165,4 Autobahn-Kilometer betreut die Verkehrspolizeiinspektion (VPI) Schweinfurt-Werneck. Entlang der A 7, der A 70 und der A 71 in der Region Main-Rhön sind die Beamten für Unfälle und Straftaten zuständig. In beiden Bereichen gab es laut der jetzt vorgelegten Statistik Steigerungen: Die Straftaten wuchsen im Jahr 2017 um 15 Fälle oder 2,1 Prozent auf 731. Bei 1331 Unfällen (2016: 1324) wurden fünf Menschen getötet, 2016 waren es noch zwei. Insgesamt sank die Zahl der Verletzten von 246 auf 217, allerdings wurden mehr schwer verletzt: 2017 kamen 57 Menschen nach einem Unfall auf der Autobahn stationär ins Krankenhaus, 2016 waren es 54.
"Die häufigsten Unfallursachen waren ungenügender Sicherheitsabstand und nicht angepasste beziehungsweise überhöhte Geschwindigkeit", berichtet Helmut Habermann, Leiter der VPI Schweinfurt-Werneck. Bedingt durch die großen Brückenbaustellen auf der A 7 bei Schraudenbach und am Klöffelsberg bei Fuchsstadt, führten laut Statistik zudem vermehrt Fehler beim Überholen und Nebeneinanderfahren auf den schmalen Fahrspuren im Baustellenbereich zu Unfällen.
Zwei der fünf Verkehrstoten starben bei Unfällen im Landkreis Bad Kissingen: Am 14. November November kollidierte auf der A 7 zwischen den Anschlussstellen Bad Kissingen/Oberthulba und Bad Brückenau/Wildflecken ein Pkw mit einem bulgarischen Lkw, der vom rechten auf den mittleren Fahrstreifen gewechselt war, um einen anderen Lastwagen zu überholen. Durch den Zusammenstoß wurde die rechte Fahrzeugseite des Mercedes aufgerissen. Der Beifahrer wurde aus dem Pkw geschleudert und dabei tödlich verletzt. Nur eine Woche vorher und wenige Kilometer nördlich kam es auf der Gegenfahrbahn zu einem weiteren tödlichen Unfall.
Die VPI setzt vor allem auf die Bekämpfung der Haupt-Unfall-Ursache: Zivilfahrzeuge mit modernster Videomesstechnik ermöglichen die beweiskräftige Verfolgung schwerwiegender Verkehrsdelikte wie Nötigung oder Straßenverkehrsgefährdung. Im Jahr 2017 wurden 216 Verkehrsteilnehmer angezeigt und dabei 45 Fahrverbote ausgesprochen. Mindestens vier Wochen auf ihren Führerschein verzichten mussten die Fahrzeuglenker, die auf gravierende Weise den Sicherheitsabstand unterschritten oder erheblich zu schnell unterwegs waren.
Radargeräte und Lichtschranken waren insgesamt 5085 Stunden auf und neben den Autobahnen im Einsatz. Nach der Auswertung der Aufnahmen wurde gegen 8902 Fahrzeugführer ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Für 431 Raser bedeutete dies ebenfalls ein Fahrverbot von mindestens vier Wochen. 21 969 Autofahrer kamen mit einem Verwarnungsgeld davon.
Bei Abstandskontrollen auf den Autobahnen wurden insgesamt 1931 Fahrzeugführer beanstandet. Bei 209 Fahrern war der Abstand so gering, dass ein Fahrverbot ausgesprochen wurde.
Die Zahl der Verkehrsunfälle im Zuständigkeitsbereich der VPI Schweinfurt-Werneck mit Unerlaubten Entfernen von der Unfallstelle sank 2017 um 10,1 Prozent auf 159.
59 flüchtige Unfallbeteiligte ermittelten die Beamten. Bei Verkehrsunfallfluchten mit schwer verletzten oder getöteten Personen übernimmt die Verkehrspolizei in Werneck für die Dienststellen im gesamten Bereich Main/Rhön vollständig die Sachbearbeitung.
Die Spezialisten der VPI unterstützen auch die umliegenden Polizeiinspektionen in der intensiven Recherchearbeit. Dies war bei zwei tödlichen Verkehrsunfällen 2017 im Bereich der Polizeiinspektion Schweinfurt der Fall: Mitte Juni 2017 unterstützte die VPI Schweinfurt-Werneck die Polizeiinspektion Schweinfurt bei der Fahrerermittlung nach der Verkehrsunfallflucht mit einer getöteten Fahrradfahrerin bei Maibach. Bei dem tödlichen Verkehrsunfall auf der Hahnenhügelbrücke in Schweinfurt Ende Juli übernahm die VPI Schweinfurt-Werneck die weiteren Ermittlungen zum Unfallhergang.
Besonders kontrolliert wird auch der Schwerverkehr: Täglich werden stationäre und mobile Kontrollen durchgeführt. Neben den technischen Aufzeichnungen zu Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer sowie zur gefahrenen Geschwindigkeit werden auch die Sicherung der Ladung und der allgemeine Zustand der Fahrzeuge intensiv überprüft. Leider nehmen es nicht alle Fahrer mit den Vorschriften so genau. Allein im Bereich der Lenk- und Ruhezeiten wurden im vergangenen Jahr 862 Anzeigen mit zum Teil erheblichen Bußgeldern erstellt. Wegen erheblichen Verstößen gegen Vorschriften über Lenk- und Ruhezeiten wurde in 63 Fällen die Weiterfahrt unterbunden. Wegen erheblicher technischer Mängel oder Überladung der Fahrzeuge in 208 Fällen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Überwachung von Gefahrguttransporten. Im Falle eines Verkehrsunfalls kann es lebensrettend sein, dass die mitgeführte Ladung vorschriftsmäßig gesichert und richtig gekennzeichnet ist. In 96 Fällen mussten Anzeigen gegen Fahrer und Firmenverantwortliche erstattet werden. Die Bußgelder sind in diesem Bereich deutlich höher als im übrigen Schwerverkehr. Außerdem kommen für den Transporteur oftmals noch weitere Kosten hinzu, da unzureichend gesicherte oder gekennzeichnete Fahrzeuge an Ort und Stelle aus dem Verkehr gezogen werden. Die Weiterfahrt kann erst zugelassen werden, wenn alle Vorschriften des Gefahrgutrechts erfüllt sind.
Die Statistik der VPI Schweinfurt-Werneck im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung weist im Jahr 2017 einen leichten Anstieg der Straftaten um 15 Fälle (+2,1 Prozent) auf 731 auf. Die Aufklärungsquote wurde dagegen auf 61,1 Prozent (plus 5,4 Prozent) gesteigert werden.
Im Bereich der Rohheitsdelikte wie Körperverletzung, Nötigung und Bedrohung, war ein Rückgang um 39,2 Prozent auf 79 Fälle zu verzeichnen.
Erneut zugenommen hat die Zahl der Tankbetrügereien um 15 Fälle auf 312 Delikte. Da an den Tankstellen auf den Rastanlagen vermehrt Überwachungskameras installiert wurden, stieg die Aufklärungsquote auf 28,8 Prozent. Im Bereich der Eigentumsdelikte verzeichnet die Verkehrspolizei einen Rückgang um fast 50 Prozent von 85 auf 44 Diebstähle.
Neben den uniformierten Streifenbeamten sind Kollegen der Fahndungsgruppe der VPI Schweinfurt-Werneck in Zivil auf den Autobahnen unterwegs, um die überörtliche Kriminalität zu bekämpfen. Insbesondere die A 7 stellt einen ständigen Arbeitsschwerpunkt für die Dienststelle dar. Auf der Transitroute "schwimmen" zahlreiche Kriminelle mit, die Drogen, illegale Waffen und Diebesgut mitführen, oder mit gefälschten Führerscheinen, Ausweispapieren oder entwendeten Fahrzeugen unterwegs sind.
104 Rauschgiftdelikte verzeichnete die Verkehrspolizei Schweinfurt-Werneck 2017. Zudem wurde bei 131 Fahrzeugführern Drogeneinfluss nachgewiesen.

Die Verkehrspolizei Schweinfurt-Werneck verzeichnete im vergangenen Jahr 5291 Einsatzfahrten. Angefangen von verlorenen Ladungsteilen, die von der Fahrbahn geräumt werden mussten, bis hin zu schweren Verkehrsunfällen und Falschfahrern.
Mit Fertigstellung des Dienstgebäudes im Gewerbegebiet Werneck an der A 70, wurden die Dienststellen der Autobahnpolizeistation Oberthulba und die der Verkehrspolizei Schweinfurt im Jahr 2007 zur Verkehrspolizeiinspektion Schweinfurt-Werneck zusammengelegt. 10 Jahre danach hatte die Polizeidienststelle ihre Türen für die Bevölkerung geöffnet. Etwa 5000 Personen nahmen die Chance wahr, sich vor Ort von der Ausstattung und den Möglichkeiten einer modernen Verkehrspolizeidienststelle ein Bild zu machen. Der Reinerlös der Veranstaltung in Höhe von 1000 Euro wurde je zur Hälfte der Bürgerstiftung Werneck und einer Spendenaktion zur Verfügung gestellt.
Die VPI Schweinfurt-Werneck betreut eine Streckenlänge von 165,4 Kilometern auf folgenden Autobahnabschnitten:
BAB A 7: Anschlussstelle Gramschatzer Wald bis zur Landesgrenze Hessen
BAB A 70: Autobahnkreuz Schweinfurt/ Werneck bis zur Anschlussstelle Eltmann
BAB A 71: Autobahndreieck Werntal bis zur Landesgrenze Thüringen.
Im Zuständigkeitsbereich liegen sechs Rastanlagen, zwei Autohöfe und das Gewerbegebiet an der A 70 bei Werneck.