Ein breitgefächertes Publikum verteilte sich im Max-Littmann-Saal des Regentenbaus, und alle hatten ihren Spaß mit der an Chaos grenzenden, temporeichen und überaus humorvollen Darbietung, die ganz ohne Hinweis auf Corona und Maskenpflicht auskam. Im Mittelpunkt standen Christoph Schelb, der als strenggescheitelter und eitler Maestro Gogol den klassischen Part übernahm, und Max-Albert Müller als dessen tapsiger, aber komischer Konzertdiener Mäx. Seit fast 30 Jahren stehen die beiden auf der Bühne und haben in dieser Zeit die Katastrophen-Musikshow perfektioniert und kultiviert, deren Faszination einerseits aus der Kontrastierung der überzogenen Typen und andererseits aus ihrer Musikalität entsprang. Auch wenn das Bühnengeschehen chaotisch anmutete, so folgten die zwei Stunden einem einstudierten Plan, der nur wenig Worte zur Ankündigung benötigte.

Bühnenchaos mit markantem Gesicht

"Concerto piano solo" war in Verbindung mit Mozart, Beethoven, Hadyn, Chopin, Mozart, Liszt oder Schumann der Hinweis auf den nächsten Versuch klassischer Klavierkunst - wobei sehr schnell klar war, dass dieser Versuch durch den Erzkomödianten Mäx torpediert wird. Dessen Wortbeiträge bestanden im musikalisch vielfältig interpretierten Running-Gag "La Cucaracha" und einem gehauchten "Zugabe", das von den Gästen gerne aufgegriffen wurde. Im Übrigen verlieh er dem Bühnenchaos das markante Gesicht, das zwischen einer wilden Mähne mal verzückt, mal traurig, mal verschmitzt, aber ob der akrobatischen Aktionen immer verschwitzt blickte.

Instrumente für 40-köpfiges Orchester

"Zwei Musikanten = ein Orchester", das war die musikalische Faustformel des Abends. Zu Beginn des Konzertes standen ein Piano und eine Pauke auf der Bühne, und während das Piano fester Bestandteil blieb, holten die beiden aus Koffern, Taschen und Tonnen oder aus der Tiefe der abgehängten Bühne ein Instrumentarium ans Tageslicht, dass für ein 40-köpfiges Orchester gereicht hätte. Dabei waren einige allgemein bekannten Instrumente ebenso schräg wie das Duo selbst bzw. wurden Instrumente musikalisch zweckentfremdet. So entlockte Mäx den Metallblättchen eines Glockenspiels mit Hilfe eines Geigenbogens eine Melodie oder brillierte zusammen mit Gogol bei einem Kuhglockenspiel bzw. an der Glasharfe. Ein Alphorn wurde ebenso auf die Bühne geschleppt wie die Standards Gitarre, Klarinette, Saxofon, Posaune, Horn oder Tuba - und daraus entstanden z. B. "Musica bavaria" oder ein bisschen Klezmer-Musik oder ein wenig Flamenco mit entsprechender Tanzeinlage und "Olé"-Rufe aus dem Publikum.

Multitasking-Fähigkeiten

Darüber hinaus bewiesen die beiden ihre Multitasking-Fähigkeiten, wenn mit einer Hand die Tuba oder das Alphorn gespielt wurde und die andere die Begleitung am Piano gestaltete. Fantasiereich wurden Schläuche und Trichter als Musikinstrumente eingesetzt, aber auch als Belüftungssystem für seriell verbundene Blasinstrumente. Von den humorvollen Variationen bekannter Instrumente hin zu den kreativen Neuschöpfungen war es nur ein kleiner Schritt. Ein Xylofon mit Glasplättchen, Keyboard mit Steigbügel-Antrieb oder verschiedenste Pfeif- und Glockenspiele zeigen den humorvollen Umgang mit klassischer Musik bzw. den Instrumenten, die schon mal schonungslos für eine Elefanten-Imitation über den Boden geschoben wurden. Mindestens ebenso begeisternd war der körperliche Einsatz der beiden, die akrobatisch auf dem Piano herumturnten, über eine Eisenstange oder auf einem bewegten Brett balancierten oder sich clownesk-artistisch in einem Eisengeviert abmühten.

Dem Publikum gefiel die skurril-komische Show und das unterhaltsame Konzept, "klassisch beginnen - humorvoll stören - harmonisch enden", von "Gogol & Mäx", die es mit Gelächter begleitete und mit begeistertem Applaus quittierte. Mit "Standing Ovations" wurden die beiden Humoristen zu zwei Zugaben aus den Kulissen gelockt.