Wer in den Winter- und Frühjahrsmonaten in der Schondraer Pfarrkirche den Gottesdienst besuchte, dem konnte es passieren, dass er nicht nur Weihwasser aufs Haupt bekam. Im linken Chor und im Bereich des Seiteneingangs tropfte zeitweise Regenwasser von der Decke. Der Grund: Das alte Schieferdach der Schondraer Kirche ist seit Monaten undicht und muss dringend erneuert werden.
Mit Pfarrer Armin Haas geht's zum Dachstuhl der Kirche.
Das Gebälk wird über eine steile Metallleiter erreicht. Was sofort auffällt: An verschiedenen Ecken stehen Eimer und Wannen, die das eindringende Regenwasser auffangen sollen. "Die Schieferdeckung ist an vielen Stellen marode", erklärt Pfarrer Armin Haas. "Nur notdürftig konnten wir bis jetzt größere Schäden verhindern."
Verschiedene Wasserflecken am Kirchengewölbe verraten, wo sich das Wasser den Weg durch die Decke gesucht hat. "Mit einzelnen Reparaturen ist da nichts zu machen. Eine Komplettsanierung des Kirchendaches ist dringend notwendig."
Diese Ansicht teilt auch die Kirchenverwaltung der Pfarrei St. Anna Schondra. Der Beschluss zu Erneuerung der Kirchendacheindeckung steht. Das Denkmalschutzamt hat wieder eine Schieferdeckung für die Kirche empfohlen. Die Kirchenverwaltung sieht diese Empfehlung allerdings kritisch: "Seit 2007 gab es immer wieder undichte Stellen im Dach der Pfarrkirche", erläutert Kirchenpfleger Klemens Markert die Diskussionen um die Dachsanierung.
"Die Schieferdeckung musste dann immer sehr kostenintensiv durch eine Fachfirma mit Spezialkran abgedichtet werden." Um derartige Folgekosten zu vermeiden, entschied sich die Kirchenverwaltung für eine Neueindeckung des Kirchendaches mit Kupferblech. "Eine Kupferblecheindeckung ist langlebig und weniger reparaturanfällig", begründet Kirchenpfleger Markert die Entscheidung. "Wir konnten auch das Bauamt der Diözese Würzburg von unserer Idee überzeugen. Denn die Kosten für eine Kupfereindeckung übersteigen die Schieferdeckung nur um ca. 3000 Euro."
Die genauen Kosten für das Bauvorhaben wurden von einem beauftragten Architekturbüro auf 166 800 Euro festgesetzt. Finanziert wird die Maßnahme zu 60 Prozent durch die Diözese Würzburg, zehn Prozent Zuschuss erhält die Pfarrei von der Marktgemeinde Schondra. 30 Prozent der Kosten, circa 51 000 Euro, muss die Pfarrei St. Anna selbst aufbringen.
Dabei hofft Pfarrer Armin Haas zusammen mit der Kirchenverwaltung auf die Spendenbereitschaft der Schondraer: "Im Rahmen einer Spendenaktion werden wir um finanzielle Unterstützung für unser Gotteshaus bitten." Und Kirchenpfleger Klemens Markert setzt auf die praktische, tatkräftige Hilfe der Schondraer: "Wir wollen die Baukosten durch Eigenleistung senken. Dafür brauchen wir fleißige Helfer beim Gerüstbau und bei der Abdeckung des Schieferdaches." Vor allem die Einsatzbereitschaft und das Engagement der Schondraer Vereine mache ihn zuversichtlich, dass viele helfende Hände beim Projekt "Neues Kirchendach" mitmachen. Denn wer die Schondraer kennt, der weiß, dass diese gemeinsam viel auf die Beine stellen können: Das jährliche Backofenfest, die 1200-Jahr-Feier im vergangenen Jahr - oder auch ein neues Kirchendach. In den nächsten Wochen soll das Dorfprojekt "Neues Kirchendach" starten. Damit ab Herbst keinem Gottesdienstbesucher mehr Regenwasser auf den Kopf tropft.