Eng und laut ist es am Samstagmorgen in dem alten Klassenraum der ehemaligen Schule in Rupboden. Viele sind gekommen, um eine Auffrischung in Sachen Ilek (Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept) und dem Entwicklungskonzept zur Anpassung der öffentlichen Daseinsvorsorge zu hören. Außerdem sollte die Frage geklärt werden, wie es mit dem erarbeiteten Konzept weitergeht, das im Februar 2014 den acht Bürgermeistern der Rhönallianz übergeben wurde und insgesamt 88 Projektideen beinhaltet.


Region in einer bevorzugten Lage

Wilhelm Friedrich (CSU), der Bürgermeister des Marktes Zeitlofs, begrüßte die beiden Vertreter von der Regierung Unterfranken und dem Amt für ländliche Entwicklung, Daniela Kircher und Robert Brommer, die sich den Fragen der Anwesenden zu Projekten und deren Förderung stellten. Beide Ämter seien - das wurde an diesem Vormittag mehrfach betont - Ansprechpartner für die Rhönallianz in punkto Projektförderung, und damit sei die Region in einer bevorzugten Lage, gleich zwei Anlaufstellen für Förderungen zu haben. Den Vortrag des Ilek-Konzepts übernahmen zwei Vertreter von "Baader Konzept", Sabine Müller-Herbst und Jörg Franke, die das Konzept bis Ende des Jahres 2013 für die Rhönallianz erstellt haben. Dabei wurde verdeutlicht, welche Funktionen es für die Region hat. Architekt Franke brachte es in seinem Vortrag auf den Punkt: "Wie kann ich Dörfer gestalten, um den Anschluss nicht zu verlieren?" Seine Kollegin erklärte, dass es darum gehe, die Lebens- und Arbeitsbedingungen in den ländlichen Regionen zu verbessern und Arbeitsplätze zu sicher, sowie die Attraktivität für Gäste zu steigern. Das klingt sehr optimistisch. Eins steht jedoch fest: Die demographischen Prognosen für den Landkreis sind eher pessimistisch.


Abwärtsspirale verhindern

Die Bevölkerung wird stark abnehmen, dabei nimmt der Anteil der Älteren zu und der Anteil der Jüngeren stark ab. Die Folgen sind abzusehen. Leerstand und weitere Abwanderung können zu einer Abwärtsspirale führen. Genau dagegen möchte das Ilek sich wenden und einen Ausweg mit dem Entwicklungskonzept zur Anpassung der öffentlichen Daseinsvorsorge Ideen und Vorschläge anbieten. "Manchmal hilft eben ein Blick von außen", meint Müller-Herbst.


Projekte einreichen

Und was ist bis zum heutigen Tag daraus geworden? Mit 88 Projektideen schloss das Projekt Ilek vor gut zwei Jahren ab. "Die Zusammenarbeit in der Allianz war bisher sehr gut", lobte Friedrich und schließt an: "jetzt wird es noch intensiver in den Ortsteilen". Die Gäste, darunter auch einige Bürgermeister der Allianz und Gemeinderatsmitglieder sowie Bürger der Gemeinden, fragten nach den weiteren Schritten. "Es liegt nun an Ihnen, Projekte einzureichen. Und dafür brauchen wir einen detaillierten Kostenplan, damit wir berechnen können, was gefördert wird", ermutigte Kircher die Anwesenden.


Wasserdichter Kostenplan

Der Kostenplan müsse natürlich wasserdicht, und das Konzept nachvollziehbar sein. Das koste erstmal viel Arbeit und auch Geld, was möglicherweise nicht sofort zurückkommt, gibt die Referentin für Städtebau der Regierung Unterfranken zu, aber der Lohn könne ein attraktiveres Dorfbild sein. Ganz wichtig sei dafür auch die Beteiligung und der Wille der Bürger, an den Projekten zu partizipieren. Dafür brauche es viele Gespräche untereinander.


Nächster Termin 28. April

Bleibt zu hoffen, dass in den Gemeinden kräftig an den Projekten gefeilt wird, um der demographischen Entwicklung, dem Zerfall der Dörfer und der wirtschaftlichen Zentralisierung entgegenzuwirken und der Region damit einen Vorschub zu leisten. Die nächste Arbeitswerkstatt findet am 28. April in Bad Brückenau statt.