Seit 20 Jahren besteht die Rentnerband des Musikvereins Oerlenbach. Mit einer Maiandacht an der Sebastianiakapelle und anschließender Begegnung am Musikerheim im Hannbusch wird man an diesem Sonntag, 31. Mai, ab 14 Uhr diesen runden Geburtstag feiern. Als Schirmherr hat passender Weise ein Rentner zugesagt: Altbürgermeister Siegfried Erhard.
"Am 10. Februar 1995 setzten wir uns zusammen, um als ehemalige Musikanten unser einstiges Hobby wieder aufleben zu lassen." Otmar Lutz erinnert sich noch sehr genau an an die damalige Zeit. "In der Trachtenkapelle mitzumachen, ließen Beruf oder Alter nicht mehr zu. Als Ziel setzten wir uns, alte örtliche Traditionen neu zu beleben", erzählt Lutz. Mit dabei waren damals Lothar Erhard, Rudolf Hildner, Stefan Hirt, Maria Kraut, Hugo Weingärtner, Monika Nöth, Bruno Kuhn, Gottlieb Kuhn, Herbert Ziegler und eben Otmar Lutz, der von Anfang an die Fäden der Kapelle in der Hand hielt und hält.

Das Maianspielen

Bald folgten unter Stefan Hirt als Dirigent erste Proben und erste Auftritte. Dazu zählte das Maianspielen, das einst in Oerlenbach tief verwurzelt war. "Von einer Anhöhe - wie dem heutigen Sportgelände - hießen einst die Musikanten am Vorabend zum 1. Mai den Wonnemonat mit Marienliedern willkommen", erzählt Otmar Lutz. Dieser Brauch verschwand in der Nachkriegszeit, als neue Wohngebiete und Anfang der 70er Jahre ein neues Sportgelände entstanden. "Dieses Maianspielen erneuerten wir an der Straße nach Ebenhausen, wo Wallfahrtskreuz und Marienkapelle stehen", erklärte der ehemalige Chef der Bad Kissinger Spielbank und leidenschaftliche Musiker. Lutz fügt an, dass seit Jahren die Rentnerband Andachten zum 1. Mai und Ende Mai an der Sebastianikapelle gestaltet. "Viele Oerlenbacher und Menschen aus den Nachbarorten nehmen jedes Jahr teil, singen und beten mit und lassen die Feier mit einem gemütlichen Beisammensein ausklingen". Das ist immer sehr schön und die Veranstaltung wird von der Bevölkerung gut angenommen.

Was man so drauf hat

Kirchen- und Unterhaltungsmusik pflegt die Kapelle, die sich längst etabliert hat. "Wir gestalten kirchliche und gemeindliche Anlässe, Seniorenfasching, Vereinsfeste sowie Firmenjubiläen. Sehr gerne spielen wir im Seniorenheim Kramers wiesen und gastieren bei Wirtshaussingen", beleuchtet Otmar Lutz die öffentlichen Auftritte, die bei monatlichen bzw. Sonderproben vorbereitet werden.

Auch der Bürgermeister spielt mit

Ausfälle durch Alter, Krankheit und Tod konnten durch Neuzugänge aus Oerlenbach und Umgebung kompensiert werden. Bereits im Jahr nach der offiziellen Gründung stieß der heutige Bürgermeister Franz Kuhn zur Gruppe, zunächst mit Trompete, inzwischen mit Es-Horn. "Für uns ist es ganz toll, dass er auch weiterhin bei uns mitmacht", lobt Otmar Lutz die hervorragende Zusammenarbeit im Musikverein. "Wir Rentner helfen in der Trachtenkapelle aus, umgekehrt finden wir bei personellen Engpässen von der Hauptkapelle Unterstützung."

Neuer Dirigent nach zehn Jahren

Als Stefan Hirt nach über zehn Jahren aus gesundheitlichen Gründen den Dirigentenstab abgeben musste, übernahm Klaus Münch mit dem gleichen großen Engagement bis heute diese Aufgabe. Aktuell besteht die Rentnerband aus elf Musikanten, unter ihnen die Gründungsmitglieder Lothar Erhard, Otmar Lutz, Hugo Weingärtner und Herbert Ziegler. Breit gefächert ist das Repertoire mit Polka-, Walzer- und Marschmusik, mit Kirchen- , Volks- und Wanderliedern und festlichen Klängen.

Morgen wird gefeiert

Das Festprogramm am Sonntag, 31. Mai: 14 Uhr Maiandacht an der Sebastianikapelle mit der Seniorenband, danach Begegnung mit Ehrungen und gemütlichem Beisammensein am Musikerheim im Hannbusch.