So hatte Guardian Pater Stanislaus vom Kloster Kreuzberg es sich vorgestellt: "Die Kirche muss aus allen Nähten platzen, wenn die Langenleitner aufspielen." Schon beim ersten Zusammentreffen vor einigen Jahren war er von den Feuerbergmusikanten total begeistert. Und sein Wunsch erfüllte sich. Sein Willkommensgruß für Besucher und Akteure fiel dann auch entsprechend herzlich aus.
"Augenblicke der Blasmusik", lautete der Titel des Sonntags-Konzertes in der
Klosterkirche. Was dann in einer Stunde dargeboten wurde, war Blasmusik vom Feinsten. "Derzeit spielen in dieser Kapelle 22 Musiker im Alter zwischen 13 und 82 Jahren", konnte Moderatorin Brigitte Schmitt stolz berichten.
Dem ersten, einfühlsam und sonor vorgetragenen, Titel "Augenblicke" folgte, gemeinsam von rund 200 Kehlen kräftig mitgesungen, das schwungvolle Loblied auf die Schönheit der Erde. Der zu Herzen gehende Text "The Rose" stimmte sehr nachdenklich. Die Musiker legten ihr ganzes Können in diese schöne Melodie.


Erinnerung an Pfarrer Krefft

Mit dem Marienlied "Weiße Lilie" erinnerten die Musiker und die beiden Interpreten Edwin Schäfer und Miriam Voll an den langjährigen Pfarrer der Pfarrei "Walddörfer", Dr. Andreas Krefft, der den Text zu diesem innigen Lied verfasst hatte. Hier bewiesen die Musiker ihr absolutes Können, denn sie spielten ohne Dirigent, weil der zu singen hatte. Das Medley aus vier Titeln von Udo Jürgens ließ wohl viele der Zuhörer leise mitsingen.
Wer kennt es nicht, das tiefsinnige und tröstende Gedicht (1970 von Siegfried Fietz vertont) des in Flossenbürg hingerichteten Theologen Dietrich Bonhoeffer "Von guten Mächten..."? Es wurde wohl selten so einfühlsam vorgetragen und von so vielen derart innig mitgesungen.


Böhmische Klänge

Mit der "Bodensee-Polka" wurde an den typischen Sound aus Böhmen erinnert. Zunächst musizierten nur drei Musiker und füllten mit ihren sauber vorgetragenen Tönen den gesamten Kirchenraum, bevor sich schließlich alle anderen Instrumente anschlossen. Unterschiedliche Tempi, wechselnde Instrumenten-Einsätze und tolle Melodie-Passagen machten den Reiz dieses Stückes aus, das mit einem kräftigen Paukenschlag endete.
"Das Bergwerk" (von Rainhard Fendrich) wurde einfühlsam von Miriam Voll und Dominik Schäfer vorgetragen und zart von den Musikern begleitet. Dasselbe kann von "Heal The World" (von Michael Jackson) gesagt werden. Sehnsüchte der heutigen Generationen fanden sich in dem Text auf der Leinwand sowie in der Musik wieder. "Oh Maria, vergiss mein nicht" sang zu Herzen gehend Susanne Wehner. "You raise me up" - Du ermutigst mich - stellte an die Instrumentalisten enorme Anforderungen, denn sie mussten hohe Töne zustande bringen, meisterten dies jedoch bravourös. Wer genau hinhörte, konnte ein "Herz" schlagen hören, das im Zusammenspiel aller nicht unterging.
Nach genau 60 Minuten dröhnte ein lautes und kraftvoll gespieltes und gemeinsam gesungenes "Sing mit mir ein Halleluja" durch das Kirchenschiff, das wohl jedes Herz erfreute. Pater Stanislaus konnte gar nicht genug "Danke" sagen, so sehr hatte ihn das Konzert, das er auch als Andacht empfand, begeistert und berührt. Die Zugabe, die er forderte, kam prompt mit "Time to say Goodbye", bevor sich das Publikum mit "Standing Ovations" bei den Musikern bedankte.