Schon vor einem Jahr wurde die Einrichtung "Tagesstruktur für Erwachsene nach dem Erwerbsleben" (Tene) von der Bad Kissinger Lebenshilfe in ihrem neuen Haus Au-Blick in der Friedrich-Liszt-Straße 4 eingeweiht. Doch noch immer gibt es freie Plätze in dieser Tagesstätte, deren Besucher von Leiterin Christina Leurer und ihren Kolleginnen, den Sozialpflegerinnen Anya, Marion und Sabine, fachgerecht betreut werden. Die Kosten für die Unterbringung übernimmt im Regelfall der Bezirk Unterfranken.

Der demografische Wandel ist auch an der wachsenden Zahl älterer Menschen mit Behinderung ablesbar. "Vor wenigen Jahrzehnten gab es kaum Nachfrage für die Tagesbetreuung", erinnert sich Monika Fella, Aufsichtsratsvorsitzende des Bad Kissinger Lebenshilfe-Vereins. Dies hat sich inzwischen geändert. "Der Bedarf ist da", bestätigt Vorstand Alex Iffert, weshalb Bezirk und Regierung von Unterfranken nicht nur den Bau des neuen Wohnheims für 24 Bewohner, sondern auch die im selben Haus eingegliederte Tageseinrichtung finanziell gefördert hat. "Vor einem Jahr war unsere Tene erst die zweite Tagesstätte für Senioren mit Behinderung in ganz Unterfranken, heute gibt es mindestens vier", betont Iffert. "Aber in unserem Landkreis sind wir immer noch die einzigen."

Trotz ihres recht umständlichen Namens gleicht die Lebenshilfe-Einrichtung "Tagesstruktur für Erwachsene nach dem Erwerbsleben" eigentlich jeder anderen ambulanten Tagespflege. "Allerdings nehmen wir nur Senioren mit Behinderung auf", nennt Tene-Leiterin Christina Leurer den wichtigsten Unterschied, woraus sich auch der zweite ergibt: "Wir haben mehr Mitarbeiter pro Besucher, also mehr Zeit für jeden einzelnen und können somit intensiver und ausdauernder auf jeden Gast eingehen."

Bis jetzt sind nur vier der insgesamt 14 zugelassenen Betreuungsplätze in der Tene mit Senioren belegt. Die restlichen Betreuungsplätze nutzen vorübergehend Jüngere, die wegen der Corona-Hindernisse momentan nicht ihrer üblichen Tagesarbeit in den Nüdlinger Werkstätten nachgehen dürfen. "Doch diese zehn noch offenen Plätze stehen jedem behinderten Senior im Landkreis zur Verfügung", wirbt Leurer für ihre Einrichtung.

Zusätzlich zum großen Aufenthaltsraum mit freiem Blick in den 1 000 Quadratmeter großen Garten gibt es in der Tene noch einen Therapieraum, der zusätzlich als Gruppenraum oder als gelegentlicher Rückzugsort genutzt werden kann, einen kleineren Ruheraum mit Hochbetten und natürlich die Küche. "Das gemeinsame Vorbereiten des Mittagessens ist die schönste Beschäftigung für alle", weiß die Leiterin. Wie in anderen Senioren-Tagesstätten unternehmen auch die Tene-Besucher tagsüber gemeinsame Spaziergänge oder Ausflüge in den beiden Lebenshilfe-Bussen ins Grüne oder in die Stadt.

"In unserer Tene schaffen wir die Rahmenbedingungen, um Senioren mit Behinderung angemessen am Leben in der Gemeinschaft teilhaben zu lassen und ihnen einen sinnerfüllten Lebensabend zu ermöglichen", formuliert Vorstand Alex Iffert die Aufgabe der Einrichtung. Damit ermöglicht die Bad Kissinger Lebenshilfe ihren Besuchern, die bisherige Wohnform - sei es bei Angehörigen oder selbstständig im Wohnheim - unverändert beizubehalten und innerhalb eines strukturierten Tages- und Wochenablaufs sich entsprechend persönlicher Neigungen und aktueller Tagesform zu beschäftigen.

Information: Tene der Lebenshilfe Bad Kissingen, Friedrich-Liszt-Straße 4, 97688 Bad Kissingen, Telefon: 0971/ 69 91 92 10, Email: tene-aublick@mail.lh-kg.de; Öffnungszeiten: Montags bis donnerstags 8 bis 15.30 Uhr, freitags 8 bis 13 Uhr.