Christian Fenn machte sich gleich auf den Weg und kletterte in den Turm der Pfarrkirche. Von dort schaute er mit dem Teleobjektiv, ob es sich um das Männchen handelt, das Hammelburg schon seit Jahren die Treue hält. Nach dem Ablesen des Rings am linken Bein des Vogels konnte er bestätigen: Jawohl, er ist es. Seine weibliche Begleiterin trägt keinen Ring. Es könnte seine Partnerin sein, mit der er bereits in den Vorjahren Nachwuchs aufgezogen hat - oder auch nicht.
"Ich vermute aber, dass sie es ist", schreibt Christian Fenn im Gästebuch seiner Internetseite (www.storchencam.de), die zuletzt 230 000 Gäste pro Jahr verzeichnete. Hier trugen sich auch gleich zahlreiche Nutzer ein und drückten ihre Freude über die Rückkehr der Störche aus. Im vergangenen Jahr landete Meister Adebar bereits am 4. März. Damals kam er allein, seine Gefährtin folgte erst am 21. März.
Das erste Küken schlüpfte dann am 15. Mai. Nach und nach erblickten fünf kleine Störche das Licht der Welt. Am 16. Juni konnte Daniel Scheffler vom Korb der Feuerwehrdrehleiter aus den Nachwuchs beringen. So können sie zweifelsfrei erkannt werden, wenn sie eines Tages aus dem Süden zurückkehren, vielleicht sogar nach Hammelburg.