Es sieht aus wie ein Spielzeug, ist aber keines. Kameramann Stephan de Leuw nutzt unter anderem eine kleine Drohne, um die Vorstellungen von Regisseur Kilian Reichert umzusetzen. Der Mini-Helikopter mit vier Propellern surrt leise, als er rasch an Höhe gewinnt. Er wird mit Akkus betrieben und ist stark genug, um eine kleine Digitalkamera zu tragen. Die damit gemachten Luftaufnahmen sind erheblich billiger als konventionelle aus einem Flugzeug heraus.

Zwei Minuten und 48 Sekunden

Reichert und de Leuw von der Telegen Filmproduktion fertigen für die Bildungs- und Begegnungsstätte "Der Heiligenhof" einen neuen Imagefilm. Zweieinhalb Tage drehen sie vor Ort, in der nächsten Woche wird der Streifen dann geschnitten.

Der Bad Honnefer Reichert ist tätig für namhafte Unternehmen und große Messen. Er ist nicht ganz billig. "Heiligenhof"-Leiter Steffen Hörtler: "Wir haben versucht, jemanden Guten zu finden. Das ist gelungen. Qualität hat ihren Preis." Für die beiden Image-Filme - einen über den "Heiligenhof", einen über die dazu gehörende Burg Hohenberg - wird eine fünfstellige Summe fällig.

Der Streifen über den "Heiligenhof" dauert exakt zwei Minuten und 48 Sekunden. Sieht es das Drehbuch vor. Aufgenommen werden 13 Sequenzen zwischen drei bis 40 Sekunden. Sie zeigen die Begegnungsstätte und ihre Möglichkeiten im besten Licht. Auch Komparsen werden zum Einsatz kommen.

Zu sehen ist der Film in Kürze bei Youtube sowie auf den Homepages von "Heiligenhof" und "Learning Campus".
"Unsere Zielgruppe sind alle Gäste, vor allem Kinder und Jugendliche. Wir bieten aber auch ideale Bedingungen für Seminare", sagt Steffen Hörtler.

Seine Strategie scheint aufzugehen: "Wir blicken auf einen hervorragenden Juni und Juli zurück." Es sei möglich, dass das Rekordergebnis aus dem Vorjahr mit über 34 000 Übernachtungen wieder erreicht wird. Und "die Vorbuchungsquote für 2014 ist sehr gut."

Allerdings gebe es auch - verkraftbare - Rückschläge: So gingen mit den Pleiten von Schlecker und jetzt von Praktiker wichtige Kunden verloren. Beide Unternehmen hatten den "Heiligenhof" zur Weiterbildung ihrer Azubis genutzt.

Anbau kostet eine Million Euro

Dennoch geht der Ausbau weiter: Das Haupthaus wird vergrößert und symmetrisch. Entstehen werden unter anderem vier Zimmer, die Bettenzahl bleibt mit 223 unverändert. So können gleichzeitig drei Klassen untergebracht werden. Zudem wird der Bau energetisch ertüchtigt. Das kostet eine knappe Million Euro. Das Kultusministerium wird sich, hofft Steffen Hörtler, mit einem Drittel beteiligen. Im Herbst soll es los gehen, im Februar will man fertig sein.

Geschichte Das Sudetendeutsche Sozialwerk (SSW) hat das Landhaus "Heiligenhof" 1952 als Heimstätte gekauft. Die Einrichtung wurde mehrfach aufwändig um- und ausgebaut. Träger ist heute die SSW-Nachfolgeorganisation, das Sudetendeutsche Sozial- und Bildungswerk (SSBW). Der "Heiligenhof" erwirtschaftet einen Jahresumsatz von gut 1,3 Millionen Euro, beschäftigt knapp 20 meist langjährige Mitarbeiter und hat 2012 rund 34 000 Übernachtungen verbucht.

Standbeine Das Haus ist nicht nur eine Stätte der Begegnung. Hier finden auch Seminare statt. Immer beliebter wird die Jugendherberge mit ihrem umfangreichen Freizeitangebot. Der "Heiligenhof" hat insgesamt 223 Betten in 83 Zimmern. Die meisten sind mit Dusche und WC ausgestattet. Es gibt je zwei Tagungssäle und Gruppenräume, Bibliothek, Aufenthalts- und Leseräume. Dazu gehören Hochseilgarten, Bogenschießanlage, Möglichkeiten für Spiel und Sport, Tischtennisplatten, Bolzplätze, ein Spielplatz mit Schaukeln und Klettergerüst, Volleyballfeld, Lagerfeuerstellen, Grillplätze und eine Waldbühne. Infos unter www.heiligenhof.de. ed