Menschen mit Handschuhen, die Tassen mit Glühwein fest umschlossen, harren am Marktplatz aus. Die Musiker der "Feierabendbänd" geben ihr Bestes, die Stimmung anzuheizen. Kinder probieren neue Winterstiefel an und im Buchladen riecht es, wie es in einem Buchladen eben riechen muss. Kalt ist es draußen, aber das muss so sein Mitte November. Eher ungünstig waren die Ankündigungen im Radio, dass Blitzeis zu erwarten sei.


Feuerwerk gibt's nicht mehr

"Bei schönerem Wetter wäre sicher noch viel mehr los gewesen", zieht Gerhard Fläschner von der Werbegemeinschaft eine erste Bilanz. "Leider ist uns die Warnung vor Blitzeis in die Quere gekommen." Was für den Geschäftsmann aber mehr zählt als die blanken Besucherzahlen, ist die Stimmung. "Die Leute, die da waren, fanden es gut", freut er sich trotzdem. Dass - anders als vor ein paar Jahren noch - kein Feuerwerk veranstaltet wurde, begründet Georg Roth, der zusammen mit Gerhard Fläschner und Hermann Knüttel die Werbegemeinschaft leitet, mit dem engen Budget. Besucher des Lichterglanz' erzählen sich, dass das Feuerwerk in der Vergangenheit zum Teil wetterbedingt gar nicht richtig zur Geltung gekommen sei.

Dafür habe die Werbegemeinschaft nun Geld in die Hand genommen, um Live-Musik zu organisieren, erzählt Fläschner. Auch weitere Höhepunkte, die gar nicht alle aufgezählt werden können, warteten auf die Besucher. Das Eiscafé Venezia lud Kinder zu einer Vorlesestunde ein, die Feuerwehr gab eine Vorstellung und 3. Bürgermeister Dieter Seban rückte eigens mit seinem Maronen-Ofen an und sorgte für herbstlichen Genuss.


Engagement im Hintergrund

Die Organisation stemmten im Wesentlichen Gisela Knüttel, Gerhard Fläschner und Georg Roth. Die Stadt unterstütze den Lichterglanz mit dem Aufbau der Buden auf dem Marktplatz. Adolf Dörflinger entzündete in bewährter Weise Feuerschalen, die oben auf den Blumenampeln thronten. Raclette, Kinderpunsch und Glühwein, ein Tässchen Brückenauer Stadtkaffe oder eine deftige Bratwurst - hungrig musste niemand nach Hause gehen.

Mit etwas Wehmut wird der ein oder andere noch einmal in "Blüten-Blatt-Stielwerk" in der Ludwigstraße hineingeschaut haben. Das Geschäft schließt Ende des Monats. Vor allem Geschenkartikel und Dekoration sind das Steckenpferd von Gerda Dorsch. 17 Jahre, drei davon in Geroda, betrieb sie das Geschäft. Nicht wirtschaftliche, sondern private Gründe hätten den Ausschlag für den Entschluss, den Laden aufzugeben, gegeben, sagt sie. Eine Entscheidung, die ihr nicht leicht gefallen ist.

Je später der Abend, desto frischer wird es draußen. Die Menschen vor der Bühne jedoch tauen immer mehr auf. Und so geht ein schöner Abend zu Ende, der im nächsten Jahr seine Fortsetzung finden wird.