Im Sportheim trafen sich offenbar recht zufriedene Anwohner aus Thulba am Mittwoch zur Bürgerversammlung. Zweiter Bürgermeister Jürgen Kolb ermunterte dennoch zur Diskussion, nachdem Bürgermeister Gotthard Schlereth (FWG) seine Jahresrückschau hielt.
Mit kräftigem Applaus reagierten die Zuhörer auf Schlereths Lob für die neu eingerichtete Katholische Öffentliche Bücherei. Im Treppengiebelhaus arbeite ein hoch motiviertes und engagiertes Team Ehrenamtlicher, so das Kompliment des Bürgermeisters. Die Räume im historischen Gebäude seien gut genutzt. "Diese Bücherei hat Liebhaber aus allen Ortsteilen und darüber hinaus", so Schlereth, "sie ist eine Bereicherung für unsere Marktgemeinde."


Auf 110 Quadratmetern

Auf einer Fläche von 110 Quadratmeter laden die hellen und freundlichen Räume zum Verweilen ein. Das aktuelle Angebot umfasst derzeit 5600 Medien, darunter Bücher, CDs, DVDs, Zeitschriften und Spiele. Die bisherigen Umbaukosten des Marktes Oberthulba betrugen ca. 27 000 Euro.
Lebhaftes Interesse zeigten die Zuhörer für die geplanten Sanierungs- und Umbaumaßnahmen an der Thulbatalhalle. Schlereth sprach seine Hoffnung aus, Fördermittel aus dem Konjunkturpaket 3 (energetisches Versorgungs-Konzept, Kommunales Investitionsförderfonds-Programm KIP) im kommenden Jahr genehmigt zu bekommen. Spannend sei es, ob die Frage der zukünftigen Energieversorgung mit zukunftsweisendem Konzept gelöst werden könne.


Detailfragen noch offen

Noch völlig offen seien auch Detailfragen, so zum Beispiel nach der Lüftungsanlage, so Schlereth weiter. "Da sollten wir mit einer neuen Deckenbeleuchtung auch noch warten", schlug ein Anwohner vor. Inzwischen sei die Notbeleuchtung defekt, meldete ein anderer. Schlereth versprach, bei der Gesamtplanung auch auf die Belange des Schießsports Rücksicht zu nehmen. Ist doch das Schützenhaus direkter Nachbar der Thulbatalhalle. In den Blickpunkt geriet ebenfalls der Kindergarten St. Elisabeth. Nachdem Schlereth die umfangreiche Sanierungsplanung samt Erweiterung durch einen Spielplatz vorstellte, kam auch die Frage nach einer doppelten Nutzung unter den Anwohnern auf. Denn nicht nur Kinder sollten dort ihr Forum haben, sondern gelegentlich auch Erwachsene: "Wir wollen mal feiern, Kaffeeklatsch veranstalten oder eine Versammlung der Pfarrgemeinde halten", wünschte eine Anwohnerin. Das gehe nach dem aktuellen Stand der Planung nicht mehr, entnahm die Leiterin des Kindergartens, Birgit Armbruster, den Fördervorgaben der unterfränkischen Regierung. "Aber vielleicht erreicht die Diözese Würzburg etwas", wies sie auf die kirchliche Mitfinanzierung hin.
"Kommen Flüchtlinge auch nach Thulba?", wollte einer der Anwesenden wissen. Derzeit sei nur bekannt, dass eine Gruppe in Hetzlos bald eintreffen werde, antwortete Schlereth. Aber alles sei noch offen. Meldungen über schlecht zu lesende Hinweisschilder auf Wanderwegen, desolate Straßenzufahrten, rennende Kinder, verpasste Seniorentreffs und Abfall auf öffentlichen Plätzen ergänzten die Beiträge der Anwohner aus Thulba.
Schlereth bedankte sich bei Albert Klubertanz für dessen Einsatz bei der regelmäßigen Pflege des Wassertretbeckens, was mit anerkennendem Applaus bestätigt wurde. Dass die Wasserversorgung des Marktes Oberthulba auch in Krisenzeiten gut funktioniere, schilderte Schlereth am Beispiel der Mitversorgung für Aura. Als dort heuer im trockenen Sommer die Pumpen ausfielen und gleichzeitig noch die Sanierungsmaßnahmen am Brunnen 2 in Thulba liefen, hatte dennoch das Trinkwassernetz der Marktgemeinde nicht schlapp gemacht. Inzwischen seien auch die Sanierungsarbeiten am Thulbaer Wasserwerk abgeschlossen.
Schlereth stellte den Anwohnern außerdem die Planung für Sanierungsmaßnahmen (Kanal, Wasser und Straßenbau) im Bereich "Hinter der Mauer" vor.