Der erste Schritt im Kampf gegen die Altlasten auf dem früheren Areal der Ziegelei Paul ist noch vergleichsweise günstig. Der Stadtrat brachte in seiner Sitzung am Montagabend eine Grundwassersanierung auf den Weg, die 11 604 Euro kosten und drei Jahre dauern soll. Der Auftrag hierfür ging an die EH-Wassertechnik GmbH in Kirchberg/Jagst.

Die Fachfirma wird das Grundwasser entnehmen und durch Aktivkohlefilter pumpen und anschließend in die Kanalisation
einleiten. So soll eine weitere Verbreitung der Schadstoffe im Bereich des Schadensherdes verhindert werden. "Nach drei Jahren ist dann festzustellen, ob und in welchem Umfang weitere Maßnahmen erforderlich sind. Die könnten mehrere hunderttausend Euro kosten", machte Bürgermeister Ernst Stross (SPD) deutlich.

Die Verunreinigung des Erdreichs geht auf einen Teeröltank der ehemaligen Ziegelei Paul zurück, deren Gelände die Stadt vor gut 30 Jahren übernommen hat. Der Tank wurde zwar entfernt, doch waren bis dahin offenbar schon über 4000 Liter Öl ins Erdreich eingedrungen. Die Firma B & O Concept erhielt im vorigen Jahr den Auftrag, die Belastung des Bodens und des Grundwassers zu untersuchen und fand Kohlenwasserstoffe als Rückstände des Öls.

Der Schadensherd, der sich größtenteils unter der mittlerweile ausgelagerten Werkstatt des Bauhofes befindet, hat einen Durchmesser von zwölf bis 15 Metern. Die Verunreinigung des Erdreichs beginnt in einer Tiefe von etwa vier Metern und reicht etwa bis 10,50 Meter. Betroffen ist nicht nur das Bauhofgelände, sondern auch ein Teil des Stadtwerke-Areals.

Ausbaggern oder abdichten

Berthold Bangert von der beauftragten Firma B & O Concept sprach sich in der Stadtratssitzung am 28. Januar für eine Altlastensanierung aus. Die könne durch ein Ausbaggern und Entsorgen des Erdreichs, mit Abbruch der Gebäude, oder eine Abdichtung des betroffenen Bereichs durch Spundwände erfolgen. Die Kosten schätzte der Experte für beide Varianten grob auf 500 000 Euro.

SPD-Stadtrat Gregor Schmid erinnerte am Montagabend an seine Bedenken, es könne ein Eintrag von Schadstoffen in den Einzugsbereich des Kohlbrunnens erfolgen. Er schlug einen Färbeversuch vor, um eine Belastung des Wassers auszuschließen. Stadtbaumeister Detlef Mohr erklärte hierzu, statt eines Färbeversuchs könnten regelmäßig Proben aus dem Kohlbrunnen genommen werden. "Das könnten wir einmal in jedem Halbjahr machen", regte der Stadtbaumeister an.

Bürgermeister Stross verwies in diesem Zusammenhang auch auf eine Einschätzung von Berthold Bangert. Demnach werde für die Bewässerung der unterhalb liegenden Schrebergärten oberflächennahes Wasser genutzt. Aus einer Tiefe von etwa drei bis vier Metern stammend, sei dieses Wasser laut Bangert nicht verunreinigt.

Verlagerung bleibt Thema

Am Montagabend kein Thema war die Zukunft von Bauhof und Stadtwerken. Bei der Sitzung im Januar hieß es noch, dass die Verantwortlichen sich bei einer Altlastensanierung mit einem Abbruch von Gebäuden Gedanken über alternative Standorte machen sollten.

Der Bürgermeister bestätigte am Dienstag auf Nachfrage, dass eine Verlagerung von Bauhof und Stadtwerken nicht vom Tisch sei. In der Zwischenzeit seien auch schon einige in Frage kommende Immobilien in Augenschein genommen worden.