Gut besucht war die Bürgerversammlung in Römershag, wo Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) einen Überblick über die wirtschaftliche, strukturelle und kulturelle Entwicklung der Stadt gab.

Wahre Besuchermagneten sind das Stadtfest und der Pinklauf. Alleine in der Georgi-Kurhalle gebe es pro Jahr zum Beispiel rund 500 Einzel-Veranstaltungen. "Man unterschätzt immer so leicht, was bei uns alles abgeht." Bei fast allen großen Veranstaltungen würde ohne die tatkräftige Hilfe der Ehrenamtlichen nichts funktionieren.


Hoffen auf 70 Prozent Förderung

26 Kinder besuchen den Kindergarten in Römershag. "Es gab einen kleinen Aufwärtstrend, das ist ungeheuer wichtig, damit wir den Kindergarten erhalten können", betonte die Rathauschefin. Die Mittelschule im Römershager Schulzentrum muss generalsaniert werden: "Einen entsprechenden Stadtratsbeschluss gibt es bereits." Rund 70 Prozent Fördermittel erhofft sich die Stadt, um dieses Bauvorhaben stemmen zu können. "Acht Millionen Euro sind für eine kleine Stadt eine riesige Summe, aber wenn die Förderung steht, können wir angreifen", konstatierte Meyerdierks.

Der Außenbereich des Bad Brückenauer Jugendzentrums soll schon bald neu gestaltet werden. "Außen sieht es nicht gerade einladend aus. Innen ist aber schon viel gemacht worden." Mit Hilfe von großzügigen Spenden wird der Eingangsbereich auf Vordermann gebracht.

"In Bad Brückenau haben wir keine nennenswerten Probleme mit den Asylbewerbern", berichtete Meyerdierks. Aktive Helferkreise haben sich gebildet, die Flüchtlinge seien von der Bevölkerung insgesamt gut aufgenommen worden. Beim Sommerfest in Volkers haben sich die Flüchtlinge und die Einheimischen sowie die vielen ehrenamtlichen Helfer näher kennenlernen können. Auf Nachfrage erklärte Meyerdierks, dass im Ortsteil Römershag keine Unterkunft für Asylsuchende geplant sei. Etwaige Gerüchte entbehrten jeder Grundlage. "Die Stadt wird immer zuerst gefragt, wenn neue Unterkünfte geplant sind."


Gemeinsame Abwasserfrage

Auch auf die Arbeit der Brückenauer Rhönallianz ging Meyerdierks ein. "Wir gehen gemeinsam Themen an, die alle Gemeinden betreffen. Zum Beispiel die Abwasserfrage. Wildflecken und Riedenberg suchen nach einer neuen Lösung. Wir haben die große Kläranlage in Trübenbrunn, die man dafür nutzen könnte." Auch die Innenentwicklung und Revitalisierung in den Ortskernen werde in der Rhönallianz intensiv besprochen. Bei den Bürgerinitiativen rund um "Südlink" habe sich gerade auch in Römershag gezeigt, "was man zusammen alles bewegen kann". Eine derart übergreifende Zusammenarbeit zwischen vielen Kommunen, Landkreisen, Bundesländern, Regionen und Bürgern habe es bisher nur selten gegeben. Meyerdierks zeigte sich zuversichtlich, dass Bad Brückenau von negativen Einflüssen einer Stromtrasse verschont bleibe. Als "unendliches Thema" bezeichnete Meyerdierks die Bemühungen um einen durchgängigen Radweg entlang der ehemaligen Bahntrasse. "Wir als Stadt haben vorrangig ein großes Interesse daran, das Bahnhofsgelände endlich ordentlich zu gestalten."


Bahnhof blockiert

Im Stadtgebiet selbst seien Radwege vorhanden, doch am ehemaligen Bahnhof komme man keinen Schritt weiter. Die Stadt hofft zudem auf die Freistellung der Bahntrasse, damit die Straße zwischen Wernarz und Bad Brückenau in Angriff genommen werden, die mittlerweile in einem schlechten Zustand sei.
Monatelang hatten die Kommunalpolitiker leidenschaftlich über die Fußgängerzone diskutiert. Eine Öffnung für den Autoverkehr wurde letztlich mehrheitlich abgelehnt. Meyerdierks machte kein Geheimnis daraus, dass diese Entscheidung nicht bei allen Bürgern ohne Proteste hingenommen worden ist. Doch die Wogen glätten sich wieder.

Der Abriss der früheren Bekleidungsfabrik Ferkinghoff schreitet rasch voran. Die Planungen zum Neubau eines Rewe-Marktes seien vom Stadtrat befürwortet worden. "Die Stadt Bad Brückenau selbst braucht zwar sicherlich keinen weiteren Lebensmittelmarkt, aber was wäre die Alternative gewesen? Eine Industrie-Ruine, bei der irgendwann die Scheiben eingeworfen werden, will niemand haben." Die Unternehmerfamilie Ferkinghoff habe sich intensiv um eine Weiternutzung des Industriebetriebes bemüht, ohne Erfolg. Zudem kommen emissionsschutzrechtliche Einschränkungen hinzu. Zur Versorgung des Umlandes sei eine weitere Handelskette in der Stadt jedenfalls dienlich. Die Kissinger Straße, die wichtigste Durchgangsstraße, wird heuer saniert. Es wird phasenweise eine einseitige Sperrung geben. "Ich bin wahnsinnig froh, dass die Kissinger Straße endlich gemacht wird. Wir haben das so lange schon herbeigesehnt", konstatierte Meyerdierks.


ÖPNV und Dorfplatz

706 Menschen haben ihren Hauptwohnsitz in Römershag. 53 Nebenwohnsitze sind ebenfalls dort gemeldet. Meyerdierks schloss ihren Vortrag mit dem neuen Imagefilm über Bad Brückenau ab. In der Bürgerdiskussion ging es unter anderem um den Anschluss Brückenaus an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), um die Schaffung eines neuen Dorfplatzes in Römershag, um Sauberkeit und Ordnung im Ortsbild und um den Standort der Glascontainer. Umgesetzt wird aller Voraussicht sehr bald ein Kinderspielbereich am Sportplatz.