Die Verwaltungen des Unesco-Biosphärenreservats Rhön, der Verein Natur- und Lebensraum Rhön e. V. (VNLR) und die Rhön GmbH haben es sich zur gemeinsamen Aufgabe gemacht, das Rhönschaf und die Rhönschäferinnen und -schäfer zu unterstützen. Ein Erfolgsprojekt seit 2018: die Rhönschaf-Genießerwochen, die im Herbst 2021 bereits zum vierten Mal stattfinden. Vom 25. September bis zum 17. Oktober steht das Maskottchen der Rhön wieder im Mittelpunkt zahlreicher Veranstaltungen.

Im Jubiläumsjahr des Biosphärenreservats gibt es gleich zwei besondere Highlights. Die Rhön ist nicht nur landschaftlich, sondern auch kulinarisch ein Genuss. Das war nicht immer so: Einst galt die Rhön als arme, karge Gegend, und die Menschen ernährten sich von dem, was sie anbauen, sammeln oder jagen konnten. Einfache Gerichte mit Milch, Kartoffeln und Kraut sowie Mehlspeisen standen auf dem Speiseplan. Etliche dieser Rezepturen sind bis heute überliefert und werden in den Rhöner Gaststätten und Restaurants teils neu interpretiert.

Eine der Delikatessen hat sich im Unesco-Biosphärenreservat Rhön bis heute gehalten: Das Rhönschaf, von dessen Fleisch bereits Napoleon begeistert war, heißt es in einer Pressemitteilung des Unesco-Biosphärenreservats. Das Schaf, das heute als Maskottchen der Rhön gilt, hat eine bewegte Geschichte hinter sich und galt in der Region zwischenzeitlich fast als ausgestorben. Dank zahlreicher Initiativen prägt es heute wieder das Landschaftsbild der Region.

Die wertvolle, aber auch harte Arbeit der Schäferinnen und Schäfer, die Bedeutung von Beweidung im Naturschutz und die besondere Geschichte des Rhönschafs steht während der Rhönschaf-Genießerwochen wieder im Fokus. Zahlreiche Partnerbetriebe aus dem Netzwerk der Dachmarke Rhön haben für die Aktionswochen besondere Übernachtungs- und Genussangebote kreiert. Auf seiner Tour durch die Rhön verputzt der wollige Landschaftspfleger zahlreiche Wildkräuter. Das macht sich auch im Geschmack bemerkbar, der sich auch aufgrund des geringen Fettanteils eher dem Wild zuordnen lässt.

Kochbuch mit Rhönschaf-Rezept

Ihre Lieblingsrezepte wollen die Rhönschäferinnen und -schäfer und die Gastronomiebetriebe in diesem Jahr mit der Rhön und der Welt teilen. Ganz individuelle Kreationen haben sie, haben Janet Emig vom Verein Natur- und Lebensraum Rhön und Martina Klüber-Wibelitz von der Abteilung Dachmarke bei der Rhön GmbH verraten. Insgesamt 29 Rezepte und einen Picknick-Tipp haben die beiden Organisatorinnen der Rhönschaf-Genießerwochen zusammengetragen - entstanden ist das "Rhönschaf-Genießerkochbuch".

"Das Kochbuch ist für uns das absolute Highlight in diesem Jahr - ein tolles Geschenk an uns selbst zu 30 Jahren Unesco-Biosphärenreservat Rhön, die wir in diesem Jahr feiern", freut sich Janet Emig. Von der Rhönschaf-Bratwurst über den Hirtenfladen bis hin zum Sterne-Gericht, von schnell gemacht bis elegant gezaubert: Die Rezepte sind vielfältig - nicht nur hinsichtlich Aufwand und Schwierigkeitsgrad, sondern auch, was die ganzheitliche Verwendung des Schafes angeht. Natürlich gibt es auch umfangreiche Tipps zu passenden Beilagen, und die Schäferinnen und Schäfer sowie die Betriebe werden ausführlich vorgestellt.

E-Bike-Tour

Herausgegeben wird das Buch von der Rhön GmbH, dem Verein Natur- und Lebensraum Rhön e. V. und der Hessischen Verwaltung des Biosphärenreservats in Kooperation mit der Druckerei Mack aus Mellrichstadt. Das "Rhönschaf-Genießerkochbuch" ist ab 25. September im Buchhandel und an weiteren regionalen Verkaufsstellen wie in den Tourist-Informationen in Bad Kissingen, Bad Neustadt, auf dem Kreuzberg und der Wasserkuppe sowie im Rhön Laden im "Haus der Schwarzen Berge" in Oberbach erhältlich.

Eine weitere Neuheit, die in diesem Jahr das Programm perfekt ergänzt, aber als Angebot auch über die Aktionswochen hinaus bestehen bleiben wird, ist eine E-Bike-Tour zum Thema Rhönschaf. Diese wurde von Studierenden der Hotelfachschule der Eduard-Stieler-Schule Fulda im Rahmen ihrer Abschlussarbeit konzipiert und im Frühjahr präsentiert.

Die Thementour beginnt auf der Wasserkuppe, führt über Wüstensachsen, Melperts, Seiferts und Birx bis zur Hochrhönstraße am Schwarzen Moor. Vom Moor geht es bis nach Bischofsheim, weiter nach Gersfeld und zurück zur Wasserkuppe. Auf dem Weg liegen Betriebe und Läden, die Rhönschaf-Produkte anbieten, Schäfereien - und natürlich Rhönschaf-Weideflächen. Mit 56 Kilometern und einer Dauer von etwa 4,5 Stunden ist die Tour eher anspruchsvoll. Den Verlauf und eine ausführliche Beschreibung finden Sie auf dem Tourenportal der Rhön GmbH: Das Programm der Genießerwochen gibt es unter www.biosphaerenreservat-rhoen.de.