Nachdem die VR-Bank ihr Gebäude in der Unterhainstraße in diesem Jahr umfassend saniert hat, zieht die Sparkasse nach. Im nächsten Jahr steht die energetische Sanierung an, wobei der Austausch der Fenster schon seit geraumer Zeit läuft. "Vor vier Jahren haben wir bereits unsere Schalterhalle umgebaut", erinnert sich Vorstandsvorsitzender Roland Friedrich. Damals flossen rund 613.000 Euro in den Umbau und die Erneuerung der Technik. Nach kleineren Investitionen in den vergangenen Jahren steht nun wieder ein großer Posten an: 490.000 Euro Investitionssumme sollen für das Gebäude in der Ludwigstraße in die Hand genommen werden.

"Wir sehen es ein Stück weit auch als unsere Aufgabe an, die Infrastruktur zu erhalten", begründet Friedrich die Investition in die Geschäftsstelle Bad Brückenau. Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) zeigt sich hocherfreut. "Das ist das beste Zeichen dafür, dass die Niederlassung in Bad Brückenau erhalten bleibt." Die Investition zeige, dass die Verantwortlichen die Stadt als Mittelzentrum für Wirtschaft und Handel einschätzten.


Mehr Sparer als Kreditnehmer

Neben der Geschäftsstelle in Bad Brückenau gibt es im Altlandkreis noch zwei weitere Sparkassen-Standorte in Motten und Wildflecken. Friedrich verspricht: "Aus heutiger Sicht sind die beiden Standorte für die nächsten zehn Jahre sicher." Zuletzt hatte die Sparkasse im Jahr 2005 ihr Filialnetz im Landkreis verkleinert. Mittlerweile gibt es 16 Geschäftsstellen, dazu kommen zwei Filialen direkt im Parkwohnstift Bad Kissingen und im Kurstift Bad Brückenau, zwei Zahlstellen im Burkardus Wohnpark und im Rosenhof in Bad Kissingen sowie einen SB-Standort im Rewe-Markt in Wildflecken.

Doch auch die Sparkasse kommt an den aktuellen Entwicklungen der Finanzbranche nicht vorbei. "Es ist ein schleichender Prozess", sagt Friedrich über die Immobilienkrise im Jahr 2009, auf die Bankenkrise und Staatsschuldenkrise folgten. Die Sparkasse bekomme mehr Geld von ihren Kunden anvertraut, als sie als Kredite ausgebe, berichtet Friedrich, das sei "typisch für unsere Region." Wo aber solle ein Geldinstitut das Geld anlegen, wenn die Europäische Zentralbank weiter an der Niedrigzinspolitik festhalte und sogar gefragte Bundesanleihen inzwischen mit Minuszins gehandelt würden?

Die Kapitalflucht in Immobilien, Friedrich nennt sie "Betongold", hält er für ungesund - auch wenn die Auswirkungen im Landkreis Bad Kissingen überschaubar seien. Dass viele das niedrige Zinsniveau nutzen, um neu zu bauen oder Bestand zu modernisieren, diesen Trend spüre er auch in der Region. Dennoch sieht er eine Gefahr: "Viele begeben sich in eine Finanzierung hinein. Es ist aber nicht klar, ob sie das auch halten können", warnt Friedrich.

353 Mitarbeiter beschäftigt die Sparkasse Bad Kissingen im Landkreis. Im Altlandkreis Bad Brückenau sind es 24 Mitarbeiter und zwei Auszubildende.

16,96 Prozent beträgt die Eigenkapitalquote der Sparkasse Bad Kissingen, das entspricht rund 135,6 Millionen Euro Eigenkapital (Stand Dezember 2015).

1,04 Millionen Euro Jahresüberschuss erwirtschaftete die Sparkasse Bad Kissingen durchschnittlich in den vergangenen neun Jahren.