Dorfverschönerungen durch den Obst- und Gartenbauverein äußerte Kreisvorsitzender Markus Stockmann. Das Thema Streuobst sei heuer vorn. Er wies auf die Landesgartenschau hin, die es vom 12. April bis 7. Oktober in Würzburg gebe.
Stockmann überreichte die Ehrennadel in Silber für die 25-jährige Mitgliedschaft an Gudrun Kirchner, Doris Sell, Hedwig Bahn, Artur Heilmann und Bernhard Röder. Emmi Kaiser und Carina Straub erhalten ihre Auszeichnungen nachgereicht. Bronze für ihre zehnjährige Mitgliedschaft erhielten Petra Wehner, Frank Strietzel und Jürgen Drummer.
Auf die Termine wies Dünninger hin. Im Frühjahr stehen Arbeiten zur Dorfplatzpflege, diverse Pflanzungen und der Schmuck des Osterbrunnens an. Die Abendwanderung am 26. Mai soll zur Gärtnerei Zink nach Euerdorf führen. Der Tag der offenen Gartentüre ist heuer am 24. Juni. Der Jahresausflug am 12. August sei zur Feengrotte im Thüringischen Saalfeld geplant. Im Herbst gibt es ein gemeinsames Helferfest mit Oberthulba. Über das Thema Nachbarrecht wird der jährliche Fachvortrag im November schlauer machen. Die nur alle zwei Jahre stattfindende Waldweihnacht soll es am 16. Dezember geben. Die traditionelle Versteigerung von Obst gebe es zurzeit nicht mehr, bedauerte Dünninger. Im Gegenteil, jetzt würden sogar Paten für die Obstbäume gesucht, die sich zum Schneiden der wilden Äste bereit fänden. Die Versammelten unterstützten durch ihre Abstimmung den Ankauf von Geschirr für Bewirtschaftungen in der alten Schule und die Gründung einer GbR für die finanzielle Trennung solcher Veranstaltungen zur Vereinskasse.