Geboren wurde er am 14. Oktober 1926 in Altglashütten. Nachdem sein Geburtsort 1938 dem Bau des Truppenübungsplatzes weichen musste, zog seine Familie zunächst nach Reußendorf, 1952 nach Oberwildflecken und kurze Zeit später nach Wildflecken um.
Nach der Schule machte Helfrich eine Ausbildung als Industriekaufmann bei der Firma Auto-Löhmer in Bad Brückenau. Während des Zweiten Weltkrieges wurde er zur Wehrmacht einberufen, zunächst als Infanterist an die Ostfront. Nach seiner Verwundung wurde er an die Westfront verlegt, wo er kurze Zeit später in amerikanische Kriegsgefangenschaft geriet. Nach Kriegsende fand er zunächst beim Forstamt in Kothen als Waldarbeiter eine Arbeitsstelle. Einen Dauerarbeitsplatz hatte Helfrich ab 1951 bei den Amerikanern als Angestellter im Frachtwesen, wo er bis zum Ruhestand im Jahr 1989 beschäftigt war. 1950 heiratete er Erna Helfrich, geboren in Rothenrain. Aus der Ehe sind zwei Söhne hervorgegangen. Nach dem Tod seiner Frau im Jahre 2000 wohnte er bei seinem Sohn Thomas in Wildflecken. Seine Erkrankung machte zuletzt die Unterbringung im Seniorenwohnheim der Arbeiterwohlfahrt in Bad Brückenau notwendig.

Leidenschaft das Segelfliegen

Seine Leidenschaft war das Segelfliegen, die er in seiner Zeit bei der Flieger-HJ entdeckte und später beim NS-Fliegerkorps die Prüfung für den Luftfahrtschein erfolgreich ablegte. Die Wochenenden verbrachte er viele Jahre lang mit seiner Familie auf der Wasserkuppe.

1943 trat er der Freiwilligen Feuerwehr bei. 1965 wurde er zum Kommandanten der Feuerwehr Neuwildflecken gewählt. Nach dem Zusammenschluss der Wehren von Wildflecken und Neuwildflecken im Jahr 1972 stand er bis zu seinem 60. Geburtstag an der Spitze der Stützpunktwehr Wildflecken. In dieser Zeit wurde das neue Gerätehaus gebaut, das erste Tanklöschfahrzeug sowie weitere Fahrzeuge angeschafft und die Wehr mit Atemschutzgeräten ausgerüstet. Außerdem war Hermann Helfrich auch 18 Jahre als Kreisbrandmeister tätig.
Der Freistaat Bayern würdigte seine Leistungen um den Brandschutz mit der Verleihung des Steckkreuzes des Feuer wehr ehrenzeichens im Jahre 1975 und 1984 mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen für 40 Jahre aktive Dienstzeit. Der Deutsche Feuerwehrverband verlieh Hermann 1986 das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet des Feuerwehrwesens. Für seine großen Verdienste um den Brand- und Katastrophenschutz hat ihm die Gemeinde Wildflecken am 16. Juni 1984 die bronzene Verdienstmedaille verliehen. Eine nicht alltägliche Ehrung erfuhr Hermann Helfrich am 5. März 1988. Er wurde aus Dank und Anerkennung für seine langjährigen Dienste zum Ehrenkommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Wildflecken ernannt. 1. Kommandant Georg Helfrich überreichte seinem Vorgänger die Ehrenurkunde.

Große Verdienste im Sportverein

Untrennbar ist der Name Helfrich auch mit dem Sportverein verbunden, dem der Verstorbene nahezu 60 Jahre angehörte. Beim Bau des Sportheimes 1964 hat er sich große Verdienste erworben. Bei der Schützenabteilung war er seit 1972 stellvertretender Schützenmeister und von 1986 bis 2003 erster Schützenmeister. In diese Zeit fällt der Neubau des Schützenheimes in Oberwildflecken. Der Sportverein hat ihn 1993 mit der gol denen Vereinsnadel ausgezeichnet. Von der Schützenabteilung wurde er 2004 zum Ehrenschützenmeister ernannt. Der Schützengau Rhön-Saale hat ihm die Gau-Ehrennadel in Gold verliehen.

Auch dem Gesangverein Wildflecken gehörte Hermann Helfrich seit 1956 als aktiver Sänger an. Im Jahr 2006 wurde er für seine 50-jährige Mitgliedschaft vom Gesangverein geehrt, 2008 erhielt er vom Deutschen Chorverband und dem Fränkischen Sängerbund jeweils eine Urkunde für 50 Jahre Singen im Chor. Er war außerdem Gründungsmitglied des ADAC-Ortsclubs Wildflecken, der ihn 1987 mit der goldenen Clubnadel ehrte. Vom Gesamt-ADAC erhielt er die silberne Ehrennadel.

Feldgeschworener beim Markt Wildflecken war er seit dem 23. März 1989. Als Dank und Anerkennung erhielt er 2014 für sein 25-jähriges verdienstvolles Wirken die Ehrenurkunden des Landkreises Bad Kissingen und des Freistaates Bayern.

Ehrenbrief des Landkreises

Auch auf Landkreisebene blieb das Engagement von Hermann Helfrich nicht verborgen. So wurde ihm am 16. April 2005 der Sportehrenbrief des Landkreises Bad Kissingen in Anerkennung langjähriger Verdienste um den Sport von Landrat Thomas Bold verliehen.

Hermann Helfrich hinterlässt zwei Söhne und drei Enkel.

Die Gedenkandacht findet am Mittwoch, 17. September, 18.30 Uhr, und das Requiem mit Aussegnung am Freitag, 19. September, 14.30 Uhr, in der Pfarrkirche St. Josef in Wildflecken statt.