Bauschaufeln, Eimer, Besen, Verlängerungskabel, Kabeltrommeln, Trockengeräte, Dampfstrahler, Generatoren, Nass-Sauger, Tauchpumpen, Gummistiefel und Handschuhe - alle diese Dinge wurde so reichlich gespendet, dass Kerstin Kohlhepp von der Spedition Kenner gar nicht wusste, ob sie alle auf den Lkw passen.

Das Rupbodener Unternehmen stellte einen 40-Tonner zur Verfügung, um die Hilfsgüter ins von der Flutkatastrophe heimgesuchte Ahrtal zu transportieren. Am Freitagabend wurde innerhalb von sieben Stunden alles auf Paletten gepackt; am Samstagmorgen, 6 Uhr, begann die Fahrt Richtung Katastrophengebiet.

Vorher hatten Stelzner und Kohlhepp über soziale Medien und Messenger-Dienste unter dem Motto "Ein kleines Dorf hilft..." um Spenden gebeten. Mit Echo und Hilfsbereitschaft hatten beide nicht gerechnet. "Ich hätte nie gedacht, dass es so eine Aktion wird. Das ist echt verrückt", sagt Kohlhepp.

Offensichtlich habe sich der Aufruf über Mund-zu-Mund-Propaganda weiter verbreitet. Leute seien gezielt in Läden gegangen, die Baubedarf und ähnliches anbieten, denn: "Fast alle Sachen sind neuwertig." Die Initiatoren hätten darauf geachtet, dass die Dinge den Betroffenen vor Ort auch nützen: zum Keller-Auspumpen zum Beispiel. Oder zum Schlamm-Beseitigen. Spielzeug hingegen wurde nicht mitversandt.

Doch wie kommen die Hilfsgüter punktgenau an? Ein 40-Tonner kann wohl kaum direkt in die überfluteten Täler fahren. Hier half Kohlhepps Kontakt zu Kathrin Thelen. Sie stammt aus der Rhön und arbeitet fürs Bundesverteidigungsministerium.

"Ein Bundeswehr-Bataillon wird dem Lkw mit kleineren Fahrzeugen entgegenkommen, die Güter entgegennehmen und sie verteilen", sagte Kohlhepp am Freitagabend. So geschah es. In Bad Neuenahr wurde ein Großteil umgeladen, der Rest zwischengelagert.

"Es sollte nach Mayschoß gehen; allerdings war die Straße verkehrstechnisch so stark durch Helfer frequentiert, dass es für die Bundeswehr kein Durchkommen gab", schreibt Kohlhepp. Sonntagfrüh wurde ein erneuter Versuch unternommen.