Der Platz in der Oberthulbaer Mehrzweckhalle reichte gerade aus, um den 71 Absolventen des Hammelburger Frobenius-Gymnasiums (FGH) samt Angehörigen das nötige Forum für die Abi-Feier zu bieten. Nach dem ökumenischen Festgottesdienst in der Hammelburger Stadtpfarrkirche mit Pfarrer Thomas Eschenbacher (katholisch) und Robert Augustin (evangelisch) gab es dort die mehrstündige Feier.
Saskia Reuter ist mit einem Notendurchschnitt von 1,1 heuer die Jahrgangsbeste. Besonders geehrt wurden auch die übrigen Frobenius-Preisträger Peter Balles (Note 1,3), Dominik Weißenseel (1,4) und Anna Seufert (1,5). Oberstudiendirektor Helmut Schreiner war recht stolz: "Rund 23 Prozent dieser Schulabgänger haben eine Eins vor dem Komma und etwa 50 Prozent eine Zwei davor in ihrem Abschlusszeugnis." Aus seiner Hand erhielten die "Hoffnungsträger mit Bildungskompetenz im gesellschaftlichen Dschungel" jetzt endlich die ersehnten Dokumente.
"Ich gehe zur Bayerischen Landespolizei", verrät Absolvent Frederic Keller der Zeitung. Klar, der Weg zum Abitur sei nicht einfach gewesen. "Für mich persönlich war Mathematik am schwierigsten", erzählt Keller. Aber auch die übrigen Fächer wie Deutsch hätten viel Zeit und Arbeit in Anspruch genommen. "Ich musste mir meine Freizeit zum Lernen einteilen, da ist für meine Freunde wenig übrig geblieben", sagt er. Demnächst seien Eichstätt und Würzburg für ihn die Ausbildungsstätten bei der Polizei.
"Ich habe vor 36 Jahren mein Abitur am Frobenius-Gymnasium gemacht", erklärte Landrat Thomas Bold (CSU) und gratulierte den Absolventen zum Spitzenjahrgang. "Über das bloße Lernen hinaus gilt es, Persönlichkeit, Bildung und Kreativität zu entwickeln", sagte er. In den kommenden zwei Jahren stehe die Sanierung des Schulgebäudes an. "Kommen Sie zurück nach Hammelburg!", wünschte sich Hammelburgs 3. Bürgermeisterin Rita Schaupp (SPD). Im Namen der Freunde des FGH, deren stellvertretende Vorsitzende sie ist, überreichte sie Geld- und Sachpreise an die Preisträger. Deutlich widersprach Schaupp einem Zeitungsbericht, der die Abiturienten als "jung, planlos und orientierungslos suchend" beschrieben habe. Ihr Amtskollege Gotthard Schlereth (FWG) aus Oberthulba appellierte an das Verantwortungsgefühl der Schulabgänger.
Saskia Reuter und Christina Höll hielten gemeinsam die am Abi-Scherz orientierte Abschlussrede im Namen der ehemaligen Schüler: "Ma´hat´ma´ Abi - ma´hat´ma´ keins". In ihren Rückblicken ließen sie ihre Schulzeit, aber auch die tollen Reisen zum Beispiel nach London oder Berlin, Revue passieren. "Namensgeber Mahatma Gandhi wäre sicherlich stolz auf uns", lautete das Fazit.