Nichts geht für Autofahrer. Weil alles läuft. Am Samstag jedenfalls, wenn sich um Punkt 10 Uhr in der Früh am Sportheim des SV Ramsthal wieder ein buntes Band, bestehend aus mehreren hundert Personen, in Bewegung setzt. Der Saaletal-Marathon mit seinen verschiedenen Laufstrecken fordert den Teilnehmern reichlich Kondition - und den Verkehrsteilnehmern einige Geduld ab. Wo öffentliche Straßen von den Sportlern benutzt oder überquert werden, sorgen auch bei der neunten Auflage die örtlichen Feuerwehren aus Ramsthal, Wirmsthal, Sulzthal, Aura, Euerdorf, Arnshausen, Elfershausen und Machtilshausen mit ihren Fahrzeugen und jeder Menge Manpower für Sicherheit. Kräfte der Polizei werden an diesem Tag im Saaletal nicht gebraucht. "Das Konzept des Veranstalters wird uns vorgelegt und geprüft. Weil in diesem Fall keine überregionalen Straßen betroffen sind, dürfen die örtlichen Feuerwehren nach gültiger Rechtslage die nötigen Sperrungen in Eigenregie vornehmen", sagt mit Günther May der stellvertretende Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Hammelburg.

Was daran liegt, dass Menschen wie Timo Stöber ihr Handwerk verstehen. Beim Gruppenführer der Freiwilligen Feuerwehr Ramsthal laufen in Sachen Sicherheit die Fäden zusammen. "Sechs Wochen vor der Veranstaltung beginnt für mich die Planung mit der Erstellung aktueller Karten in digitaler oder Papier-Form. Eine eigens gebildete Sondergruppe ermöglicht es, über den Tag hinweg zu kommunizieren, ohne den Einsatzfunk zu belegen", sagt der 36-Jährige, der am frühen Samstagmorgen zur finalen Einsatzbesprechung mit den Verantwortlichen der örtlichen Feuerwehren und dem Roten Kreuz bittet. Längst aufgestellt sind zu diesem Zeitpunkt die Gefahrstellen- und Geschwindigkeitsbegrenzungs-Schilder, die die Verwaltungsgemeinschaft über den örtlichen Bauhof zur Verfügung stellt.

Die Streckengenehmigung selbst erteilte das Straßenverkehrsamt. "Das geschieht aus versicherungsrechtlichen Gründen", erklärt Stefan Six. Der 34-Jährige aus der Vorstands-Riege des SV Ramsthal hatte in den vergangenen Wochen auch den Schriftverkehr mit den Gemeinden und dem Forstamt gestemmt, ansonsten liegt die Hauptorganisation in den Händen der SVler Enrico Ott, Katrin Vollert und Karin Schmitt. Die Gemeinde-Verwaltungen werden über die Planung schriftlich in Kenntnis gesetzt, haben ansonsten keinen Aufwand.


Kritische Punkte fest im Blick

"Veranstaltungen, die auf öffentlichen Verkehrsflächen abgehalten werden, sind nach Paragraf 29 Absatz 2 der Straßenverkehrsordnung und den entsprechenden Verwaltungsvorschriften zu beurteilen. Die Auflagen werden in Abstimmung mit den beteiligten Behörden festgelegt, kritische Punkte werden herausgearbeitet und es erfolgt eine Festlegung, welche Punkte besonders gesichert werden müssen", erklärt Melanie Hofmann vom Landratsamt Bad Kissingen. Das sind am Samstag beispielsweise die Straßenquerungen am Kreisel am Ramsthaler Verkehrsgarten, an der Abzweigung zur Deponie oder an der Saaletalbrücke in Euerdorf, wo die Marathonläufer in Richtung Aura gelotst werden. "Für uns steht die Sicherheit der Teilnehmer und dem eigenem Personal an oberster Stelle. An den Gefahrenstellen stehen ausreichend Kameraden, um die Teilnehmer vor dem fließenden Verkehr zu schützen", sagt Timo Stöber, dessen eigene Vorbereitungen am Veranstaltungstag ab 7 Uhr am Feuerwehrhaus unweit des Start- und Zielbereichs beginnen. "Wenn alle Einteilungen getroffen sind, werde ich mich am Sportheim in Stellung bringen und meine Einsatzleitung vorbereiten." Wenn möglich, will der Ramsthaler auch in diesem Jahr seine Feuerwehr-Kameraden an ihren Einsatzpunkten besuchen, "um zu schauen, ob alles passt und jeder zufrieden ist. Und um mich für die Unterstützung zu bedanken."


Ein Lunchpaket als Lohn

Jede helfende Hand wird mit einem Lunchpaket "bezahlt", Geld fließt nicht. Ehrenamt pur. Zusätzlich gibt es als Dankeschön eine kleine Aufmerksamkeit vom SV Ramsthal, die am Starkbierfest der Freiwilligen Ramsthal, das am gleichen Tag stattfindet, eingelöst werden kann. "Wichtig allein ist, dass solche Veranstaltungen gut und sicher über die Bühne gehen. Wir helfen, wo wir können und gebraucht werden", sagt Timo Stöber - bis auch der allerletzte Läufer in Sicherheit ist.

Zahlenspiele
Acht Feuerwehren insgesamt mit rund 60 Personen unterstützen die Organisation beim Saaletal-Marathon.
60 Euro kostet dem ausrichtenden SV Ramsthal die Veranstaltungserlaubnis beim Straßenverkehrsamt.
80 Personen hat der SV Ramsthal beim Saaletal-Marathon im Einsatz, darunter allein 34 Streckenposten.
100 Euro Preisgeld gibt es für einen Streckenrekord über 42,195 Kilometer, 50 Euro bei einer Halbmarathon-Bestzeit