Der Dietz Alvaro Maxi ist ein Elektromobil von besonderer Güte. Aber eines, das gefahren werden sollte. Doch stand ein solcher Mobilitäts-Scooter mit schickem Silberüberzug mehrere Tage ganz offensichtlich unbewegt am Fußgängerweg in Richtung Hallenbad, unmittelbar am Biergarten des Bayerischen Hofes. Ein gehbehinderter Gast, der sich ein Glas zuviel gegönnt hatte? Eine Wunderheilung?

Am Freitagmorgen blinkte das Gefährt traurig vor sich hin, einem letzten Aufbäumen gleich. Ein solche mobile Hilfe ist durchaus luxuriös, kostet um die 4000 Euro, ist bis zu 20 Kilometer schnell und verfügt über allerhand Extras sowie Akkus mit ordentlicher Reichweite. Reichlich bestückt mit Knöpfen und Schaltern präsentiert sich die Steuerkonsole.

Ein weißes Schild mit grüner Schrift weist auf ein Sanitätshaus in Fulda als Besitzer hin. Ein Anruf dort fällt kurz aus: "Das geht Sie aus datenschutzrechtlichen Gründen nichts an, zumal Sie nicht der Besitzer sind. Aber wir sind über den Vorgang informiert", spricht die kurz angebundene Stimme am anderen Ende des Hörers. Die gute Nachricht: Dem Fahrer des Gefährts geht es soweit gut. Kein Unglücksfall und auch kein Verbrechen. Der der Polizei inzwischen bekannte "Mieter", der Bad Kissingen inzwischen verlassen hat, hatte das Elektromobil abgestellt und nicht mehr abgeholt - warum auch immer. Das Sanitätshaus wurde inzwischen mit der Abholung des Geräts beauftragt.

Auch Jürgen Dösch hatte sich gewundert. "Am Mittwoch ist mir das Elektromobil zum ersten Mal aufgefallen. Ob es ein Besucher unseres Biergartens war, wissen wir nicht. Ein Übernachtungsgast war es nicht", sagt der Besitzer des Bayerischen Hofes, der schließlich die Polizei in Kenntnis setzte, nachdem der Fahrer verschwunden blieb. "Der ganze Vorgang ist wirklich eigenartig. Und eigentlich unverständlich, weil andere Personen wohl glücklich wären, wenn sie ein solches Gefährt als mobile Hilfe zur Verfügung gestellt bekämen", so Dösch.