Vor über drei Monaten hatte die achte Klasse aus Schondra unter Regie ihres Deutschlehrers Walter Kuhn mit den Proben für ein Stück mit 15 Szenen von Angie Thomas ausgewählt: "Abgehauen - ein Teen-Abenteuer".
Die 13-Jährige Rosalinda aus einem kleinem Dorf bei Nürnberg begegnet bei einem Konzert ihrem großen Sängeridol Bustin Jieber. Beim Autogramm dann ein kurzes Wort des Stars zu Rosalinda: "Well, see you in Berlin!"
Naiv träumt sie von ihrem großen Idol und macht sich auf den Weg in die Bundeshauptstadt, überzeugt davon, dass Bustin auf sie wartet. Skurrile Begegnungen mit verschiedenen Typen am Bahnhof und in der Berliner U-Bahn, mit Demonstranten am Brandenburger Tor und mit einem völlig egozentrischen Bustin Jieber lassen die Träume des jungen Mädchens vom Dorf nach und nach zerplatzen. Gott sei Dank ist ihr Schutzengel immer dabei, macht sich Sorgen um seinen Schützling und biegt manche Situationen wieder in die gerade Richtung, so dass sich am Ende Rosalinda und ihre Eltern mitten in Berlin wiederfinden.

Pädagogisch wertvoll war das Stück, da der Zuschauer zusammen mit Rosalinda viel über die Welt und ihre Schattenseiten lernen konnte: Trampen kann ganz schön gefährlich sein. Obdachlos ist man nicht einfach so aus Spaß. In Großstädten treiben sich auch allerhand Ganoven herum. Selbst etwas auf die Beine zu stellen, ist oft viel besser, als irgendwelchen Popstars hinterher zu ziehen. Viele Menschen müssen mit viel zu niedrigen Löhnen und Renten auskommen. Vermeintliche Superstars haben oft auch ganz andere Seiten. Und, einen guten Schutzengel an seiner Seite zu haben, ist gar nicht so schlecht.

Das Stück forderte gerade von den Hauptdarstellern Rosalinda (Dana Rüttger), ihren Eltern (Ann-Kathrin Henkel und Dominik Schneider), dem Schutzengel (Sina Düring) sowie Rosalindas Freundin (Maria Allitaj) viel Text und darstellerisches Können ab.

Bustin Jieber, gespielt von Dominik Grom, hatte sich vor zwei Wochen das Fußgelenk gebrochen. Trotz Gehstöcke konnte er den arroganten Superstar anschaulich darstellen. Überzeugen konnten auch die Statisten aus der vierten Klasse unter Leitung von Klassenlehrerin Ursula Schubert als Discotänzerinnen oder Demonstranten in Berlin.

Kulturelles Gemeinschaftsprojekt

Die 19 Mittelschüler und 17 Grundschüler schlüpften in über 90 Rollen und waren selbst ihre eigenen Bühnen- und Soundtechniker. Die Freude am Theaterspiel, die Zusammenarbeit der Schauspieler und Requisiteure sowie die Gesamtleitung durch Regisseur Walter Kuhn machten die Aufführung zu einem gelungenem kulturellen Gemeinschaftsprojekt. Hochachtung vor dieser Leistung. Die Zuschauer waren begeistert.