Der Vorstand des SV Wildflecken hatte sich zum 80-jährigen Jubiläum entschlossen, keinen Festkommers durchzuführen. Erst der 75. Geburtstag wurde an drei Tagen mit Sportveranstaltungen, Festzug, ökumenischem Gottesdienst, Festkommers, Vorstellung der 448-seitigen Chronik durch Autor Thomas Helfrich und einem Film begangen.

Musikalisch gestalteten den Abend der Gesangverein Wildflecken, eine Posaunengruppe und die Kapelle "Swingin' Five" im vollen Sportheim. Los ging das Festwochenende mit dem mittlerweile 10. Mountainbike-Biathlon. Abgeschlossen wurde der Tag mit einem "Bayerischen Abend". Sonntag fand nach einer Unterbrechung wieder der Lauf des "Rhön-Grabfeld-Cup" in Wildflecken statt.

Aus der Chronik

Unter dem Leitgedanken "Sport schafft Lebenslust und Lebensfreude" wurde der Sportverein am 6. Juni 1934 von 14 aktiven Fußballern und vier passiven Fußballfreunden mit dem Ziel, die Dorfgemeinschaft zu festigen und die Kameradschaft zu pflegen, gegründet. Die sportlichen Aktivitäten gehen bis 1928 zurück. Ab 1931 gab es Fußball in organisierter Form. 1933 wurde der Verein von den Nationalsozialisten verboten. Ein Jahr später entstand der SV.

Mit der Errichtung des Truppenübungsplatzes 1937/1938 ging es finanziell und sportlich aufwärts. In dieser Zeit wurde der Sportplatz an der Jahnstraße von der Heeresbauverwaltung errichtet. Allerdings wurde mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges das Fußballspielen eingestellt. Nach Kriegsende profitierte der SV vom Zuzug von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen. Neben der steigenden Zahl von Fußballern erweiterte sich auch das sportliche und kulturelle Angebot um eine Boxstaffel, Damenhandball-, Ski- und Kulturabteilung. Im März 1948 entschloss sich der Vorstand, die neben dem Sportplatz gelegene Baracke als Clubheim zu nutzen. Kurz darauf wurde die Damengymnastik- und Leichtathletikabteilung gegründet.

Das gepachtete Clubheim kaufte der SV 1953 vom Bund für 694 Mark. Im gleichen Jahr wurde die Schwerabteilung gegründet. 1964 entstand das neue Sportheim. Als "Erbauer" des 350.000 Mark teuren Mehrzweckgebäudes wurde Vorsitzender Kaspar Dörrbecker zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Im neuen Heim waren Schießstände und eine Kegelbahn untergebracht. Ab 1966 hieß das Clubheim dann Sportheim. Unter dem Vorsitzenden Walter Gutmann baute der SV 1970 für 40.000 Mark den Mehrzwecksaal aus. Für sein Engagement als Fußballer, Trainer und Vorsitzender erhielt Gutmann 2004 die Ehrenmitgliedschaft.

Sportanlagen errichtet

Von der Gemeinde wurde 1978/1979 in Zusammenarbeit mit dem SV die Schul- und Breitensportanlage errichtet, die später zur Erinnerung an den Ehrenbürger und Ehrenvorsitzenden "Helmut-Patzke-Stadion" genannt wurde. Da hier auch Tennis gespielt werden konnte, gründete sich die Tennisabteilung. 1985 wurde der Neubau des vereinseigenen Sportplatzes abgeschlossen. Vorsitzender Gerhard Fiedler übergab die 558.000 Mark teure Anlage an die Fußballer. 1996 erhielt das Sportheim für knapp 200.000 Mark eine Generalsanierung. Im gleichen Jahr ergänzte Aerobic das SV-Programm. 1998 kam noch die Volleyball-Abteilung hinzu.

Auf Vorschlag von Hubert Schumm findet seit 2003 der "Neujahrsempfang" durch den SV statt. Von ihm wird das Sportheim seit 1994 ehrenamtlich bewirtschaftet. Das neue Schützenheim in Oberwildflecken wurde 2004 eingeweiht. Der langjährige Schützenmeister Hermann Helfrich wird zum Ehrenschützenmeister ernannt.

Im April 2013 gründeten die fünf Vereine FC Bad Brückenau, DJK Schondra, SV Riedenberg, SC Oberbach und der SV Wildflecken die JFG (Jugendfördergemeinschaft) Sinntal/Schondratal. Wegen Spielermangels ist der Sportverein 2013/2014 mit der Reservemannschaft des VfR Stadt Bischofsheim eine Spielgemeinschaft eingegangen. Dennoch gelang es nicht, die A-Klasse zu halten. Mit einer eigenen Mannschaft will der SV versuchen, es nächste Runde in der B-Klasse besser zu machen.

Besondere Verdienste erwarb sich der Verein bei der Integration - eine Aufgabe, die beim SV seit jeher im Mittelpunkt steht.