Das Klima setzte dem Markt Burkardroth im vergangenen Jahr zu. Der Markt reduzierte den Holzeinschlag wegen des Borkenkäfers und die Hitze ließ eine Quelle in Stangenroth versiegen. Wenn es regnete - dann zu viel auf einmal. "Wir haben mehrfach mit Sturzregen zu kämpfen gehabt", sagte Bürgermeister Waldemar Bug (ödp) bei der Bürgerversammlung in Premich. Die Folge waren überschwemmte Keller und vom Wasser beschädigte Wohnungen. Deshalb gab Bug bei der Versammlung bekannt, dass der Markt ein ein Sturzfluten-Management ausarbeiten lässt.

Klare Ursachen

Die Ursachen sind für Bug klar: "Durch den Klimawandel nehmen die extremen Regenereignisse zu." Hinzu kämen eine damit überlastete Kanalisation und fehlende Rückhaltemöglichkeiten. "Auch die Entwässerungsgräben sind weniger geworden", führt er seine Aufzählung fort. Als weiterer Faktor kämen die örtlichen Gegebenheiten ins Spiel. "Das Wasser sammelt sich und läuft in der Falllinie eines Hanges abwärts." Das Gefährliche daran: "Das geht schnell und die Wassermassen haben wegen der hügeligen Rhöner Landschaft eine hohe Geschwindigkeit", erklärt Bug.

Probleme im Markt Burkardroth

Betroffen war davon beispielsweise Oehrberg. "Es gab im vergangenen Jahr zwei Mal den Fall, dass ein Maisacker zur Hintertür rein, und zur Haustür wieder raus ist", sagt Bug rückblickend. Durch das Sturzfluten Management soll das der Vergangenheit angehören. Das Konzept entwickelt das Ingenieurbüro Björnsen aus Koblenz. "Aktuell befindet sich das Büro in der Bestandsanalyse", informiert der Bürgermeister des Marktes Burkardroth.

Mehrere Stufen

Im nächsten Schritt gilt es die Gefahren zu ermitteln. "Konkret heißt das, dass untersucht wird was wo passieren kann", erläutert Bug. Anschließend gehe es an die Bewertung der Risiken. Aus den erarbeiteten Punkten sollen dann konkrete Punkte entwickelt werden. "Das können zum Beispiel zustätzliche Rückhaltebecken oder die Vergrößerung bestehender Regenrückhaltebecken sein", sagt Heiko Schuhmann, der Kämmerer des Marktes Burkardroth. Auch die Ausweitung von Bachläufen sei möglich.

Kosten des Konzepts

Das Ausarbeiten des Sturzfluten-Managements lässt sich der Markt 180.000 Euro kosten. "Weil wir uns aber momentan in der Bestandsanalyse befinden, kann noch der eine oder andere Punkt dazukommen", teilt Schuhmann mit. "Die Summe kann sich also noch erhöhen."

Allerdings reiche es nicht aus, nur auf neue Strukturen zu setzen. "Im Rahmen der Flurbereinigung haben wir versucht das Oberflächenwasser um die Orte herum zu leiten", informiert Schuhmann. Dennoch gäbe es Punkte, an denen das vermutlich nicht vollkommen gelungen sei. "Ob sich unser Verdacht bei den kritischen Stellen erhärtet, zeigt sich nach der aktuellen Prüfung."

Pflege der Gräben

Hinzu komme außerdem die Pflege der Gräben. Diese seien teilweise mit Gestrüpp verwuchert, wie bei der Bürgerversammlung in Premich moniert wurde. "Die Firma Glückler ist damit bereits beauftragt", informiert Bug. Die Aufgabe, andere Teile der Wassergräben freizuschneiden übernehmen Mitarbeiter des Bauhofs.